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Nachricht vom 27.01.2026
Wirtschaft
Chef sein: Was Führung in Unternehmen wirklich bedeutet
In Generationen gesprochen, war es für Boomer und Millennials klar: der Chef steht an der Spitze und führt mit Strenge und Autorität. Wer hier als Unternehmen anders tickte und Zusammenarbeit auf Augenhöhe ermöglichte, war ein Sonderling. Gen-Z erwartet andere Führungsstile und mittlerweile haben Mitarbeiter eine bessere Position, allein im Hinblick auf den Fachkräftemangel in fast allen Branchen. HR (Human Resources) ist dabei ein entscheidender Faktor. Was dahinter steckt und wie alle Seiten davon profitieren, erläutern wir im Folgenden.
Symbolfoto (KI generiert)Was ist HR und was bedeutet es für Unternehmen?
HR wird im Deutschen meist mit Personalwesen bzw. Personalmanagement gleichgesetzt. In diesem Unternehmensbereich geht es um die professionelle Steuerung rund um das Thema Personal. Aus der HR-Perspektive werden Mitarbeitende als Ressourcen mit individuellen Fähigkeiten, Motivationen und Stärken betrachtet. Menschen werden dort eingesetzt, wo sie ihre Stärken am besten einbringen können und Aufgaben zu ihnen passen. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass professionelles HR-Management die Mitarbeiterzufriedenheit steigert und damit für mehr Motivation im Betrieb sorgen kann.

Wer im HR-Management arbeitet, verwaltet nicht nur das Personal, sondern betreut Mitarbeitende bei internen Angelegenheiten, treibt Talentmanagement im Sinne des Unternehmensziels voran und kümmert sich um die Entwicklung und Gewinnung von Personal.

Warum ist HR für Unternehmen von Bedeutung?
Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland stagniert vielerorts, weil es an Arbeits- und Fachkräften fehlt. Wer einen Job sucht, eine Ausbildungs- oder Studienabschluss hat und Talent mitbringt, kann sich seinen Arbeitgeber (fast) aussuchen. Eine Fachkraft muss nicht zu schlechten Bedingungen in einem Unternehmen bleiben, weil sie meist attraktive Alternativen geboten bekommt.

Ein professionelles HR-Management ist also nicht nur eine Option, sondern Pflicht für alle, die ein gutes Team aufbauen und halten wollen. Der Fachkräftemängel belastet Unternehmen erheblich und wenn zusätzlich noch nach veralteten autoritären Vorstellungen geführt wird, bleibt der Bewerberstrom aus. Künstliche Intelligenz kann bereits viel, ersetzt aber Mitarbeiter nicht vollständig. Der Mensch bleibt wichtig.

Mittlerweile ist auch der Anteil an weiblichen Führungskräften in vielen Sparten gestiegen. Divers zusammengesetzte Führungsteams bringen häufig unterschiedliche Perspektiven und Führungsstile ein, etwa mehr Wert auf Empathie und Verständnis im Umgang mit der Belegschaft. Ein hochwertiges HR-Management kann Führungskräfte unterstützen, Autorität mit Fairness im Betrieb zu verbinden, unabhängig vom Geschlecht.

Was Mitarbeiter von einem guten Chef erwarten
Morgens ins Büro kommen und eine Liste mit Aufträgen vorfinden, reicht vielen Mitarbeitern schon lange nicht mehr. Gerade durch Gen Z ist der Anspruch an Arbeitgeber deutlich gestiegen. In verschiedenen Umfragen, darunter Gallup, kam heraus, dass nur ein Bruchteil der Deutschen wirklich mit ihrem Chef zufrieden ist.

Das hat Auswirkungen auf die Arbeitsleistung und natürlich auch auf das Wohlbefinden. Wenn ein Mitarbeiter seine Vorgesetzte oder seinen Vorgesetzten nicht mag, geht er mit weniger Loyalität und Freude an den Arbeitsplatz. Er macht vielleicht Dienst nach Vorschrift, ist aber nicht bereit, sein Bestes abzurufen und sich im Sinne der Firma einzusetzen.

Dabei ist eigentlich klar, was sich die Menschen von ihren Vorgesetzten wünschen: Autorität ist nicht gefragt, dafür Kompetenz, Entscheidungsfreude, Lösungsorientierung und Verantwortungsbewusstsein. Ein Chef muss seinen Mitarbeitern zuhören und klare, nachvollziehbare Entscheidungen kommunizieren. Außerdem spielt Wertschätzung eine zentrale Rolle. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Mitarbeiter bleiben, wenn es in anderen Betrieben vielleicht ein besseres Gehalt oder bessere Chancen geben könnte.

Um gegen den Fachkräftemangel vorzugehen, ist es entscheidend, ein starkes HR-Team aufzubauen und so eine zufriedenstellende Arbeitskultur zu schaffen. Gelingt das nicht, sind Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften vorprogrammiert. (prm)
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