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Pressemitteilung vom 18.04.2026
Region
Neitersen blickt auf 10 Jahre Fairtrade und engagierte Helfer
In Neitersen stand ein besonderes Jubiläum im Mittelpunkt eines Abends im Kino Wiedscala. Die Stadt blickt auf eine langjährige Entwicklung im fairen Handel zurück. Dabei wurde deutlich, wie stark Engagement und Bewusstsein in der Region gewachsen sind.
Nahezu 100 Besucher füllten den Saal der Wiedscala als es hieß, den fairen Handel in Altenkirchen und Umgebung zu präsentieren. Ein eindrucksvoller und professionell erstellter Filmbeitrag brachte authentisch rüber, wie fairer Handel in unserer Region gelebt wird. (Foto: Werner Klak)Neitersen. Auf zehn Jahre Fairtrade blickte Stadtbürgermeister Ralf Lindenpütz am Freitagabend (17. April 2026) im Kino der Wiedscala zurück. Er hob hervor, dass der faire Handel in der Stadt und der Umgebung aktiv gelebt wird und auf einem breiten Engagement basiert. Lindenpütz selbst ist seit sieben Jahren im Amt und setzt sich intensiv für dieses Thema ein.

Für die Auszeichnung als "Fairtradestadt" müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu zählen mindestens drei Geschäfte und zwei Restaurants, die Produkte aus fairem Handel anbieten. Ziel ist es, bessere Bedingungen für Produzenten zu schaffen und wirtschaftliche Ungleichgewichte zu reduzieren.

Strukturen und Herausforderungen
Eine zentrale Problematik im globalen Handel zeigt sich in der Verteilung der Erlöse. Häufig erhalten Produzenten nur einen kleinen Anteil am Verkaufspreis. Als Beispiel wurde genannt, dass bei einem Endpreis von drei Euro lediglich etwa 48 Cent beim Hersteller ankommen. Von diesem Betrag müssen Kosten gedeckt sowie Abgaben entrichtet werden.

Der faire Handel setzt hier an, indem er direkte Handelsbeziehungen fördert und Zwischenhändler reduziert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Produzenten ein Einkommen erzielen, das ihre wirtschaftliche Existenz sichert und faire Arbeitsbedingungen ermöglicht.

Engagement vor Ort
Lindenpütz dankte den rund 20 Ehrenamtlichen, die sich in Neitersen für den fairen Handel einsetzen. Insgesamt identifizieren sich 28 Betriebe in der Region mit diesen Prinzipien. Auch im Bildungsbereich zeigt sich das Engagement, etwa durch faire Kindertagesstätten in Altenkirchen.

Der Titel "Fairtradestadt" wird regelmäßig überprüft und alle zwei Jahre durch eine Rezertifizierung bestätigt. In Deutschland tragen aktuell 938 Städte diese Auszeichnung. Dies zeigt die wachsende Bedeutung des Themas auf nationaler Ebene.

Einblicke und Diskussionen
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch auf wirtschaftliche Herausforderungen hingewiesen. Vertreter aus kleinen Betrieben berichteten, dass Abgaben häufig einen erheblichen Kostenfaktor darstellen. Gleichzeitig gibt es Hinweise auf problematische Arbeitsbedingungen in einzelnen Branchen.

Zu den Gästen des Abends zählte Dr. Jutta Ulmer, die aus Frankfurt angereist war und als wichtige Persönlichkeit im Bereich des fairen Handels gilt. Im vergangenen Jahr wurde zudem das 50-jährige Bestehen der Fairtrade-Bewegung in Deutschland gefeiert.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Filmvorführung über Uganda, Kenia und Tansania. Die Eindrücke aus Ostafrika vermittelten Einblicke in Lebensrealitäten und die Bedeutung eines gerechten Handels. Die musikalische Untermalung sorgte für eine besondere Atmosphäre und rundete den Abend ab. (PM/bearbeitet durch Red)
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