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| Nachricht vom 23.03.2026 |
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| Zweite Tiersegnung in Herschbach fand regen Zuspruch |
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| In einer immer härter werdenden Zeit, mit zunehmender Unmenschlichkeit in vielen Bereichen, gesellschaftlich und politisch, finden viele Menschen Halt und Vertrauen zu Tieren. Tiere sind in der Lage, mit ihren Besitzern eine emotionale Bindung einzugehen, können Liebe und Treue empfinden und sie können ihrem Menschen geduldig zuhören. |
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Herschbach. Aus all diesen Gründen werden Tiere in vielen Fällen als vollwertige Familienmitglieder gesehen, mit allen Rechten und Pflichten. Auch Menschen, die speziell im Alter häufig allein leben, finden in der Gemeinschaft mit Tieren ein Lebewesen, das mit ihnen Freud und Leid teilt. In der katholischen Kirche wurde Franz von Assisi sogar als Schutzpatron der Tiere heiliggesprochen.
Die katholische Kirchengemeinde St. Anna in Herschbach/Uww führte aus diesen Gründen zum zweiten Mal eine Tiersegnung durch, nachdem diese bereits im März 2025 von Erfolg gekrönt war. Die Resonanz war so positiv, dass der Wunsch nach einer Neuauflage laut wurde. Schnell stand fest, dass eine zweite Tiersegnung unumgänglich ist und so folgte die Einladung zum gestrigen Sonntag (22.März).
Bei herrlichem Sonnenwetter fanden sich viele Menschen mit ihren geliebten Vierbeinern auf dem großen Parkplatz In der Laurentiusallee ein. Dort war ein kleines Zelt aufgebaut als Zentrum der Tiersegnung. Davor tummelte sich allerhand Getier, in der Überzahl waren es Vierbeiner, Hunde, Pferde, sowie Katzen, die in Boxen mitgebracht wurden. Es war schön anzusehen, dass die freilaufenden Hunde allesamt friedlich gestimmt waren, mit lautem Bellen ihre Artgenossen begrüßten und sich dann spielerisch jagten. So war alles bestens vorbereitet, um eine schöne Tiersegnung zu feiern, bei dem die Lieblinge des Menschen im Mittelpunkt standen.
Die "Jagdhornbläser Dreiherrenstein" begleiteten die Tiersegnung
Pfarrer Michael Weber zelebrierte den unterhaltsamen Gottesdienst, immer wieder begleitet vom freudigen Gebell der Hunde. Bevor der Gottesdienst begann, stimmten die "Jagdhornbläser Dreiherrenstein" die Besucher auf die Tiersegnung ein. Mit insgesamt sechs Bläsern (zwei Parforcehörner und vier Fürst Plesshörner) spielten sie unter anderem die "Hubertusmesse Sanktus" und am Ende der Tiersegnung "Großer Gott wir lieben dich". Pfarrer Weber begrüßte die Besucher mit ihren Tieren und zeigte sich sichtlich erfreut über die große Resonanz der Tiersegnung. In Gebeten und der Fürbitte schloss Pfarrer Weber alle Tiere der Welt ein und erinnerte eindringlich an die Not und das Elend, welchem Tiere häufig ausgesetzt sind und ihnen großes Leid zugefügt wird. Es folgte eine Lesung aus der Bibel von "Genesis", in der das Entstehen der Erde und der Lebewesen beschrieben wird.
Anschließend nahm Pfarrer Weber die Segnung der Tiere vor, dabei besprühte er die Tiere mit Weihwasser. Sehr emotional war der Moment, als eine sichtlich trauernde Besucherin ein Hundegeschirr, das ihrem erst kürzlich verstorbenen Hund gehörte, von Pfarrer Weber segnen ließ.
Die Tiersegnung brachte Menschen zusammen
Der beeindruckende Gottesdienst endete mit dem gemeinsam gesprochenem "Vater unser" und dem Segen. Im Anschluss löste sich die Tiersegnung nicht sofort auf, viele Besucher blieben mit ihren Lieblingen noch vor Ort und kamen bei Kuchen und Kaffee ins Gespräch. wobei ihre Lieblinge im Mittelpunkt standen.
Bei diesen Gesprächen lernte der Autor dieses Artikels auch Karin und Rita kennen, die beide mit ihren Hunden an der Tiersegnung teilnahmen. Karin, die in Unkel am Rhein lebt, kam extra nach Herschbach, um ihren Hund segnen zu lassen, da es in ihrem Heimatort und der Umgebung diese Möglichkeit nicht geben würde. So konnte Karin zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn sie nutzte den Besuch in Herschbach auch dazu, um mal wieder ihre Cousine Rita zu besuchen, die in Herschbach lebt und ebenfalls stolze Hundebesitzerin ist.
Für Kaffee und Kuchen war eine Spendenbox aufgestellt, deren Inhalt in Kürze dem Tierheim in Ransbach-Baumbach übergeben werden soll. Die Tiersegnung wird von vielen Menschen genutzt, weil diese auch einfach ein gutes Gefühl für ihre Lieblinge vermittelt. Der freundliche Umgang, auch mit fremden Tierhaltern, bewies einmal mehr, dass Menschen, die ihr Tier lieben, eine hohe soziale Einstellung haben und dabei häufig unbewusst, dem Gedanken von Franz von Assisi folgen. (Wolfgang Rabsch)
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| Nachricht vom 23.03.2026 |
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| Quelle: 1774227600 |
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