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Nachricht vom 03.03.2026
Region
Schließung der Schmerzambulanz in Altenkirchen erzürnt Wählergruppe Käppele
Die Schließung der Schmerzambulanz und Schmerztagesklinik im Altenkirchener Hospital praktisch von heute auf morgen stößt der Wählergruppe Käppele im Altenkirchener Kreistag sauer auf. Von der Kommunikation her betrachtet, erinnere sie an die Art und Weise, wie der ehemalige Krankenhausträger DRK seinerzeit mit den Mitarbeitenden umgesprungen sei.
Wenn der Schmerz ständiger Begleiter tagaus und tagein ist, wird  Hilfe auf kurzen Wegen von Patienten gerne genommen. (Foto: Pixabay)Altenkirchen. Es war fast eine Nacht-und-Nebel-Aktion, die Schließung der Schmerzambulanz und Schmerztagesklinik im Altenkirchener Krankenhaus zum Ende des Monats Februar, die Daniel Grube als Verwaltungsdirektor des Diakonie Klinikums Kirchen (dem Altenkirchen „angehängt“ ist) kundtat. Das plötzliche Aus ist (auch) für die Wählergruppe Käppele, die im Altenkirchener Kreistag mit einem Sitz vertreten ist, nicht nachvollziehbar. „In der Tat, es ist ein weiterer Tiefpunkt in der Historie des Krankenhauses in Altenkirchen und der Gesundheitsversorgung in der Region. Hatte man in der Region Altenkirchen dem neuen Träger, der Diakonie, einen Vertrauensvorschuss eingeräumt, so sprechen die, im noch jungen Jahr 2026 aus dem Leuzbacher Weg kommenden Meldungen eine andere Sprache“, betonte in einer Mitteilung der Gründer der Wählergruppe, Ralf Käppele, der im höchsten Gremium des Kreises vertreten ist, „das Haus, so der Geschäftsführer der Diakonie, ist nicht nur das Beste von der Substanz, es sollte auch wieder mit Leben gefüllt werden. Die Kündigungen des Chefarztes der dortigen Kinder- und Jugendpsychiatrie und dessen ,Vize’ versetzten die Mitarbeitenden in eine verständliche Sorge um das weitere Bestehen und um ihre Arbeitsplätze. Es bedurfte guten Zuredens und mehrerer Wochen an Zeit, um die Geschäftsführung davon zu überzeugen, vor Ort in Altenkirchen mit den Beschäftigten zu reden.“ Die jetzige Kommunikation bei Schließung der Schmerztagesklinik erinnere an die Art und Weise, wie das DRK seinerzeit mit den Mitarbeitenden umgesprungen sei.

Ärztin stünde bereit
„Nach hiesigem Kenntnisstand mag die Art der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit Frau Dr. Schneider unklar sein, stellt aber keinen Grund für die Schließung der Schmerztagesklinik dar“, ergänzte Käppele. Eine Ärztin mit der speziellen Zusatzbezeichnung „Schmerztherapie“ und bereits mit der Schmerztagesklinik in Altenkirchen vertraut, stehe auch jetzt noch bereit. Auch der angeführte Grund der Unwirtschaftlichkeit müsse angezweifelt werden. Aus dem Inneren der Schmerztagesklinik sei zu hören, dass aufgrund nicht funktionierender EDV seit Übernahme durch die Diakonie zum 1. August 2025 Abrechnungen nicht hätten durchgeführt werden können. „Fraglich ist daher, auf welcher Grundlage die Diakonie eine Unwirtschaftlichkeit festgestellt haben will. Das rund 1000 Patienten der Schmerztagesklinik und der Schmerzambulanz im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben, spielt scheinbar eine untergeordnete Rolle“, so Käppele ergänzend. Gesundheitsversorgung sei, so der Eindruck, nicht für die Menschen da, sondern für den unternehmerischen Erfolg.

Bloß nicht geräuschlos
Ein Blick auf die Kreistagssitzung vom 15. Dezember 2025 zeige, dass von dort auch bei eigentlicher Unzuständigkeit gehandelt werde. Dort habe der Kreistag einen Antrag der SPD zum Erhalt des kinderärztlichen Notdienstes in Kirchen, auch mit Stimme der Wählergruppe Käppele, auf die Tagesordnung gesetzt. Die Schließung der Schmerztagesklinik in Altenkirchen dürfe ebenso wenig geräuschlos am Kreistag vorbei gehen. Rund 1000 Patienten stünden jetzt vor der Frage: Wohin? „Diese Patienten sind in aller Regel keine Kinder, aber Menschen und Steuerzahler. Die Frage nach Zuständigkeit des Kreistages verbietet sich. Es darf nicht sein, dass die Frage, ob sich der Kreistag mit einem Thema beschäftigt oder nicht, nach Wahlkreis, Standort oder Alter der betroffenen Patienten richtet. Die Sicht auf den Landrat lässt erkennen, dass er sich offensichtlich nur dann zuständig fühlt, wenn es ihm thematisch passt oder der Druck zu stark wird“, betonte Käppele. Für einen Runden Tisch im Hinblick auf eine bessere Gesundheitsversorgung um Altenkirchen, Stichwort Regioklinik, fühle er sich nicht zuständig. Es wäre aber essenziell, zusammen mit der Diakonie für Altenkirchen entsprechende Konzepte zu erarbeiten, um damit in Mainz vorstellig zu werden. „Auf was wird denn wieder gewartet, um schlussendlich am Ende der Schlange zu stehen? Welche Chancen für den Krankenhausstandort Altenkirchen durch die Bräsigkeit des Landrats verspielt wurden, würde ein Buch füllen“, kritisierte Käppele Kreis-Chef Dr. Peter Enders. (vh/PM)
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