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Nachricht vom 18.02.2026
Rheinland-Pfalz
Vielfältiges Fasten in Rheinland-Pfalz: Bewusst Verzicht üben
Fasten beschränkt sich längst nicht mehr nur auf den Verzicht von Genussmitteln wie Süßigkeiten, Alkohol oder Fleisch. In Rheinland-Pfalz wird die Fastenzeit zunehmend genutzt, um über das eigene Konsumverhalten nachzudenken und nachhaltige Praktiken zu fördern.
Süßigkeiten. Foto: Henning Kaiser/dpaMainz. Auch in diesem Jahr rufen die Bistümer Trier und Mainz sowie die Evangelische Kirche der Pfalz zum Klimafasten auf. Diese Aktion begleitet die sieben Wochen der Fastenzeit mit wöchentlich wechselnden thematischen Schwerpunkten unter dem Motto "Genug ist genug". Ziel ist es, persönliche Lebensgewohnheiten zu reflektieren und Klimaschutz sowie Klimagerechtigkeit bewusst in den Alltag zu integrieren.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Rheinland-Pfalz unterstützt ebenfalls klimafreundliche Fastenideen. Beim Plastikfasten geht es darum, Kunststoff im Alltag möglichst zu vermeiden. Dazu gehört der Verzicht auf Plastiktüten, die Nutzung von Mehrwegprodukten statt Einwegartikeln und das Bevorzugen unverpackter Waren. Auch das bewusste Ablehnen unnötiger Verpackungen kann Teil dieses Fastens sein.

Der Nabu Rheinland-Pfalz wirbt für das Autofasten, bei dem das Auto möglichst oft stehen gelassen werden soll. Stattdessen sollen klimafreundliche Alternativen wie Fahrradfahren oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gewählt werden. Ziel ist es, Emissionen zu reduzieren und das eigene Mobilitätsverhalten zu überdenken.

Konsumfasten bedeutet Zurückhaltung beim Einkaufen. Die Kreisvolkshochschule Neuwied bietet dazu eine Challenge an, bei der während der Fastenzeit möglichst keine unnötigen Anschaffungen getätigt werden sollen. Stattdessen wird dazu ermutigt, Vorräte aufzubrauchen und mehr Wert auf Reparieren, Wiederverwenden oder Leihen zu legen.

Beim digitalen Fasten, auch bekannt als Digital Detox, wird der Medienkonsum eingeschränkt. Dies kann bedeuten, weniger Zeit am Smartphone zu verbringen, soziale Netzwerke zu meiden, feste Offline-Zeiten einzuführen oder die Bildschirmzeit vor Fernseher und Computer zu reduzieren. Laut einer Studie der DAK aus dem vergangenen Jahr erhoffen sich viele Menschen durch diesen Verzicht eine Stressreduzierung.

Die christliche Fastenzeit beginnt traditionell am Aschermittwoch nach den Fastnachtsfeierlichkeiten und endet an Ostern. In diesem Jahr startet sie am 18. Februar und endet am 4. April. Gefastet wird traditionell 40 Tage, wobei die Sonntage ausgenommen sind. Sie gelten als kleine Auferstehungstage. Die Zahl 40 hat ihren Ursprung in der Bibel und steht für Zeiten der Prüfung, Buße und Erneuerung - wie die 40 Tage, die Jesus in der Wüste fastete. (dpa/bearbeitet durch Red)
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