"Irrsinn in NRW": Neues Video zeigt, warum es auf der Siegstrecke hakt
Die Siegstrecke wird sieben Monate lang saniert und bereits im vergangenen Jahr hatte eine Koalition aus Verbänden, Gewerkschaften und Kreisen gefordert, im Zuge dieser Arbeiten auch eingleisige Streckenabschnitte auszubauen. Das wird nicht passieren. Ein aktuelles Video fasst die Situation rund um die Siegstrecke zusammen.
Region. Die rund 100 Kilometer lange Siegstrecke gehört zu den wichtigsten Regionalachsen im südlichen Nordrhein-Westfalen und nördlichen Rheinland-Pfalz. Hier verbindet sie die Städte Siegen und Köln und ist damit insbesondere auch für Pendler von großer Bedeutung. Doch wenige Kilometer, in denen die Siegstrecke ein- statt zweigleisig verläuft, sorgen für eine "eingeschränkte betriebliche Flexibilität" und provozieren "Störanfälligkeit". So wird es beschrieben in einem neuen Video des Formats "bahnblick", das sich der Eisenbahn-Berichterstattung im deutschsprachigen Raum verschrieben hat. In dem Beitrag unter dem Titel "Der Irrsinn in NRW" fassen die Macher von "bahnblick" in knapp 14 Minuten anschaulich zusammen, was auf der Siegstrecke für anhaltende Probleme sorgt und wie die Zukunftsaussichten sind.
Im vergangenen Jahr ist bekannt geworden, dass die Deutsche Bahn von Dezember 2026 bis Juli 2027 die Siegstrecke sanieren und in diesem Zeitraum sperren wird. Das ist notwendig, um die Strecke fit zu machen für den Ausweichverkehr, der an der Sieg entlang verläuft, sobald im Jahr 2028 die Generalsanierung der Rheinstrecke erfolgt. Verantwortliche aus der regionalen Wirtschaft, Vertreter von Gewerkschaften, Verkehrsverbänden und die Landräte der Kreise Siegen-Wittgenstein und Altenkirchen, Andreas Müller und Dr. Peter Enders, hatten daher im vergangenen Jahr bereits gefordert, dass im Zuge der Sanierung und Sperrung der Siegstrecke die bisher eingleisigen Streckenabschnitte zweigleisig ausgebaut werden. Denn die wenigen Kilometer Eingleisigkeit zwischen Blankenberg und Merten sowie Schladern und Rosbach sorgen immer wieder für Verspätungen und Einschränkungen im Betriebsablauf des Regionalexpress 9 und den S-Bahnlinien S 12 und S19. Doch der zweigleisige Ausbau wird nach Aussage der Bahn zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgen.
Hohe Priorität im Bundesverkehrswegeplan
Im Video von "bahnblick" erfährt man dazu, dass die Siegstrecke "ein Fallbeispiel für aktuelle Debatten rund um Verkehrspolitik und politische Prioritäten" sei. Insbesondere, wenn die Bahnstrecke am Rhein saniert und gesperrt wird, wird der Zugverkehr ansteigen und mehr Güterverkehr über die Siegstrecke als "dringende Umleitungsroute" rollen. "Ob das ganz ohne Einschränkung für den Personenverkehr geht, das ist wohl fraglich", heißt es im "bahnblick"-Video. "Schließlich bestehen durch die Eingleisigkeiten betriebliche Zwänge." Trotzdem wird vorab nicht zweigleisig ausgebaut. "Wie kann das sein, wenn doch das Projekt im Bundesverkehrswegeplan eine hohe Priorität genießt", fragen die Macher von "bahnblick".
Die Deutsche Bahn erklärt dazu auf Anfrage des AK-Kuriers, dass der zweigleisige Ausbau der Streckenabschnitte zwischen Blankenberge und Merten sowie zwischen Schladern und Rosbach zwar Teil des Bundesverkehrswegeplanes sei, bislang aber kein Planungsauftrag durch den Bund an die Deutsche Bahn vorliege. "Selbst bei einer kurzfristigen Planungsaufnahme müssten noch diverse Planungsphasen bis zu einem Baubeginn durchlaufen werden. So erfolgt nach einer Vorplanung ein Planfeststellungsverfahren, um das Baurecht zu erlangen. All das erfordert Zeit, damit ist eine Realisierung im Rahmen der gebündelten Maßnahmen in 2027 ausgeschlossen." Ein konkreter Plan für den Ausbau der eingleisigen Streckenabschnitte liege nicht vor, heißt es auch im "bahnblick"-Video. Um Störanfälligkeiten während der Generalsanierung der Rheinstrecke und dem dann zu erwartenden höheren Verkehrsaufkommen auf der Siegstrecke gering zu halten, "werden die Siegstrecke und die weiteren Umleiterstrecken eng fahrplanerisch und betrieblich überwacht", so ein Bahnsprecher abschließend gegenüber dem AK-Kurier.
Mehr zu den konkreten Ausbauversäumnissen, zur Zukunft der Siegstrecke und warum verhältnismäßig wenig Einsatz auf der Siegstrecke einen ungleich größeren Nutzen für die ganze Region hätte, erfährt man hier im Video von "bahnblick":
Oder auf Youtube auf dem Kanal von "bahnblick":www.youtube.com