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Nachricht vom 13.09.2019    

Buchtipp: „Todesspiel im Hafen“ von Klaus-Peter Wolf

Von Helmi Tischler-Venter

Der Krimi-Autor Klaus-Peter Wolf liest im Rahmen der Westerwälder Literaturtage „HEIMAT/EN“ am 17. September in Linz. Wolf ist in Gelsenkirchen geboren und lebt - nach langen Jahren im Ruhrgebiet, im Westerwald und in Köln – nun als freier Schriftsteller in der ostfriesischen Stadt Norden. Er kann also mindestens zwei Heimaten vorweisen. Und eine ganze Reihe äußerst spannender Kriminalromane, die ebenfalls in Norden spielen.

Buchtitel. Foto: Verlag

Dierdorf. Der Roman „Todesspiel im Hafen“ trägt den Untertitel „Sommerfeldt räumt auf“ und ist der abschließende dritte Band der Sommerfeldt-Trilogie. Aus diesem Roman wird Wolf lesen. Begleitet wird der Schriftsteller von seiner Frau, der Kinderbuchautorin und Musikerin Bettina Göschl.

Zum Roman: Die Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen lebt ebenfalls in Norden. Sie fasste den mehrfachen Mörder Johannes Theissen alias Rudolf Ditzen alias Dr. Sommerfeldt, der als Hausarzt in Norddeich sehr beliebt war. Der Mann ist gebildet und belesen, er ist charmant und analytisch. Und er tötet präzise mit dem Messer. Der Leser befindet sich im Kopf dieses Serienkillers, kennt seine Gedanken und Absichten. „Als Johannes Theissen war ich ein Opfer. Unglücklich. Eine traurige Gestalt. Als Dr. Bernhard Sommerfeldt stieg ich in Ostfriesland zu einem geachteten, beliebten Mann auf und sorgte mit meinem Messer dafür, dass die Gegend nicht zu sehr von Drecksäcken verwüstet wurde.“ Drecksäcke sind für Sommerfeldt gewalttätige Männer, die Frauen gequält haben.

Sommerfeldt ist eine Art Popstar im Gefängnis, er erhält Liebesbriefe und Heiratsanträge, aber: „Ich muss noch einmal raus aus dem Gefängnis und so richtig aufräumen. Innerlich habe ich bereits eine Liste gemacht. Graff wird der Erste sein, weil er der Letzte war, der mich verraten hat. Dann muss mein ehemaliger Schwiegervater daran glauben, der zusammen mit seiner Tochter und meiner Mutter das Unternehmen an sich gerissen und mich dem Staatsanwalt zum Fraß vorgeworfen hat.“ Die eiskalte, fordernde Mutter ist die Ursache aller Komplexe. Sie zu töten wird am schwierigsten sein, denn Frauen kann der Protagonist nichts antun.



Vor Gericht gesteht Cordula, Arzthelferin und Freundin Sommerfeldts, vollumfänglich alle Morde. Aber man glaubt ihr nicht, der Serienmörder bleibt im Gefängnis. Doch aufgrund seiner medizinischen Kenntnisse kann er eine Krankheit vortäuschen und fliehen. Kommissarin Klaasen kennt den Verbrecher genau und durchschaut seine Pläne. Dann geschieht etwas Erstaunliches: Sommerfeldts gedachte Mordliste wird ausgeführt, bevor er sie umsetzen kann. Gibt es noch eine vierte Persönlichkeit in ihm? Ein schneller eiskalter Mörder, der sich hinter den anderen drei Varianten versteckt? Sommerfeldt und Leser sind gleichermaßen verwirrt.

Der Kriminalroman ist ungemein spannend und die Hauptfigur so sympathisch, dass man als Leser mit ihr leidet und hofft, dass sie entkommen möge. Wie sein Erfinder pendelt der Protagonist zwischen mehreren Heimaten, denn er stammt aus Bamberg und liebt Ostfriesland.

Der Autor gibt zu: „Ich produziere Suchtstoff!“ So wurden mehr als fünf Millionen Taschenbücher des Bestseller-Autors allein in deutscher Sprache verkauft.

Eine Besonderheit ist die Verwendung real existierender Personen in den Romanen: den Journalisten Holger Bloem und das Café ten Cate in Norden gibt es wirklich.

Das 400-seitige Taschenbuch ist im Verlag Fischer erschienen, ISBN 978-3596299201. Weitere Informationen: www.klauspeterwolf.de. htv


Mehr dazu:   Buchtipps  

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