AK-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Altenkirchen
Nachricht vom 24.04.2026
Region
Nase im Wind, Herz am rechten Fleck: Lizzy wartet auf die Chance ihres Lebens
Der kühle Wind des Westerwaldes weht durch das braun-weiße Fell einer jungen Hündin, während sie erwartungsvoll über die weiten Felder blickt. Lizzy ist genau die Begleiterin, die bei jedem Abenteuer mit Eifer dabei ist. Doch sobald im Haus Ruhe einkehrt, greifen bei der Mischlingshündin oft tiefsitzende Verhaltensmuster. Ihre Vergangenheit hat sie gelehrt, eigenständig Situationen auf ihre Sicherheit hin zu scannen und im Zweifelsfall defensiv zu reagieren.
Fotos: Tierheim Ransbach-BaumbachRansbach-Baumbach. Da ihr in der Vergangenheit eine klare Führung fehlte, meint Lizzy heute noch, die Verantwortung für die Sicherheit allein tragen zu müssen. Zweimal hat die am 11. März 2023 geborene Hündin bereits ihr Zuhause verloren. Diese Instabilität hinterließ Spuren: Da Verlässlichkeit oft fehlte, verlor sie das Vertrauen in die Menschen und übernahm selbst das Ruder.

Diese erlernten Verhaltensweisen gilt es nun durch ruhige, souveräne Anleitung Schritt für Schritt in entspannte Bahnen zu lenken. Bereits im vergangenen Jahr berichteten die Kuriere über die hübsche Hündin, die damals schon auf der Suche nach ihrem Glück war. Seitdem hat sie Fortschritte gemacht, doch der entscheidende Schritt in ein beständiges Zuhause fehlt noch.

Ein Neuanfang mit klarer Führung
"Lizzy braucht Menschen, die ihre Körpersprache lesen können und ihr durch Souveränität zeigen, dass sie sich fallen lassen darf", erklärt eine Mitarbeiterin des Tierheims Ransbach-Baumbach. Die ursprünglich aus Rumänien stammende Hündin wartet seit dem 2. Dezember 2024 erneut auf eine Chance. Mit einer Schulterhöhe von etwa 50 Zentimetern und einem Gewicht von 18 Kilogramm ist sie eine handliche Begleiterin, die eine besondere Mischung aus Sanftheit und Eigenständigkeit mitbringt.

In vertrauter Umgebung ist Lizzy eine wahre Frohnatur. Sobald sie Vertrauen zu bekannten Personen gefasst hat, zeigt sie sich als überaus liebevolle, sanfte und verschmuste Partnerin. Fremden gegenüber zeigt sie jedoch ihre "harte Seite" und hält diese durch Bellen auf Abstand. Dies ist kein Ausdruck von Aggression, sondern eine Reaktion aus Selbstschutz, da sie erst noch lernen muss, dass ihr Mensch vorausschauend für sie regelt.

Wachsamkeit und Bewegungsdrang
Auf ihrer aktuellen Pflegestelle hat sich Lizzy mittlerweile gut eingelebt, kommt spürbar zur Ruhe und harmoniert dort wunderbar mit dem vorhandenen Ersthund. Sie entwickelt sich dort prächtig und macht täglich Fortschritte dabei, Vertrauen zu fassen und die Verantwortung für ihre Menschen Stück für Stück abzugeben. Dennoch zeigt sie in ihrem vertrauten Revier eine ausgeprägte territoriale Veranlagung: Das Haus wird konstant bewacht und Eindringlinge werden grundsätzlich vertrieben. Aufgrund dieser Wachsamkeit ist ein Mehrparteienhaus nicht der richtige Ort für sie. Ein Haus mit einem kleinen Garten wäre von Vorteil, ist jedoch kein zwingendes Muss.

Außerhalb ihres Reviers ist Lizzy in ihrem Element. Sie genießt ausgiebige Spaziergänge, zeigt sich neugierig und freut sich über jede Abwechslung. An der Leine läuft sie souverän und ist eine ideale Begleiterin für aktive Menschen. Lizzy ist stubenrein und dank ihres kurzen Fells sehr pflegeleicht, da lediglich regelmäßiges Bürsten nötig ist. In Sachen Ernährung ist sie wenig wählerisch und ist an eine Kombination aus Trocken- und Nassfutter gewöhnt.

Das Mitfahren im Auto kennt sie bereits, was jedoch weiterhin geübt werden sollte. Lizzy ist kerngesund, geimpft, entwurmt, kastriert und gechipt.

Endlich ankommen
Gesucht werden Menschen mit Hundeverstand, die Lizzy konsequent, aber wohlwollend den Rücken stärken. Sie muss lernen, dass sie nicht für die Absicherung der Gruppe zuständig ist. Ein souveräner Ersthund im Haushalt wäre für Lizzy eine große Hilfe, da sie sehr artgenossenaffin ist und sich stark an anderen Hunden orientiert. Zwar zeigt sie sich bei Ressourcen oder Aufmerksamkeit gelegentlich eifersüchtig, doch im Kern ist sie verträglich - hier entscheidet jedoch die Sympathie: Während sie gut mit anderen Hunden auskommt, mag sie es nicht zu turbulent; zu wilde Artgenossen liegen ihr eher weniger. Ein Hundekumpel ist für ihr Glück kein Muss - sie kann auch gut als Einzelprinzessin leben.

Da Trubel durch kleine Kinder oder Katzen sie in alte Kontrollmuster zurückwerfen könnte, sollte ihr neues Zuhause kinder- und katzenfrei sein. Die Begleitung durch eine Hundeschule ist ausdrücklich gewünscht, um gemeinsam als Team zusammenzuwachsen.

Hinter die Fassade blicken
Für Lizzys Weg in eine sichere Zukunft braucht es Menschen, die ihr als "Fels in der Brandung" begegnen. Da sie in der Vergangenheit oft auf sich allein gestellt war, wurde Eigenständigkeit zu ihrer Überlebensstrategie. Das führt dazu, dass sie bei fehlender Struktur die Rolle der Entscheidungsträgerin übernimmt. Ihr Bellen ist dabei kein Ausdruck von Bosheit, sondern ein defensives Signal - sie bittet damit höflich um Distanz, solange ihr die Sicherheit durch eine souveräne Führung fehlt. Gerade Hunde wie Lizzy, die einen steinigen Weg hinter sich haben, entwickeln eine unvergleichliche Treue und tiefe Verbundenheit zu den Menschen, die ihnen endlich die nötige Sicherheit geben.

Gesucht werden verantwortungsbewusste Menschen, die Lizzy mit sanfter Bestimmtheit leiten und auch dann an ihrer Seite bleiben, wenn es mal nicht wie erhofft klappt. Ein Termin zum Kennenlernen kann telefonisch vereinbart werden.

Kontaktdaten und Öffnungszeiten:

Tierheim Ransbach-Baumbach, Nordstraße 10, 56235 Ransbach-Baumbach
Telefon: 0176-42208286
Montag: geschlossen
Dienstag bis Freitag: 10 bis 12.30 Uhr und 15 bis 18 Uhr
Samstag und Sonntag: 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr

Weitere Informationen sind auch auf der Website des Tierheims oder per E-Mail an tierheim-ransbach-baumbach@hotmail.com erhältlich.

Lizzy ist bereit, ihr Herz weit zu öffnen und die schützenden Mauern fallen zu lassen, sobald sie die Sicherheit einer festen Hand spürt. Gemeinsam mit ihren neuen Menschen möchte sie in ein Leben starten, in dem sie einfach nur Hund sein darf - geliebt, sicher und endlich angekommen. (Red)

       
   
Nachricht vom 24.04.2026 www.ak-kurier.de