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Nachricht vom 19.04.2026
Rheinland-Pfalz
Sicherheit im Wald: Förster warnt vor Gefahren in Rheinland-Pfalz
Wandern, Joggen oder Spazierengehen im Wald von Rheinland-Pfalz kann erholsam sein, birgt jedoch auch Risiken. Förster Martin Teuber mahnt zur Achtsamkeit und Eigenverantwortung.
Sichere Wege im Wald. Foto: Andreas Arnold/dpaJakobsweiler. Zweimal jährlich überprüft Förster Martin Teuber das Revier Dannenfels im Donnersbergkreis auf Sicherheit. Dabei achtet er besonders auf gefährliche herunterhängende Äste und Bäume mit Totholz, die umstürzen könnten. "Die Menschen sollen sich im Wald wohlfühlen, ihn zur Erholung nutzen und die Natur beim Wandern genießen", sagt der Revierleiter. "Es geht aber auch um Eigenverantwortung." Waldbesitzer können nicht jeden toten Baum entfernen - das Betreten des Waldes erfolgt auf eigene Gefahr.

"Im Wald nehme ich das Risiko in Kauf, dass mir ein Ast auf den Kopf fallen kann", warnt der 60-Jährige. Der Klimawandel setzt den Bäumen zu, insbesondere Buchen und Fichten leiden unter Wassermangel und sterben ab. Diese Bäume fallen nun vermehrt um, was das Risiko erhöht.

Gesetzlich müssen Waldbesitzer an öffentlichen Straßen und stark frequentierten Plätzen wie Hütten und Spielplätzen für Sicherheit sorgen. Für Waldwege gilt das nicht - hier sind waldtypische Gefahren wie Wurzeln und Steine zu beachten. Im Revier Dannenfels müssen jährlich 80 bis 100 Bäume gefällt werden, die eine Gefahr darstellen.

Teuber betont die Wichtigkeit eines pragmatischen Ansatzes bei der Sicherheit. Bei zu vielen beschädigten Bäumen in der Nähe einer Bank wird diese einfach versetzt. Schwieriger ist es bei Veranstaltungen wie Volksläufen, wo laut Waldgesetz zahlreiche Bäume hätten gefällt werden müssen. Solche Events wurden nach Diskussionen abgesagt. Teuber kritisiert das Bundeswaldgesetz und fordert Änderungen.

Rheinland-Pfalz gehört mit über 43 Prozent Waldanteil zu den waldreichsten Bundesländern. Die Landesforstverwaltung betreut die meisten Flächen, während rund 27 Prozent privat sind. Mit mehr als 6.000 Kilometern Wanderwegen bietet das Land vielfältige Möglichkeiten zum Erkunden der Natur. Zu den bekanntesten Wegen zählen der Rheinsteig, Moselsteig und Pfälzer Weinsteig. (dpa/bearbeitet durch Red)
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