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Nachricht vom 19.09.2022
Region
"Streuobstwiesenpferdchen" führt Tradition in Selbach fort
Seit vielen Jahren pflegt Selbach die Tradition, für Neugeborene aus dem Vorjahr ein Geburtsbäumchen zu pflanzen. Inzwischen gibt es in der kleinsten Gemarkung im Wisserland auf öffentlichen Wiesen aber keinen Platz mehr für weitere Bäumchen. Doch die Ortsgemeinde hat neue Ideen, denn der schöne Brauch soll nicht unter den Tisch fallen.
Die im Jahr 2021 neugeborenen Kinder Willi, Felix, Emil, Lenie, Pauline, Madita, Mika Josef, Elisabeth und Finn wurden mit dem Streuobstwiesenpferdchen in der Ortsgemeinde Selbach herzlich willkommen geheißen. Elisabeth findet ihr Pferdchen klasse. (Fotos: Ortsgemeinde) Selbach. Seit acht Jahren pflegt Selbach die schöne Tradition für die Neugeborenen jährlich Geburtsbäumchen zu pflanzen. Damit wurden die kleinen Erdenbürger von der Ortsgemeinde Willkommen im Leben und in Selbach geheißen, auf dass sie genauso wie ihre Geburtsbäumchen Wurzeln schlagen, sowie wachsen und gedeihen mögen.

Insgesamt rund 40 Obstbäumchen wurden in der Zeit seit Einführung des Brauches in Selbach mit seinen knapp 800 Einwohnern gepflanzt, berichtet Ortsbürgermeister Matthias Grohs. Allein in den letzten drei Jahren waren es 19 Kinder, die das Licht der Welt erblickten. Dabei steigt die Zahl der Neugeborenen in der kleinen Wohlfühl-Gemeinde Selbach. Waren es 2019 gerade mal zwei neue Erdenbürger, kann man 2020 auf acht und für das Jahr 2021 auf weitere neun kleine Selbacher blicken.

Mit der Traditionspflege der letzten Jahre wurde es nun jedoch auf den öffentlichen Wiesen der kleinsten Gemarkung im Wisserland eng. Schlicht: Es gibt keinen Platz mehr für weitere Obstbäumchen.

"Selbacher Streuobstwiesenpferdchen" überbringt liebevolle Botschaft
Das ist allerdings für die Selbacher kein Grund die Tradition der besondern Willkommens-Freude unter den Tisch fallen zu lassen. Schließlich gibt es andere Möglichkeiten. So wurde beschlossen, den Brauch mit dem "Selbacher Streuobstwiesenpferdchen", einem kleinen Kuscheltier, weiterzuführen. Und genauso wie das Geburtsbäumchen-Pflanzen, will das Streuobstwiesenpferdchen den kleinen Erdenbürgern eine Botschaft überbringen.

Diese wurde nun an der Grillhütte den neun Neugeborenen, ihren Eltern und Geschwistern übermittelt. Bei Gebäck und Getränken wurden Willi, Felix, Emil, Lenie, Pauline, Madita, Mika Josef, Elisabeth und Finn herzlich willkommen geheißen. Neben jeweils einem Gutschein für ein Spielwarengeschäft überreichte die Ortsgemeinde den neun Kindern auch das kleine Kuscheltier.

Dabei, so Grohs, möge das Pferdchen als Hinweis auf die vielen, teils schon älteren öffentlichen Obstbäume dienen, deren Früchte die Selbacher kleinen und großen Bürger ernten und pflücken dürfen. "Das bevor die Streuobstwiesenpferdchen mit ihrem langen Hals zu viel weggenascht haben.“

Matthias Grohs freut sich über den geburtenstarken Jahrgang 2021 mit insgesamt vier Mädchen und fünf Jungen und animierte die jungen Familien sich in die Dorfgemeinschaft einzubringen, indem sie sich beispielsweise in Vereinen engagieren. Einen herzlichen Dank richtet die Ortsgemeinde an den Förderverein "Wir für Selbach", der die Getränke sponserte. (KathaBe)
 
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