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Nachricht vom 13.03.2011
Region
Mit Julia Klöckner heiße Phase des Wahlkampfes eingeleitet
Mit der Kandidatin für das Minsterpräsidentenamt in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner hat die CDU im Kreis Altenkirchen die heiße Phase des Wahlkampfes eingeleitet. Dass die Veranstaltung in Herdorf stattfand, ist kein Zufall. Im "Städtchen" sind am 27. März auch Bürgermeisterwahlen und da hat man mit Tobias Gerhardus einen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt.
Julia Klöckner und MdL Dr. Josef Rosenbauer. Fotos: annaHerdorf. Der Landtagswahlkampf für Rheinland-Pfalz läuft auf vollen Touren und auch der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Herdorf hat Fahrt aufgenommen. CDU Kandidat Tobias Gerhardus, der den Chefsessel in der Verwaltung des Städtchens anstrebt, erhielt prominente Schützenhilfe von Julia Klöckner, die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz werden möchte. Die Veranstaltung moderierte Daniel Imhäuser, der zu Beginn ein kurzes Interview mit dem Fraktionssprecher Uwe Geisinger und dem Kandidaten Tobias Gerhardus führte.
Was ausschlaggebend für die Nominierung von Gerhardus gewesen sei, wollte Imhäuser von Geisinger wissen. Dieser antwortete, dass das gute Ergebnis der Stadtratswahl beim Ortsverband die Meinung gestärkt habe, als stärkste Partei im Rat auch den Chefsessel in der Verwaltung zu besetzen und Gerhardus sei der richtige Mann dafür. Gerhardus begründete seine Kandidatur damit, dass frischer Wind im Städtchen gebraucht werde. Viele Projekte seien am Laufen, doch müsse dies zügiger voran gehen und nicht über Jahre hinweg dauern. Als Daadener sprach Imhäuser natürlich auch das Verhältnis beider Orte zueinander an. Gerhardus sprach von einem guten Verhältnis, Kooperation und Zusammenarbeit seien wichtig, er möchte aber auf jeden Fall die Eigenständigkeit von Herdorf erhalten.

Mit viel Applaus empfingen die Zuschauer im vollbesetzten Knappensaal dann die Hauptperson des Tages. Julia Klöckner kam in Begleitung von MdL Dr. Peter Enders und MdL Dr. Josef Rosenbauer in den Saal. Rosenbauer trat zuerst ans Rednerpult und meinte: "Endlich geht es los". In zwei Wochen sei Bürgermeisterwahl und das Städtchen könne mehr, als bisher gezeigt worden sei. Schnell jedoch kam er zur Landtagswahl. Nach 20 Jahren müsse eine neue Landesregierung her, Julia Klöckner als neue Ministerpräsidentin sei unverbraucht und komme mit neuen Konzepten. Zudem funktioniere deren Kompass auch nördlich von Koblenz. Das sei in der Vergangenheit bei der derzeitigen Regierung nicht so gewesen. Der SPD Regierung von Rheinland-Pfalz warf Rosenbauer Vettern- und Günstlingswirtschaft vor. Dabei erinnerte er nochmal an den Nürburgring der 350 Millionen Euro verschlungen habe. Zum Ende seiner Ausführungen rief er alle Bürger auf, am 27. März wählen zu gehen: Die erste Stimme für Tobias Gerhardus, die zweite für Julia Klöckner und die dritte für Rosenbauer selbst abzugeben.
Klöckner, welche schon seit 2002 Mitglied des Bundestages ist, wusste ihr Publikum zu begeistern. Sie nahm das Mikro in die Hand und redete ohne Skript frei heraus. Wo hier was getan werden müsse, habe sie schon auf der Fahrt von Bad Kreuznach nach Herdorf an den Straßen festgestellt. Sie sprach von einer Erblast, von 35 Milliarden Euro Schulden, die Kurt Beck hinterlasse, in seiner Amtszeit seien 21 Millionen Euro Schulden hinzu gekommen. Zum Thema Kommunalreform erklärte Klöckner, dass Zwangsfusionen kein Glück bringen würden. Zahlen, bezüglich der Einwohner, allein könnten doch kein Maßstab für Zusammenlegungen sein. "Gemeindefusionen über die Köpfe der Bürger hinweg gehen nicht", so Klöckner. Sie möchte Bürgerbeteiligungen haben. Diese Regierung wolle an den Verwaltungen sparen, habe aber ihrerseits über 50 Personen für Presse und PR-Arbeit eingestellt, doch dadurch werde das Produkt, dass diese bewerben sollten, auch nicht besser. Rheinland-Pfalz sei ein Land, für das es sich lohne, früh aufzustehen und spät ins Bett zu gehen, so Klöckner. Heute müssten die Grundsteine für kommende Generationen gelegt werden, damit auch die noch gut im Land leben könnten. "Wir müssen eine Schuldenbremse installieren." Man könne auf Dauer nicht mehr ausgeben, als man hat.
Klöckner erinnerte an das wirtschaftlich gute Jahr 2008, in dem die Bundesregierung und alle Länder mit dem Abbau von Schulden begonnen hätten. Nur in Rheinland-Pfalz habe die Regierung noch 300 Millionen Euro weitere Schulden oben drauf gesetzt. Laut Landesrechnungshof habe diese Regierung alles falsch gemacht, was man nur falsch machen könne. "Der richtige Platz für die ist auf den Oppositionsbänken", rief Klöckner.

Bezüglich der Bildungspolitik des Landes kritisierte Klöckner die fast vierteljährlichen Änderungen im System und den viel zu häufigen Unterrichtsausfall. Sie plädierte für Sprachtests bei Kindern ab vier Jahren und nicht nur bei Kindern aus Migranten-Familien. Auch sprach Klöckner sich gegen die Abschaffung von Noten aus. Die CDU sehe in Noten keine Körperverletzung. Man müsse Mut zur Vergleichbarkeit haben und Schulabschlüsse müssten ein verlässliches Wissen beinhalten. Des Weiteren übte Klöckner Kritik an der Art und Weise, dass die derzeitige Landesregierung viele Lehrer wie Leiharbeiter behandle.
Bezüglich des Themas Nürburgring berichtete Klöckner, da habe die Landesregierung Millionen von Euro am Parlament und der Kontrolle vorbei geleitet. Die Landesregierung habe den Bezug zur Realität verloren. Aus dem Rheinland-Filz müsse endlich wieder ein Rheinland-Pfalz werden. Beck warf sie Heuchelei im Hinblick auf die Affäre Guttenberg vor. Innenminister Bruch habe seinem Schwiegersohn einen Auftrag von 200.000 Euro zukommen lassen ohne vorherige Ausschreibung. Der Justizminister Bamberger habe Verfassungsbruch begangen und der Oberbürgermeister von Mainz sei vor Gericht sogar verurteilt worden.
Beck selbst reagiere auf Kritik an seiner Person, als sei dies Majestätsbeleidigung, habe aber selbst den Rücktritt von zu Guttenberg gefordert. Zu guter Letzt appellierte die Politikerin, am 27. März wählen zu gehen und machte den Unentschlossenen unter den Zuhörern den gleichen Vorschlag zur Abstimmung, wie zuvor Dr. Josef Rosenbauer. Immer wieder hatten die Zuhörer im Saal mit kräftigem Applaus ihre Zustimmung zu den Ausführungen Klöckners bekundet, so auch am Ende der Rede.
Musikalisch umrahmten die Herdorfer Dixieland Friends unter der Leitung von Helmut Link die Veranstaltung. (anna)
       
 
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