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Pressemitteilung vom 10.03.2026
Region
Großes Interesse an Vortrag über Westerwälder Eisengusskunst in Pleckhausen
Auf großes Interesse stieß der Vortrag des Willrother Bergbauexperten und Heimatforschers Albert Schäfer im Dorfgemeinschaftshaus Pleckhausen.
Der Willrother Heimatforscher Albert Schäfer, der eine Holzmodel in der Hand hält, gilt als ausgewiesener Kenner der Geschichte der heimischen Montanindustrie. Diese Modeln, zum Teil mit biblischen Motiven, dienten als Vorlage für das Erstellen des Gussbettes der Ofenplatten. (Foto: Rolf Schmidt-Markoski)Pleckhausen. Mehr als 50 Besucher folgten aufmerksam den Ausführungen des Referenten, der unter dem Titel "Die Alte und Neue Hütte" einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte der regionalen Eisengusskunst gab. Im Mittelpunkt des anschaulichen Vortrags standen die "Alte Hütte" im Hombachtal sowie die "Neue Hütte" im Grenzbachtal, auch als Pleckhauser Hütte bekannt. Beide Anlagen gehörten einst zu den bedeutenden Stätten der Eisengussproduktion im Westerwald. Schäfer erläuterte, dass die reichen Erzvorkommen des Horhausener Spateisenstein-Gangzuges, die ausgedehnten Wälder der Region sowie die Wasserkraft der Bäche ideale Voraussetzungen für die Ansiedlung der Hütten boten.

Die dort hergestellten Produkte – insbesondere kunstvoll gestaltete Ofen- und Kaminplatten – fanden weit über die Region hinaus Abnehmer. Die Vielfalt der in Eisen gegossenen Motive, darunter auch zahlreiche biblische Darstellungen, verlieh den Erzeugnissen nicht nur praktischen Nutzen, sondern auch eine besondere kulturhistorische Bedeutung. Noch heute erinnern Fragmente einer gusseisernen Pleckhauser Kaminplatte im Dorfgemeinschaftshaus an die einstige Produktion.

Anhand zahlreicher historischer Fotografien und Abbildungen veranschaulichte Schäfer die Entwicklung von Bergbau und Hüttenwesen sowie deren Bedeutung für die Region. Die Montanindustrie sicherte über lange Zeit den Lebensunterhalt vieler Familien und trug wesentlich dazu bei, die Bevölkerung vor Armut und Hunger zu bewahren. Zugleich machte der Referent deutlich, wie viele unterschiedliche Handwerke und Gewerke an der Herstellung der kunstvollen Gussprodukte beteiligt waren.

Eröffnet wurde der Informationsabend mit Grußworten des Pleckhausener Ortsbürgermeisters Ludger Hesseler sowie von Olaf Meinhardt, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Bergbaufördervereins der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, der gemeinsam mit der Ortsgemeinde Pleckhausen zu der Veranstaltung eingeladen hatte.

Zum Abschluss des informativen Abends dankte Rolf Schmidt-Markoski vom Vorstand des Bergbaufördervereins dem Referenten für seinen ebenso fundierten wie kurzweiligen Vortrag, der bei den Besuchern großen Anklang fand. (PM)


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