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Pressemitteilung vom 11.04.2026
Region
Zunehmende UV-Strahlung: Frühzeitiger Schutz wird für die Gesundheit wichtiger
Die Intensität der ultravioletten Strahlung in Mitteleuropa nimmt seit Jahren messbar zu und erhöht damit die Risiken für die menschliche Gesundheit. Da diese Strahlung als Hauptursache für Krebserkrankungen der Haut gilt, rücken präventive Maßnahmen verstärkt in den Fokus. Experten raten nun dazu, den Sonnenschutz nicht mehr allein auf die Sommermonate zu beschränken.
Symbolbild. (KI-generiert)Dortmund. In den vergangenen Jahrzehnten verzeichnete die ultraviolette Strahlung in Mitteleuropa eine deutliche Zunahme. Das Bundesamt für Strahlenschutz stützt diese Aussage auf aktuelle Messdaten, die eine steigende Gefahr für gesundheitliche Schäden belegen. Da die UV-Strahlung die Hauptursache für die Entstehung von Hautkrebs darstellt, gewinnen Schutzmaßnahmen im Alltag massiv an Bedeutung. Dieser Schutz ist nicht mehr nur im Hochsommer erforderlich, sondern bereits im Frühjahr dringend anzuraten.

Ergebnisse aktueller Strahlungsmessungen
Für eine entsprechende Studie wurden UV-Daten von speziellen Messstationen in Dortmund und im Raum Brüssel über einen langen Zeitraum erhoben und ausgewertet. Die Analyse zeigt, dass die monatliche UV-Strahlung zwischen 1997 und 2022 in Dortmund um mehr als zehn Prozent angestiegen ist. Im Raum Brüssel wurde im gleichen Zeitraum sogar ein Zuwachs von nahezu zwanzig Prozent verzeichnet. Angesichts der Tatsache, dass UV-Strahlung maßgeblich für Hautkrebs verantwortlich ist, bewerten Experten diese Ergebnisse als besorgniserregend. Das maligne Melanom gilt dabei als eine der aggressivsten Formen dieser Erkrankung. Im Jahr 2023 erkrankten rund 27.500 Frauen und Männer in Deutschland, während über 3.100 Menschen an den Folgen starben.

Ursachen für die steigende Strahlungsintensität
Als wichtigste Ursache für die höheren Werte benennen Forscher Veränderungen in der Bewölkung. Es wird eine Zunahme der Sonnenscheindauer beobachtet, die möglicherweise auf den weltweiten Klimawandel zurückzuführen ist. Wenn Wolken weniger dicht sind oder seltener auftreten, kann mehr Sonnenstrahlung ungehindert bis zur Erdoberfläche durchdringen. Langfristige Aufzeichnungen des Wetters belegen zudem, dass die Zahl der Sonnenstunden in Deutschland seit den 1950er-Jahren deutlich zugenommen hat. Dadurch verlängert sich die Zeitspanne, in der Menschen der schädlichen Strahlung direkt ausgesetzt sind. In diesem Frühjahr zeigt sich zudem ein besonderes Phänomen: Die Ozonschicht in der Arktis, die als natürlicher Schutzfilter fungiert, ist erheblich dünner als gewöhnlich. Ausläufer dieses Prozesses führen dazu, dass auch über Europa ozonärmere Luftmassen liegen, wodurch mehr Strahlung die Erde erreicht.

Empfehlungen für einen konsequenten Schutz
Ein bewusster Umgang mit der Strahlung und ein dem jeweiligen Hauttyp angepasster konsequenter Sonnenschutz sind daher unerlässlich. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, diese Maßnahmen bereits ab dem Frühjahr anzuwenden. Dies gilt ausdrücklich auch bei bedecktem Himmel oder wechselhafter Witterung. Susanne Weg-Remers vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums betont, dass regelmäßiges Eincremen allein nicht ausreicht. Starke Sonne sollte vor allem in den Mittagsstunden gemieden werden. Schützende Kleidung, eine Kopfbedeckung sowie eine Sonnenbrille gelten als unverzichtbar. Ein besonderes Augenmerk muss dem Schutz von Babys und Kindern gelten. Die Haut speichert dauerhaft jeden erlittenen Schaden, auch wenn ein Sonnenbrand scheinbar verheilt ist. Spätfolgen wie Hautkrebs können somit noch nach vielen Jahren auftreten.

Zusätzliche gesundheitliche Risiken durch UV-Licht
Neben der Gefahr von Hautkrebs existieren weitere schwerwiegende und schmerzhafte Schäden durch ultraviolettes Licht. Dazu zählen Verbrennungen mit Blasenbildung, klassischer Sonnenbrand, Hautrötungen und Juckreiz. In schweren Fällen können Fieber und Kreislaufbeschwerden auftreten. Auch Sonnenallergien mit Quaddeln und Bläschen sind möglich. Die Augen können durch Hornhaut- und Bindehautentzündungen sowie Linsentrübungen geschädigt werden. Zudem beschleunigt die Strahlung die Hautalterung, was sich in Pigmentstörungen, Faltenbildung und Austrocknung der Haut äußert.

Orientierung durch den UV-Index
Der tägliche UV-Index gibt Auskunft über die erwartete Stärke der Strahlung am Boden. Die Werte reichen von 1 bis 11 und beschreiben entweder Spitzenwerte oder den Verlauf über den Tag. Ein höherer Wert bedeutet eine stärkere UV-Belastung und ein schnelleres Risiko für sofortige oder langfristige Schädigungen der ungeschützten Haut. Informationen zum Index finden sich in Wetter-Apps, auf Webseiten oder direkt beim Bundesamt für Strahlenschutz. Bereits ab einem Wert von 3 werden Schutzmaßnahmen wie Eincremen, das Tragen von Kleidung und das Meiden der Mittagssonne dringend empfohlen.

Informationsangebote und Forschungseinrichtungen
Fragen zum Thema Krebs beantworten Experten täglich von 8 bis 20 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800-4203040 oder per E-Mail unter krebsinformationdienst@dkfz.de. Ausführliche Informationen zu Schutzmaßnahmen sind auf der entsprechenden Webseite verfügbar. Der Krebsinformationsdienst ist zudem über WhatsApp erreichbar. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg ist mit über 3.000 Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung des Landes. Hier wird intensiv an der Entstehung von Krebs, Risikofaktoren und neuen Präventionsstrategien gearbeitet. Ziel ist es, Tumoren präziser zu diagnostizieren und Patienten erfolgreicher zu behandeln.

Um Forschungsergebnisse schnell in die klinische Praxis zu überführen, betreibt das Forschungszentrum gemeinsam mit Universitätskliniken verschiedene Translationszentren. Dazu gehören das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen an sechs Standorten und das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung an acht Standorten. Weitere wichtige Einrichtungen sind das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg, das Helmholtz-Institut für translationale Onkologie in Mainz sowie das DKFZ-Hector Krebsinstitut in Mannheim. Das Nationale Krebspräventionszentrum wird gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe geführt, um die Chancen für Patienten deutschlandweit zu verbessern. (PM/bearbeitet durch Red)
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