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| Nachricht vom 31.01.2026 |
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| Nicole nörgelt ... über die Sucht nach sozialen Medien bei Kindern |
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| Das Thema, das in allen Altersklassen, ob Kindergarten oder Schule, im Moment in aller Munde ist, ist die geringe, beziehungsweise schlicht gar nicht mehr vorhandene Aufmerksamkeitsspanne der lieben Kleinen, die, wenn man ihren Eltern zuhört, natürlich alle entweder hochbegabt sind oder eine "Diagnose" haben. |
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GLOSSE! Macht sich eigentlich mal irgendjemand Gedanken darüber, warum Kinder und Jugendliche sich absolut nicht mehr auf eine Sache konzentrieren können oder wird das einfach so hingenommen? Nicht jedes zweite Kind hat heutzutage ADHS und Autismus – nein, diese ganzen Kinder leiden schlicht unter einer kompletten Reizüberflutung und das ist nicht ihre Schuld. Die Schuld können die Eltern, deren Zweijährige schon viel zu viel Bildschirmzeit haben, sich selbst geben. Natürlich ist es bequem, dem Sprössling eine quietschende, bunte Kinderserie beim Essen im Restaurant auf dem Tablet vor die Nase zu stellen, statt sich mit seinem Nachwuchs zu beschäftigen. Aber was ist die Folge davon? Schon kleine Kinder sind eine dauerhafte Berieselung über irgendwelche Medien gewöhnt – erst sind es die Kinderserie auf dem Tablet und die Tonie-Box, im Kindergarten wird es der Streaming-Dienst und in der Grundschule halten die ersten sozialen Medien Einzug in den Alltag.
Diese dauerhafte Reizüberflutung führt gerade bei Kindergehirnen, die sich noch in der Entwicklung befinden, zu bleibenden Schädigungen, was die Konzentrationsfähigkeit angeht. Dazu gibt es inzwischen eindeutige Studien. Und was noch schlimmer ist, die ständige Abfolge von schnellen Bildern in den Videos macht regelrecht abhängig, so dass Jugendliche, die einmal auf TikTok und Co unterwegs sind, ganz schnell einmal mehrere Stunden in Folge auf völlig schwachsinnige Bilderabfolgen ohne jeglichen geistigen Mehrwert starren. Da verbringen Kinder so viel Zeit in den sozialen Medien wie Erwachsene einen ganzen Arbeitstag in der Firma. Und dann wundert sich noch jemand, warum eine Seite Lesen die lieben Kleinen überfordert und angeblich alle Kinder unter ADHS und Autismus leiden? Es gibt solche Kinder, kein Zweifel, aber bei einer Menge Leute sind diese Probleme eindeutig selbstgemacht. Denn wer mit seinen Kindern spielt, vorliest und bastelt, entschleunigt den sowieso schon hektischen Alltag ganz automatisch. Gleichzeitig werden dabei kognitive, motorische und soziale Kompetenzen gefördert, die Tablet und Co nicht vermitteln können und an denen es heutzutage leider an allen Ecken und Enden fehlt.
Unter Sechzehnjährige haben in den sozialen Medien nichts verloren, denn sie können die Tragweite der einmal im Internet veröffentlichten Daten noch gar nicht absehen. Zudem wäre man damit das Problem von Cybermobbing und -grooming gleich mit los. Denn auch wenn alle so reif sein wollen, so sind es am Ende doch die Eltern und Lehrer, die die Suppe auslöffeln müssen. Wenn man davon spricht, dass schriftliches Dividieren zu komplex für Grundschulkinder ist und dass Goethes Faust (deutsches Literaturgut) in Berlin in einer sprachlich vereinfachten Fassung gelesen werden muss, dann kann man auch ohne Weiteres unterstellen, dass die geistige Reife nicht dafür reicht, verantwortungsvoll mit den sozialen Medien umzugehen.
Kinder müssen Kinder bleiben – ohne dauernd die Augen auf dem Bildschirm zu haben und das Leben drumherum zu verpassen. Und weniger Bildschirmzeit heißt auch mehr Ruhe vor blinkenden Bildern und Videos und somit mehr Konzentrationsfähigkeit auf die wichtigen Dinge im Leben. Dann würde auch vielleicht das völlig sinnfreie "Berufsbild" des Influencer endlich wieder von der Bildfläche verschwinden. Denn Influencer produzieren nichts, helfen niemandem und tragen auch nicht effektiv zum Bruttosozialprodukt bei.
Man sollte bedenken, dass es vielleicht Gründe dafür gibt, dass Australien ein Social Media-Verbot für unter Sechzehnjährige erlässt und die Spitzenreiter der PISA-Studie sich entschieden haben, die Tablets wieder aus den Grundschulen zu verbannen, seit sie festgestellt haben, dass die Lese- und Schreibkompetenz dabei verloren geht.
In diesem Sinne, liebe Politiker, entscheidet endlich mal irgendetwas und verbannt die sozialen Medien aus den Kinderzimmern. Wenn die Eltern schon selbst nicht dazu in der Lage sind, die Gefahren zu erkennen, dann muss man eben von oben mal nachhelfen, bevor eine ganze Generation nur noch Influencern und Reality-Stars folgt, statt etwas Sinnvolles aus ihrem Leben zu machen.
Ihre Nicole
Definition einer Glosse
Als Glosse wird ein kurzer journalistischer Text bezeichnet, in dem sich der Autor mit aktuellen Nachrichten auf satirische Art und Weise auseinandersetzt. Die Themen einer Glosse können sowohl gesellschaftlich wichtig als auch witzig oder kurios sein.
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| Nachricht vom 31.01.2026 |
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| Quelle: 1769864472 |
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