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Nachricht vom 11.03.2026
Ratgeber
Wohnmobil fit für die Saison: Diese Checks sind nach der Winterpause Pflicht
RATGEBER | Nach Monaten im Winterschlaf braucht jedes Wohnmobil eine gründliche Inspektion, bevor es wieder auf die Straße darf. Der ACV Automobil-Club Verkehr zeigt, welche Kontrollen wirklich wichtig sind – von Reifen über Gasanlage bis zur Bordelektrik.
Symbolfoto (KI generiert)Außenreinigung und Sichtprüfung
Zu Beginn steht eine gründliche Reinigung, idealerweise in einer SB-Waschanlage. Dabei sollte der Wasserdruck nicht zu hoch eingestellt werden, um Lack, Kunststoffteile oder Lüftungsgitter nicht zu beschädigen. Ein mildes Reinigungsmittel löst Schmutz und Salzrückstände, die sich über den Winter angesammelt haben.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Windschutzscheibe, Dach, Unterboden und Radkästen. Beim Reinigen lohnt sich außerdem ein Blick auf Rahmen und tragende Teile, um Rost oder Korrosion frühzeitig zu erkennen. Markise, Dachaufbauten und andere Anbauteile sollten auf Beschädigungen geprüft und einmal getestet werden. Abschließend empfiehlt sich die Pflege der Gummidichtungen an Türen und Fenstern.

Innenraum und Wassersystem startklar machen
Auch wenn das Wohnmobil vor der Winterpause gereinigt wurde, lohnt sich vor der ersten Fahrt eine erneute Kontrolle. Möbel, Polster und Stauräume sollten von Staub und Schmutz befreit werden, Küche, Kühlschrank und Bad gründlich gereinigt werden.

Die Dichtungen der Campingtoilette sollten geprüft werden. Frisch- und Abwassertanks sollten nach längerer Standzeit gespült und desinfiziert werden. Anschließend empfiehlt sich ein Nachspülen mit klarem Wasser. Leitungen, Armaturen und Wasserpumpe sollten auf mögliche Frostschäden überprüft werden. Tropfstellen, Druckverlust oder ungewöhnliche Geräusche können Hinweise auf Undichtigkeiten sein. Gegebenenfalls eingesetzte Wasserfilter sollten ebenfalls überprüft werden.

Zusätzlich sollten Stauräume, Polster und Ecken auf Feuchtigkeit oder Schimmel kontrolliert werden. Während der Reinigung hilft gründliches Lüften, um das Fahrzeug vollständig zu trocknen.

Reifen, Bremsen und Flüssigkeiten prüfen
Nach längerer Standzeit zählen Reifen zu den häufigsten Schwachstellen. Wichtig sind Profiltiefe, Luftdruck und Alter der Reifen. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Restprofil. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt der ACV bei Sommerreifen mindestens drei Millimeter, bei Winter- und Ganzjahresreifen mindestens vier Millimeter, um bei Nässe eine sichere Fahrt zu gewährleisten und das Risiko von Aquaplaning zu verringern.
Das Alter lässt sich an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Ab etwa sechs Jahren sollten Reifen kritisch geprüft werden. Bei Tempo-100-Gespannen dürfen sie maximal sechs Jahre alt sein.

Zusätzlich sollten folgende Flüssigkeiten kontrolliert werden: Motoröl, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit und Scheibenwischwasser.

Auch die Bremsanlage sollte geprüft werden. Nach längerer Standzeit kann sich Flugrost auf den Bremsscheiben bilden. Ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen bei einer Probefahrt sollten ernst genommen werden.

Batterie und Bordelektrik testen
Starter- und Aufbaubatterie verlieren während der Winterpause häufig an Leistung. Daher sollte der Ladezustand geprüft und bei Bedarf nachgeladen werden.

Ebenso empfiehlt sich ein Test der gesamten Bordelektrik. Dazu zählen Innen- und Außenbeleuchtung, 12-Volt-Anlage, Steckdosen, Ladegerät und Hupe. Bei entsprechender Ausstattung sollten auch Solaranlage, Wechselrichter und Klimaanlage überprüft werden. Landstromkabel, Sicherungen und der FI-Schutzschalter sollten ebenfalls kontrolliert werden. Bei Sicherungen und Leitungen empfiehlt sich eine Prüfung auf sichtbare Schäden.

Gasanlage und Sicherheitsausstattung
Gasbetriebene Geräte wie Heizung, Kocher oder Kühlschrank müssen einwandfrei funktionieren. Für Wohnmobile und Wohnwagen mit fest verbauter Flüssiggasanlage ist die Gasprüfung seit dem 19. Juni 2025 alle zwei Jahre vorgeschrieben. Die Prüfpflicht ergibt sich aus § 60 StVZO und gilt unabhängig von der Hauptuntersuchung.

Schläuche, Druckminderer und Anschlüsse sollten auf sichtbare Schäden geprüft werden. Ebenso wichtig ist die Abschaltsicherung der Gasgeräte. Erlischt die Flamme, muss die Gaszufuhr automatisch unterbrochen werden.

Auch die Sicherheitsausstattung gehört zum Check: Verbandskasten, Warndreieck, Warnwesten sowie Rauch- oder CO-Melder und ein Feuerlöscher sollten vollständig und funktionsfähig sein.

Gewicht und Beladung beachten
Das zulässige Gesamtgewicht ist in der Zulassungsbescheinigung unter F1 angegeben, das Leergewicht unter G. Die Differenz ergibt die mögliche Zuladung.

Da optionales Zubehör häufig nicht im Leergewicht enthalten ist, kann eine Kontrolle auf einer öffentlichen Waage sinnvoll sein. Schwere Gegenstände sollten möglichst tief und nahe der Fahrzeugmitte verstaut werden. Überladung kann Bußgelder nach sich ziehen und die Fahrstabilität beeinträchtigen.

Hauptuntersuchung im Blick behalten
Wohnmobile bis 3,5 Tonnen müssen erstmals nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate zur Hauptuntersuchung. Wohnmobile von 3,5 bis 7,5 Tonnen müssen in den ersten sechs Jahren alle zwei Jahre, ab dem siebten Jahr jährlich zur HU. Für Wohnmobile über 7,5 Tonnen gilt der jährliche Rhythmus.

Checkliste vor der ersten Tour
Vor der ersten größeren Tour sollten geprüft werden: Außenreinigung und Dichtungen, Innenraum und Wassersystem, Reifen, Luftdruck und Alter, Bremsen und Flüssigkeiten, Batterien und Bordelektrik, Gasanlage und Prüfstatus, Gewicht und Beladung sowie der HU-Termin.

Eine kurze Probefahrt rundet den Wohnmobil-Check ab. Dabei lassen sich Bremsverhalten, Lenkung und Fahrstabilität überprüfen.

Besonderheiten bei Wohnwagen-Gespannen
Bei Wohnwagen-Gespannen ist zusätzlich die Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger zu prüfen. Dazu gehören Anhängerkupplung, Steckverbindung, Auflaufbremse und Abreißseil. Auch eine gegebenenfalls vorhandene Antischlingerkupplung sollte kontrolliert werden.
Wichtig sind außerdem die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs und die vorgeschriebene Stützlast. Beide Werte müssen eingehalten werden. (prm)
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