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Nachricht vom 05.02.2026
Region
Neuer Berberlöwe im Zoo Neuwied - schmerzlicher Abschied von Löwin Zari
Im Zoo Neuwied gibt es derzeit sowohl freudige als auch traurige Nachrichten. Ein neuer Berberlöwen-Kater ist eingezogen, während die Löwin Zari unerwartet verstorben ist. Die Hintergründe und Auswirkungen dieser Ereignisse beleuchtet der folgende Bericht.
Sie war todkrank. Foto: Tobias_LehmannNeuwied. Mitte Januar 2026 zog ein neuer Berberlöwen-Kater namens Julius in den Zoo Neuwied ein. Der elfjährige Löwe stammt aus dem ZooParc Overloon in den Niederlanden, wo er mit seinen drei Brüdern lebte. Nach seiner Ankunft durfte Julius sich zunächst im Innengehege an die neue Umgebung gewöhnen und die Tierpfleger kennenlernen. Ursprünglich war geplant, dass Julius und die 14-jährige Löwin Zari bald gemeinsam das Gehege bewohnen sollten.

Unerwartete Wendung
Kurz nach Julius" Ankunft verschlechterte sich jedoch Zaris Gesundheitszustand dramatisch. Laut der Zootierärztin Lisa Kosber litt Zari plötzlich unter schwerer Atemnot. Trotz intensiver medizinischer Betreuung gab es keine Hoffnung auf Besserung. "Unser oberstes Ziel ist es immer, Leiden zu verhindern", erklärte Kosber. Daher wurde Zari in der vergangenen Woche eingeschläfert. Bei der pathologischen Untersuchung wurde ein besonders bösartiger Lungentumor festgestellt, der nicht heilbar war.

Hintergrund zur Berberlöwenhaltung

Der Berberlöwe, auch als Atlaslöwe bekannt, gilt in Nordafrika als ausgestorben. Einst war er in Marokko, Algerien und Tunesien verbreitet, doch die letzten Tiere in freier Wildbahn wurden Mitte des 20. Jahrhunderts gesehen. Heute existieren nur noch wenige Nachfahren in Zoos, die auf historische Bestände zurückgehen. Diese Löwen werden in zoologischen Einrichtungen nicht nur als besondere Art präsentiert, sondern auch als Beispiel für die Folgen menschlichen Handelns auf große Raubtiere. Verlust von Lebensraum, Verfolgung und fehlender Schutz führten letztlich zu ihrem Verschwinden aus der Natur.

Zukunftspläne im Zoo Neuwied
Der Zoo Neuwied ist Teil des EAZA Ex-situ-Programms (EEP), das vom Zoo Wuppertal koordiniert wird. Das Ziel dieses Programms ist es, eine gesunde und genetisch stabile Population in menschlicher Obhut zu erhalten. Nach dem Verlust von Zari suchen die Verantwortlichen nun nach einer geeigneten Lösung für die Zukunft der Berberlöwenhaltung in Neuwied. Die aktuellen Ereignisse verdeutlichen die enge Verbindung von Freude über Neuzugänge und Trauer um Verluste im Alltag der Zoomitarbeiter. Red
 
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