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| Nachricht vom 14.03.2026 |
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| Nicole nörgelt ... über Abzocke an den Tankstellen und Tanktourismus |
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| Kaum waren die Nachrichten über die Angriffe der USA auf den Iran zu Ende verlesen, da explodierten auch schon an deutschen Tankstellen die Spritpreise, denn ganz offensichtlich hatten die Mineralölkonzerne direkt wieder Dollarzeichen in den Augen. Und dem braven Bürger treibt die Fahrt an die Tankstelle die Tränen in die Augen und den Puls in die Höhe. |
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GLOSSE! Und wen trifft es ganz besonders schmerzhaft? Richtig, die Leute, die zur Arbeit müssen und mit ihren Abgaben das System finanzieren. Wieder einmal wird der kleine Mann für die Raffgier der Konzerne bestraft, während von politischer Seite zwar hochwichtige Gremien gebildet werden, aber erstmal nichts passiert. Das Dreiste ist, dass dieser Sprit, der jetzt zu Wucherpreisen verkauft wird, ja gar nicht tagesaktuell bezogen wurde, sondern schon seit Wochen in den Tanks liegt und für viel niedrigere Preise eingekauft wurde.
Gut lachen hat jetzt der, der entweder im Homeoffice arbeiten kann oder der Einfachheit halber gar nicht arbeitet. Aber es gibt nun einmal jede Menge Leute, die zur Arbeit fahren müssen, denn die so hoch von den Politikern angepriesenen öffentlichen Verkehrsmittel fahren in ländlichen Gegenden entweder gar nicht oder höchstens einmal am Tag – und dann wahrscheinlich in die falsche Richtung. Und das Geschrei von den Leuten möchte ich nicht hören, wenn der Lieferservice, der Paketdienst, der Einzelhandel, der Friseur, die Polizei, die Feuerwehr und die Angestellten in den Krankenhäusern eben auch mal zu Hause bleiben, weil die Tankfüllung zum Luxusgut geworden ist.
Dann ist die Not aber groß, wenn keiner kommt, um den Brand zu löschen (denn auch Löschzüge brauchen Sprit) oder Oma Brömmelkamp nach ihrem Sturz zu Hause zu versorgen und abzuholen. Ach so, und online bestellen fällt übrigens auch aus, denn die Mitarbeiter in den Produktionen und den Logistikzentren und die LKW-Fahrer, die die Auslieferung übernehmen, sind leider auch nicht verfügbar. Jetzt kann man argumentieren, dass man einfach zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum nächsten Laden kommen kann. Mein Tipp in ländlichen Gegenden: Laufen Sie rechtzeitig los, damit Sie vor Einbruch der Dunkelheit wieder zu Hause sind. Aber Moment, der Laden wurde ja leider auch nicht beliefert, wo wir wieder bei den Lieferketten angekommen wären, die ebenfalls durch diese Preispolitik maximal belastet werden. Also war der Weg umsonst, denn es gibt kein frisches Brot, kein Gemüse und kein Fleisch. Blöd gelaufen und auch noch umsonst!
Was bleibt also dem armen, arbeitenden Menschen, der gezwungenermaßen zur Arbeit fahren muss? Der Tanktourismus nach Luxemburg, Tschechien und zu unseren anderen europäischen Nachbarn, wo die Sache mit der Preisregulation offensichtlich besser klappt als bei uns in Deutschland. In diesen Ländern sind Mehrwertsteuer, Energiesteuer und CO2-Abgabe nun einmal niedriger als hier. Rechnet man die Gewinnspanne der Konzerne (die Tankstellen selbst verdienen fast nichts am Sprit) dazu, dann wird der Preis hier ordentlich in die Höhe getrieben. Der Besuch der Tankstelle im Nachbarland kommt natürlich nur für die Glücklichen in Frage, die in Grenznähe wohnen. Hier sollten sich allerdings allen, die Klimaschutz und Nachhaltigkeit predigen, gewaltig die Haare sträuben. Denn man kann nicht Wasser predigen und Wein trinken. In Deutschland werden eine CO2-Abgabe und eine Energiesteuer eingeführt, um die Bürger dazu zu bewegen, weniger zu fahren, gleichzeitig zwingt man die Leute aber regelrecht, mehr zu fahren, weil sie sich das Tanken im eigenen Land nicht leisten können. Wäre es nicht so traurig, müsste man glatt drüber lachen. Der arbeitende Bürger soll sparen, um den Sozialstaat zu finanzieren, aber wenn er selbst wie eine Zitrone ausgequetscht wird, dann fühlt sich ganz plötzlich niemand mehr zuständig.
In diesem Sinne, liebe Politiker, haben Sie doch einfach mal einen Hintern in der Hose und hauen den Preistreibern und Mineralölkonzernen wegen der unlauteren Preispolitik ordentlich auf die Finger. Sonst könnte der Eindruck entstehen, dass Ihnen die Bürger, die das System seit Jahrzehnten tragen, offensichtlich doch nicht wichtig sind, wie es im Wahlkampf gerne gepredigt wird.
Ihre Nicole
Definition einer Glosse
Als Glosse wird ein kurzer journalistischer Text bezeichnet, in dem sich der Autor mit aktuellen Nachrichten auf satirische Art und Weise auseinandersetzt. Die Themen einer Glosse können sowohl gesellschaftlich wichtig als auch witzig oder kurios sein.
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| Nachricht vom 14.03.2026 |
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| Quelle: 1773493272 |
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