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| Nachricht vom 13.04.2026 |
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| "Die Station" erwacht: So soll die schrittweise Eröffnung am Bahnhof Au (Sieg) aussehen |
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| In wenigen Tagen geschieht das, was man für viele Jahre kaum für möglich gehalten hat: Das Leben kehrt zurück ins Bahnhofsgebäude in Au (Sieg). Die Macher rund um die Initiative "Wir-Dorf" haben eine "schrittweise Eröffnung" angekündigt. |
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Au (Sieg). Was von Bahnreisenden und Pendlern vermutlich am meisten herbeigesehnt wurde, soll ab dem kommenden Wochenende Wirklichkeit werden: Am Bahnhof gibt es wieder Toiletten und sogar ein Café. "Die Siebträger-Maschine steht und läuft, die Wände sind gestrichen, die Theken-Platte geölt", heißt es im Newsletter der "Station". Der Café-Testbetrieb startet demnach am Freitag, 17. April, um 11 Uhr - "sodenn der Sachverständige, der am Morgen desselben Tages unsere Elektro-Planung-und-Umsetzung freizeichnen soll, dann auch bitte seinen Daumen hebt". Wenn alles nach Plan läuft, gibt es zunächst am 17., 18. und 19. April im Stationscafé Kuchen, belegte Brote und weitere süße Kreationen sowie Kaffee mit Kuh- und Hafermilch. Danach soll das Café zunächst jeden Donnerstag und Freitag und jedes zweite Wochenende zwischen 11 und 18 Uhr öffnen. "Wir testen", betont das Team rund um Café-Leitung Sarah bewusst: "Tage, Zeiten, Produkte, Workflows, Arbeitsbeziehungen, sogar Preise und Gehälter". Sie wollen es langsam angehen lassen, "damit wir Zeit und Raum haben, um zu lernen". Erweiterte Öffnungszeiten sollen nach und nach ab Mai 2026 folgen, auch ein Mittagstisch wird in Aussicht gestellt.
Um diesen Schritt gebührend zu begleiten, war zunächst eine große Eröffnungsfeier "mitsamt dem geplanten Trubel auf dem Bahnhofsvorplatz" für den 16. April angedacht. Die musste jedoch auf den Sommer verschoben werden. Der Grund ist die fehlende bauliche Abnahme, die erst am 17. April erfolgt.
Verstärkung für das Kiosk-Team gesucht
Neben dem Café wird es zudem einen Kiosk am Bahnhof Au geben, eine Art "Fenster zum Gleis". Dafür werden aktuell noch Mitarbeiter gesucht - vorzugsweise Menschen, die gerne am frühen Morgen schon motiviert und einsatzbereit sind. Möglich ist das im Ehrenamt oder in Anstellung.
Einbringen können sich Interessierte auch weiterhin bei der Gestaltung der Toilettenräume. Denn am Bahnhof Au wird nicht einfach nur die Keramik aufgestellt, sondern seit Monaten entsteht hier ein wahres Kunstwerk: An den Wänden wird eine Kunst-Installation in Form eines Mosaiks unter dem Motto "Hommage an das Wasser" zu sehen sein. "An unserem Café-Eröffnungswochenende hast Du ein letztes Mal die Chance, Dich in unseren Bahnhofstoiletten mit Deinem Kunstwerk zu verewigen", liest man dazu im Newsletter.
Ausstellung zur Eröffnung
Während man am Bahnhof Au nach vielen Jahren Leerstand wieder Richtung Zukunft blickt, können Besucher gleichzeitig einen Blick in die Vergangenheit werfen. Mit der Eröffnung am 17. April startet die Ausstellung mit Bildern des Fotografen Helmut Kiessling. "Eine Rücksch Au auf eine Zeit als der Bahnhof in Au (Sieg) noch ein lebendiger Ort gewesen ist. ‚Der Hauptbahnhof vom Westerwald‘ in Windeck. Eine Zeitreise. Eine Würdigung. Eine Vision. Dieser Ort war einmal voller Bewegung - jetzt ist er es wieder. Die Lebendigkeit kehrt dahin zurück, wo sie mal zu Hause war", lautet die Beschreibung. "Nichts liegt näher als das zweite Leben dieses Dritten Ortes mit dem Blick durch Helmuts Augen zu beginnen. Niemand kennt den Ort, seine Menschen und seine Geschichte besser als der Zeit und Augenzeuge Helmut Kiessling."
Von der Idee zur "Station"
"Die Station" ist entstanden aus der Initiative "Wir-Dorf", ursprünglich ein LEADER-Projekt der Lokalen Aktionsgruppe Westerwald-Sieg und Teil eines EU-Förderprogramms zur Stärkung ländlicher Räume. Ziel des "Wir-Dorfs" war von jeher die Schaffung lebendiger Begegnungsorte im ländlichen Raum. Anfang des Jahres 2024 war das Projekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen als einer von 28 "Dritten Orten" ausgewählt worden, mit denen das Land "in ländlichen Räumen (…) die Entwicklung kultureller Begegnungsorte und ihren nachhaltigen Betrieb" unterstützt. Damit verbunden waren zunächst für die einjährige Konzeptphase Fördermittel in Höhe von 50.000 Euro; seit April 2025 fließen bis zum Jahr 2028 weitere 450.000 Euro für die Umsetzung. Im März 2025 gaben die Initiatoren des "Wir-Dorf" bekannt, aus dem Bahnhof "Die Station" machen zu wollen: Ein Ort, der von der Mitgestaltung der Gemeinschaft lebt.
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