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| Nachricht vom 14.04.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Gefährliche Gartenhelfer: Mähroboter bedrohen Igel in Rheinland-Pfalz |
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| Mähroboter sind praktische Helfer im Garten, doch für Igel stellen sie eine erhebliche Gefahr dar. Besonders in den Abend- und Nachtstunden kann es zu schweren Verletzungen kommen. Ein bundesweites Nachtfahrverbot könnte helfen, die Tiere besser zu schützen. |
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Mainz. Mähroboter können für Igel eine tödliche Bedrohung darstellen, insbesondere wenn sie spätabends und nachts eingesetzt werden. Da Igel vor allem in der Dämmerung aktiv sind, setzen ihnen die scharfen Klingen der Geräte erheblich zu. Jan Wolfmüller vom Verein Igelfreunde Rhein-Pfalz in Bobenheim-Roxheim berichtet von schlimmen Verletzungen: "Entweder ist die Nase ab oder man hat einen ziemlich klaren Cut an der Stelle, wo die Klinge war." Die meisten verletzten Tiere können nicht gerettet werden und sterben oft an Infektionen. Obwohl die gemeldeten Fälle gering sind, gibt es eine hohe Dunkelziffer. "Und klar ist: Jeder Fall ist einer zu viel", betont Wolfmüller.
Zwölf Tier-, Natur- und Artenschutzorganisationen fordern nun ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter und haben sich in einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) gewandt. Städte wie Augsburg, Bayreuth, Köln und Leipzig haben bereits entsprechende Verbote erlassen, und auch Mainz plant für 2025 eine Allgemeinverfügung. Sonja Gärtner vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Mainz erklärt: "Der Verzicht auf den nächtlichen Einsatz von Mährobotern leistet einen einfachen und wirksamen Beitrag zum Schutz dieser besonders geschützten Art."
Die Weltnaturschutzunion listet den Igel seit 2024 als "potenziell gefährdet". Der Deutsche Tierschutzbund sieht darin ein dringendes Warnsignal. Ein bundesweites Verbot von Mährobotern während der Nachtzeit könnte das Risiko für zahlreiche Igel deutlich senken. Neben dem BUND unterstützen auch der Deutsche Tierschutzbund, WWF Deutschland und der Deutsche Naturschutzring diese Forderung.
Ein solches Verbot würde auch anderen Arten wie Erdkröten und Gartenschläfern zugutekommen. Allerdings sieht Wolfmüller Herausforderungen bei der Durchsetzung eines solchen Verbots, hält es aber dennoch für ein wichtiges Signal. Er weist darauf hin, dass viele Igel auch durch Zäune oder Kellerschächte verletzt werden und der Straßenverkehr eine der größten Gefahren darstellt, da jährlich Tausende Igel im Verkehr sterben. (dpa/bearbeitet durch Red) |
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| Nachricht vom 14.04.2026 |
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