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Nachricht vom 22.04.2026
Region
Quengelbach-Aue: Überdimensionale Bank erhält Fliesen aus vieler Menschen Hände
Die Aufwertung der Quengelbach-Aue zwischen Start-/Endpunkt am Parc de Tarbes und der B-8-Brücke über das kleine Gewässer in Altenkirchen ist längst beschlossene Sache. Die Stadt möchte unter dem Motto „Das blaue Band“ die Freizeit- und Aufenthaltsqualität vor allem parallel zum Fachmarktzentrum am linken Bachufer erhöhen. Das erste große Projekt ist „in der Mache“.
Auch erwachsene „Handwerker“ waren gefordert, um die Kacheln zu gestalten. (vh)Altenkirchen. Die Umgestaltung des Altenkirchener Weyerdamms ist mit dem Bau und der Eröffnung des Fachmarktzentrums (FMZ) in weiten Teilen beendet. Für die Aufwertung des Stadtbildes rückt final noch die Umgestaltung der Quengelbach-Aue (linkes Ufer in Fließrichtung) vor allem parallel zum Dammweg in den Fokus. Als erstes großes und sichtbares Projekt wird eine rund sieben Meter lange und halbrund geformte Sitzbank ihren Standort in der Nähe des stillgelegten Brunnens am Start- und Endpunkt des Parc de Tarbes Realität. Das noch aus Beton zu gießende und wahrlich überdimensionale „Möbelstück“ wird mit Fliesen auf der Sitzfläche und an der Rückenlehne verkleidet. Ein erster Teil der sehr unterschiedlich in Form und Größe daherkommenden tönernen Kacheln wurde am Dienstag (21. April) und Mittwoch (22. April) in einem, in die Stadthalle verlagerten Atelier der Jugendkunstschule (Jukusch) zum Leben erweckt. Sowohl interessierte Laien als auch Schüler der Erich-Kästner-Grundschule und der August-Sander-Realschule plus (Klasse 11 der Fachoberschule mit dem Schwerpunkt „Gestaltung“) legten Pinsel und Ritzwerkzeug an, um die kleinen Flächen jeweils nach eigenem Gusto zu gestalten. Wie viele dieser „Scherben“ letztendlich benötigt werden, um das Vorhaben komplett umzusetzen, vermochte Tanja Corbach, die gemeinsam mit Axel Weigend die Jukusch leitet, noch nicht zu beziffern. Es handele sich immerhin um 12 bis 13 Quadratmeter, die verziert werden müssten, wobei, analog zur Überschrift der Idee („Das blaue Band“), die Farbe blau die Stücke dominieren solle. Während des Stadtfestes am ersten Mai-Wochenende bestehe am Stand des Hauses Felsenkeller sonntags erneut die Möglichkeit, Einzelteile für das Mosaik zu produzieren. „Und Anfang Juni wollen wir noch einmal hier in der Stadthalle ein Angebot für die Gestaltung der Kacheln machen“, ergänzte Corbach. Das Einschalen der Bank solle, so die derzeitige Planung, Ende Mai beginnen, „im August könnten die Täfelchen ihren jeweils endgültigen Platz auf dem Objekt erhalten“. Bevor die Mädchen und Jungen während ihres Aufenthaltes an diesem außerschulischen Lernort überhaupt mit der Arbeit beginnen durften, erklärte Weigend ihnen auf einem Plan die künftige Position des Kunstwerkes, ehe sie sich per Polonaise um die Arbeitstische herum dem kleinen mäandrierenden Bach annähern durften.

Stadt finanziell mit im Boot
Unter anderem wird die Idee aus dem städtischen Säckel mit einem fünfstelligen Betrag unterstützt. Darüber hinaus steuern laut Corbach beispielsweise auch der Fonds „Soziokultur“ und der Rotary-Club Westerwald jeweils einen Obolus bei. Gestaltet, sprich bemalt, wurden bereits einmal gebrannte Fliesen, die später mit Glasur überzogen werden und noch eine weitere gewisse Zeit in einem Brennofen verbringen müssen. Per Feinwerkzeug konnten zudem Rohlinge ein neues, geprägtes Aussehen erhalten, auch sie kommen nicht umhin, alsbald ihre Feuertaufe zu bestehen. Final werden beide Flächen nach dem Verkleben der Mini-Platten verfugt. Nicht weit fahren musste Corbach, um das Grundmaterial zu besorgen. „Der Ton stammt aus Höhr-Grenzhausen im Kannenbäckerland“, berichtete sie und deutete auf Michael Meimann, der vor Ort die zu bearbeitende „Steinchen“ mit einer Spachtel in Formen und auf eine einheitliche Stärke per Walze brachte. Corbach sah und sieht die Aktion als eine erste Kunstinstallation an, der weitere in den nächsten Jahren folgen sollten – auch im Bereich der Quengelbach-Aue. Zudem könne es durch die Kunst zu einem anderen (besseren) Miteinander kommen. Die Vielfalt der Werke ergebe eine gute Geschichte. Sie charakterisierte die Umsetzung als eine „Hommage ans Wasser, als eine Belebung des Wassers“.

Zuschuss aus Förderprogramm
Zu den vielen Vorhaben in Altenkirchen, die mit Geld aus dem Mainzer Förderprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung – Nachhaltige Stadt“ (WNE) unterstützt werden sollen, zählt auch diese Umgestaltung des Bereichs des linken Quengelbachufers. Mehrere Planungen wurden bereits vorgestellt. Immer wieder müssen Ideen mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Wasserschutzbehörde der Kreisverwaltung abgestimmt werden, da die Hochwassersituation bei allen Überlegungen berücksichtigt werden muss, wie es schon bei der Planung des FMZ der Fall war. Die Gesamtkosten liegen nach derzeitigem Stand bei knapp unter 500.000 Euro. Damit aber nicht genug. Ist erst einmal das Gebäude der Bäckerei Schumacher (auf der B-8-Brücke über den Quengelbach in der Wilhelmstraße) abgerissen, bieten sich mit Blickrichtung Mündung des kleinen Gewässers in die Wied weitere Möglichkeiten der Aufwertung des Areals bis hin zur Überlegung, die Sturm-Halle (Koblenzer Straße), in der das Atelier der Jugendkunstschule untergebracht ist, fußläufig an die Innenstadt anzubinden. (vh)
       
 
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