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Auf der Bühne Heiratsantrag gemacht
Solch einen starken Abgang hat wohl selten ein scheidender Karnevalsprinz gehabt: Auf der Bühne fiel er auf die Knie und machte seiner Angebeteten einen Heiratsantrag. Prinz Alexander I. (Hoffmann) aus Wissen steckte am 11.11. - es war schon ein wenig nach 11.11 Uhr - seiner freudig überraschten Freundin auch gleich den Verlobungsring an den Finger und sang anschließend treffend: "I did it my way."
schlüsselübergabeWissen. Jella Rosowski (25) war hin und weg. Auf der Bühne - vor hunderten von Narren - fiel der scheidende Wissener Karnevalsprinz Alexander I. vor seiner Angebeteten auf die Knie und hielt formvollendet um ihre Hand an. Die war ebenso überrascht wie die närrische Meute im katholischen Jugendheim in Wissen - dahin hatten Wind und Regen die Narren vertrieben. Die Menge tobte und die Braut strahlte. Das ist eine Geschichte, die man noch den Enkeln erzählen kann!
Es war ohnehin eine geschichtsträchtige Prinzenproklamation für die Wissener KG. Der bisherige Sitzungspräsident Rudolf Trapp trat nach 20 Jahren in den "Ruhestand", der neue Sitzungspräsident war, wie Trapp in einer seiner letzten Amtshandlungen verkündete, "beruflich verhindert - und dass das Ganze Jahr". Ein Sitzungspräsident der sein Amt garnicht ausüben kann? Wie kann so etwas sein? Wie kann man so jemanden zum Sitzungspräsidenten wählen.
Die Aufklärung kam rasch: Der neue Sitzungspräsiden Dirk Lasarz ist auch der neue Prinz - und der kann beides zugleich nicht sein. Deshalb wird sein Stellvertreter, der scheidende Prinz - der mit dem Hochzeitsantrag - sein Amt übernehmen. Und dass der das ebenso perfekt erledigen wird wie er seine Prinzenrolle absolvierte, daran hat in Wissen niemand einen Zweifel. Wenn er als Ehemann auch so gut ist, wird seine Zukünftige eine Menge Freude an ihm haben.
Zunächst einmal aber hatte die Narrenschar erst einmal ein wenig Geduld aufbringen müssen. Der Marktplatz, wo das Spektakel sonst stattfindet, war von Regengüssen und Sturmböen leergepeitscht, die Freunde aus Nah nund Fern mussten erst einmal ins Jugendheim umgeleitet werden. Der Saal war dann auch entsprechend bis auf den letzten Platz und darüberhinaus gefüllt. Die Stadt- und Feuerwehrkapelle unter der Leitung von Christoph Becker hatte es aber nicht schwer, für Stimmung zu sorgen, die war schon vor dem verspäteten Beginn toll.
Noch-Sitzungspräsident Rudolf Trapp begrüßte die närrischen Delegationen aus Altenkirchen, Fensdorf, Scheuerfeld, Hamm, Pracht, Waldbröl, Burglahr und aus der benachbarten Republik Morsbach. Aus Malberg war die Tollität erschienen, seine Untertanen waren vom Winde verweht worden. Unter den närrischen Gästen freudig begrüßt wurde auch der neue RKK-Präsident Peter Müller aus Scheuerfeld.
In seiner Abschiedsproklamation bekannte Alexander I. frank und frei: Er hätte gerne noch ein weiteres Jahr gemacht. Aber ob das Jella mitgemacht hätte? Gottlob ist das in der Satzung der KG aber nicht vorgesehen.
Rudolf Trapp bezeichnete in seiner Laudatio Alexander I. als ein Vorbild. "Es war eine super-tolle Session mit ihm", sagte Trapp. Er habe sich als ein großartige Vorbild für die Jugend präsentiert und gezeigt, wie junge Menschen freudig ein Ehrenamt bewältigen können." Dafür erhielt der Alexander von Trapp als verdienten Lohn dann auch den ehrenden Orden der KG.
Der neue Karnevalsprinz trat forsch und locker in die Fußstapfen seines Vorgängers. Dirk II. (Lasarz), gelernter Koch, verkündete in seiner Proklamation dann auch gleich die Rezepte, mit denen er die närrische Herrschaft in Wissen auszuüben gedenkt. Hauptmenü: Er will an die großen Erfolge seiner Vorgänger anknüpfen. Den ersten Gang hat er schon serviert: Er "entriss" Bürgermeister Michael Wagener die Macht, indem er den symbolischen Schlüssel in seine Gewalt brachte. Nach diesem turbulenten offiziellen Teil gab´s natürlich noch einiges zu feiern: Und dass sich Narren darauf verstehen, braucht eigentlich nicht mehr erwähnt zu werden. (rs)
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Narren an der Macht auch in Wissen: Bürgermeister Michael Wagener übergibt den Schlüssel an Prinz Dirk II. Fotos: Reinhard Schmidt
       
       
       
       
Nachricht vom 11.11.2007 www.ak-kurier.de