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Landessynode legte Konzept zur Personalplanung fest
Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland tagte in Bad Neuenahr. Die Delegierten aus dem Kirchenkreis Altenkirchen bringen zahlreiche Anregungen mit in die Gemeinden, im Mittelpunkt wird die zukünftige Personalplanung stehen. Die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit wird noch stärker in Fokus rücken.
Noch einmal in dieser Zusammensetzung (im Juni gibt es Neuwahlen), brachten sich die Abgeordneten aus dem Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen in die sechstägige Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland, die traditionell in Bad Neuenahr tagt, ein. Pfarrer Marcus Tesch (Wissen), Kurt Höblich (Wissen), Superintendentin Andrea Aufderheide, Pfarrerin Silvia Schaake (Flammersfeld) und Helga Seelbach aus Hamm (von links) bringen nun viel Diskussionsstoff in die Gemeinden und den Kirchenkreis mit. Foto: Petra StrohKreis Altenkirchen. Eine inhaltsreiche und zeitlich fordernde Landessynode erlebten die fünf Delegierten aus dem Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen in Bad Neuenahr. Sie beschäftigten sich mit Fragen des "Personalmix" in Gemeinden und Kirchenkreisen, diskutierten in Arbeitsgruppen und Plenum über das Papier des Schwerpunktthemas "Zeit zu leben- Zeit zu sterben", informierten sich bei den Gästen aus der Ökumene über deren aktuelle und langfristigen Vorhaben, hörten zahlreiche Berichte zu Finanzplanungen und Fehlentwicklungen (bbz) und genossen im Rahmen des "Jahrs der Kirchenmusik" ein ganz besonderes Hörerlebnis.

Sechs Tage dauerte die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland, die alljährlich zu Jahresbeginn im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr tagt.

Bevor im Juni 2012, im Nachgang zu den Presbyteriumswahlen im Februar, eine Neuwahl der Synodalen ansteht, ging noch einmal die bewährte Gruppe der heimischen Abgeordneten an die Arbeit. Neben Superintendentin Andrea Aufderheide, die als Mitglied der Kirchenleitung einen weiteren "Altenkirchener Platz" ermöglichte, gehören ihr Stellvertreter, Pfarrer Marcus Tesch (Wissen), Pfarrerin Silvia Schaake (Flammersfeld), Helga Seelbach (Hamm) und Kurt Höblich (Wissen) zum Team.

Sie bringen von der am Freitag beendeten Synode viele Anregungen und Diskussionsstoff mit in die heimischen Gemeinden und den Kirchenkreis. "Auf eine gute Vorarbeit im Kirchenkreis Altenkirchen" verwies Superintendentin Andrea Aufderheide mit Blick auf landeskirchliche Entscheidungen zur Personalplanung. Kooperationen einzelner Gemeinden oder in den vier Regionen des Kirchenkreises seien ebenso bereits umgesetzt oder angedacht wie die Zusammenarbeit in bestimmten Arbeitsfeldern mit dem Kirchenkreis, unterstrich die Superintendentin.

Die Landessynode hat es nun auch verbindlicher für alle festgelegt, die sich bislang noch nicht mit Kooperationsmodellen beschäftigten: In der Evangelischen Kirche im Rheinland soll es künftig eine abgestimmte gemeinsame Personalplanung in Kirchengemeinden, Verbänden und Kirchenkreisen geben. Die 38 Kirchenkreise zwischen Emmerich und Saarbrücken sind nach dem aktuellen Synodenschluss verpflichtet, bis spätestens Ende 2015 ein verbindliches Rahmenkonzept für eine gemeinsame Personalplanung zu erstellen. Diese abgestimmte Planung soll sicherstellen, dass es trotz zurückgehender finanzieller Ressourcen auch in Zukunft noch einen Personalmix aus Pfarrern, Kirchenmusikern, Jugendmitarbeitenden und anderen gibt – gegebenenfalls gemeindeübergreifend. "Das bedeutet eine Verpflichtung zur Personalplanung, aber nicht die Verpflichtung zu einem vorgegebenen Modell", wurde bei der Plenardebatte, zu der sich auch eine Besuchergruppe aus dem Kreis Altenkirchen gesellt hatte, unterstrichen.

Gleichzeitig begrüßte die Synode, dass bereits viele Kirchengemeinden unbeschadet ihrer Selbstständigkeit zusammenarbeiten, um ihre Aufgaben, die in der Kirchenordnung geregelt sind, besser erfüllen zu können, und dankte den Presbyterien für die Entwicklung und Umsetzung beispielhafter Konzepte der Zusammenarbeit. An den Plänen für eine verbindlichere Personalplanung auf der Ebene der Kirchenkreise hatte es in den vergangenen Wochen und Monaten viel Kritik gegeben. In rheinischen Presbyterien war die Sorge laut geworden, sie könnten durch diese Planungen in ihrer Personalhoheit beschnitten werden.

Bei einem Presbytertag in Wissen im August hatten die Verantwortlichen in den 16 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Altenkirchen kräftig diskutiert – unter anderem mit Kirchenrat Pfarrer Dr. Volker Lehnert - , auf fünf Regionalkonferenzen und in einem Internetforum gab es zudem Beteiligungsmöglichkeiten. Die entsprechenden Veränderungswünsche und Bedenken flossen nun in die Synodenvorlage ein.

Ab dem Jahr 2013 wird die Kirchenleitung der Landessynode jährlich einen Personalbericht vorlegen, in den ab 2017 die Personalplanungsdaten aus den von den Kirchenkreisen erstellten Rahmenkonzeptionen und die aktualisierten Angaben zum Personalbestand einfließen. (PES)
Nachricht vom 15.01.2012 www.ak-kurier.de