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Beziehungsdrama in Siegen: 18-Jährige tödlich verletzt
Blutiges Beziehungsdrama in Siegen: Ein 21-Jähriger erstach in Siegen seine 18-Jährige Freundin, brachte das gemeinsame Kind - einen sechs Monate alten Säugling - vorübergehend in seine Gewalt und wurde dank tatkräftiger Mithilfe couragierter Zeugen nach nur 20-minütiger Flucht von der Polizei festgenommen.
Siegen. Am frühen Samstagabend (20.08.2011, 17.45 Uhr) kam es im Bereich der Fußgängerunterführung zu den Bahngleisen des Siegener Bahnhofs zu einem Tötungsdelikt an einer jungen Frau. Trotz sofort eingeleiteter Rettungs- und Reanimationsmaßnahmen konnte das Leben der erst 18 Jahre alten Frau aus Rheinland-Pfalz nicht mehr gerettet werden - die junge Mutter verstarb noch am Tatort.

Der Tatverdächtige - ein 21-jähriger Mann aus Rheinland-Pfalz, bei dem es sich um den Vater des Kindes der 18-Jährigen handelt - ergriff unmittelbar nach einer Messerattacke zu Fuß die Flucht in Richtung der Siegener Innenstadt. Dabei nahm er den sechs Monate alten Säugling mit sich und trug diesen auf seiner Flucht auf seinem Arm.

Aufmerksame und couragierte Passanten nahmen sofort die Verfolgung des Flüchtigen auf und verhalfen der zwischenzeitlich alarmierten Polizei mit ihrem zahlreichen wertvollen Hinweisen schließlich zur erfolgeichen Festnahme des Täters.

Seine Flucht führte den 21-Jährigen auch an einer Moschee im Bereich der Siegener Innenstadt vorbei. Dort gab der Rheinland-Pfälzer den Säugling ab und flüchtete danach weiter zu Fuß. Couragierte Männer aus der Moschee nahmen daraufhin ebenfalls zu Fuß die Verfolgung des 21-Jährigen auf. Einer Streifenwagenbesatzung der Wache Siegen gelang es schließlich, den 21-Jährigen im Bereich "Flurenwende" festzunehmen. Wiederum standen der Polizei dabei gleich mehrere Passanten äußerst hilfreich zur Seite.

Zunächst hatte ein Passant der Polizei den Hinweis gegeben, dass der Flüchtige in Richtung des Durchgangs zur Straße "In der Flur" lief. Eine Bewohnerin eines dortigen Mehrfamilienhauses zeigte gegenüber den Beamten dann in Richtung eines Durchgangs zu dem Fluss "Weiß". Als die Polizisten dann den Fluss erreicht hatten, deutete eine weitere Bewohnerin aus einem Obergeschoss auf einen Mann in der Weiß. Dieser lief im Flussbett der Weiß in Richtung Flurenwende. In Höhe der Brücke Flurenwende konnte der Flüchtige von den Polizeibeamten dann gestellt werden. Über ein Rankgitter kletterte der 21-Jährige nach einer polizeilichen Aufforderung schließlich aus der "Weiß" ans Ufer und wurde danach von den Beamten an Ort und Stelle vorläufig festgenommen. Der Festgenommene wurde anschließend zur Wache gebracht.

Die Ermittlungsbehörden bedanken sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich bei den ungewöhnlich vielen couragierten Helfern und Zeugen. Dank deren tatkräftiger und aktiver Mithilfe wurde die Polizei in die Lage versetzt, den flüchtigen Tatverdächtigen bereits 20 Minuten nach dem Gewaltdelikt erfolgreich festnehmen zu können.

Das gemeinsame Kind der getöteten 18-Jährigen und des 21-Jährigen wurde vorsorglich in ein Krankenhaus eingeliefert. Das Kind blieb bei den Geschehnissen unverletzt und trug keine Verletzungen davon.

Die zuständige Mordkommission des Polizeipräsidiums Hagen wurde alarmiert und leitet nun die weiteren polizeilichen Ermittlungen. Dabei wird sie auch von mehreren Beamten der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein unterstützt.

Der zuständige Kapitaldezernent der Staatsanwaltschaft Siegen, Baron von Grotthuss, erschien ebenfalls am Tatort, leitet nun die Gesamtermittlungen und ordnete in diesem Zusammenhang auch die Beschlagnahme der Leiche der 18-Jährigen an, die dem Institut für Rechtsmedizin zwecks Obduktion zugeführt wurde.

Zur Tatmotivation des 21-Jährigen kann derzeit gesagt werden, dass es sich vermutlich um ein Beziehungsdrama handelt, bei dem es wahrscheinlich um den Umgang mit dem kleinen Kind ging. Möglicherweise dürfte auch Eifersucht seitens des 21-Jährigen eine Rolle gespielt haben.
Nachricht vom 21.08.2011 www.ak-kurier.de