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| Nachricht vom 01.05.2026 |
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| Nach Wasserschaden in Gebhardshainer Kita: Transport zum Ausweichort nicht mehr gesichert |
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| Als im März in der katholischen Kindertagesstätte St. Maria Magdalena in Gebhardshain ein Wasserschaden entdeckt worden war, schien die Lösung überraschend schnell gefunden worden zu sein: Die Kinder sollten in Betzdorf betreut werden. Doch jetzt gibt es neue Probleme. |
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Gebhardshain. Für rund 70 Kita-Kinder musste von jetzt auf gleich ein neuer Betreuungsort gefunden werden, nachdem am Bad der Mitarbeiterinnen in der katholischen Kindertagesstätte St. Maria Magdalena in Gebhardshain ein Wasserschaden sichtbar wurde. Glücklicherweise kam hier gleich die ehemalige Martin-Luther-Grundschule in Betzdorf infrage, und der vorübergehende Umzug wurde umgehend realisiert. Was jetzt noch fehlte, war der Transport der Kinder von Gebhardshain nach Betzdorf. Dieser wird aktuell unter anderem mit eigens eingesetzten Taxis organisiert; denn die Busse, die auf der Strecke regelmäßig verkehren, fahren morgens um 7 Uhr zu Beginn der Betreuungszeit der Kita noch nicht. Die Kosten für die Taxis sollten zwischen Grundschule, Kreisverwaltung und Ortsgemeinde aufgeteilt werden, erklärte die Gebhardshainer Bürgermeisterin Beate Straka Mitte April noch. An drei unterschiedlichen Zeiten am Morgen und Vormittag fahren zudem Busse, die die Kita-Kinder mitnehmen.
Doch ab 4. Mai soll damit Schluss sein und viele Eltern wissen nicht, wie ihre Kinder dann zum Ausweichort der Kita nach Betzdorf kommen sollen. Grund ist, dass ab dann die Erzieherinnen der Kinder nicht mehr in den Bussen und Taxis mitfahren dürfen. "Diese Regelung bestand nur für eine Übergangszeit", erklären Mitglieder des Elternausschusses der Kita dem AK-Kurier gegenüber. "Für uns Eltern und vor allem die Kinder war die Begleitung durch die Erzieherinnen auf der Fahrt natürlich ideal. Und auch die Erzieherinnen selbst haben uns gegenüber immer wieder die Bereitschaft gezeigt, die Fahrten mitzumachen. So haben wir uns letztendlich erst einmal gut mit der neuen Situation abfinden können, vor allem auch die Kinder." Doch das Landesjugendamt untersagt den Erzieherinnen nach Angaben des Elternausschusses bis auf Weiteres die Fahrten nach der Übergangszeit, die nun endet. "Es sei vertraglich geregelt, dass die Arbeitszeit der Erzieherinnen erst mit Beginn der Betreuung in der Einrichtung beginnt, hieß es uns gegenüber. Dazu gehört eben nicht die Fahrt zur Kita oder wieder nach Hause. Für den Transport sei der Kreis zuständig, nicht die Kita oder die Erzieherinnen." Die Mitglieder des Elternausschusses zeigen natürlich Verständnis für die arbeitsvertraglichen Regelungen. "Wir haben trotzdem gehofft, dass man für diesen zeitlich begrenzten Rahmen eine Ausnahme machen könnte. Es ist ja schließlich eine Ausnahmesituation."
In einem Schreiben des Trägers der Kita, der Katholischen KiTa gGmbH Koblenz, vom 29. April an die Eltern wird bestätigt, "dass der Bustransfer Ihrer Kinder von Gebhardshain zur ausgelagerten Kita in Betzdorf ab Montag, dem 4. Mai 2026, nicht mehr durch Mitarbeitende unserer Einrichtung begleitet werden darf. Die Beförderung von Kindern zählt gemäß dem Kita-Gesetz Rheinland-Pfalz ausdrücklich nicht zum Auftrag des Betriebsträgers und somit auch nicht zum originären Aufgabenbereich unserer Mitarbeitenden." Um die Begleitung dennoch weiterhin leisten zu können, sei eine schriftliche Genehmigung des Landesjugendamtes als zuständiger Behörde erforderlich - ob die erteilt wird, sei aktuell nicht einzuschätzen. Der Träger gibt an, dass er sich im Austausch mit der Verbandsgemeinde, der Ortsgemeinde sowie dem Kreis befinde. "Wir hoffen sehr, dass zeitnah eine tragfähige Lösung gefunden wird, sodass der Bustransfer wieder angeboten werden kann." Sollte eine Genehmigung erteilt werden, will der Kita-Träger die Begleitung des Bustransfers wieder übergangsweise aufnehmen, "bis eine andere tragfähige Lösung seitens des Kreises gefunden wurde."
Wie kommen die Kinder in die Kita?
Nun ist also unklar, wie es mit dem Transport weitergeht. "Die Bus- und Taxiunternehmen haben schon gesagt, dass sie die Kinder nicht ohne Betreuung während der Fahrt mitnehmen", erklärt der Elternausschuss weiter. "Das können wir auch absolut verstehen. In den Bussen sind mitunter um die 40 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, das geht nicht alleine mit einem Busfahrer." Umso weniger Verständnis haben die Eltern für die Aussage, die ihren Angaben zufolge vom Jugendamt des Kreises Altenkirchen kommt. "Bei einem Treffen, bei dem die Problematik besprochen werden sollte, hieß es, dass die Kinder ab 4. Mai eben alleine fahren. Denn der Kreis habe kein Personal, das die Fahrten begleiten könne." Weil das von den Eltern als völlig unrealistisch eingeschätzt wurde, gab es dann eine Abfrage, welche Elternteile die Fahrten mitmachen könnten. "Aber auch hier konnten wir keine verlässliche Übernahme aller Fahrten und damit keinen gesicherten Transport der Kinder gewährleisten. Pro Tag braucht man fünf Elternteile und das für eine unbestimmte Zeit. Und das Problem ist, wenn man morgens in Betzdorf angekommen ist, muss man erst einmal auf eigene Faust seinen Rücktransport organisieren. Die meisten Eltern arbeiten, viele haben noch kleinere Kinder zur Betreuung zu Hause oder sind schwanger, andere sind alleinerziehend und berufstätig." Daran ändere auch das Angebot des Kreises nichts, ein Deutschlandticket für die betroffenen Eltern zu finanzieren oder den Verdienstausfall zu übernehmen. Was Eltern und Elternausschuss besonders kritisieren: "Für uns fühlt es sich so an, als schiebt der Kreis seine Verantwortung ab. Er ist für den Transport zuständig, aber letztendlich sollen die Eltern ihn sicherstellen."
Die Kreisverwaltung in Altenkirchen räumt ein, "die plötzliche und unerwartete Schließung eines gesamten Kindergartens stellt alle Beteiligten und Betroffenen vor enorme Herausforderungen." Für diesen Fall gebe es keinen Plan B, vielmehr "müssen alle Akteure ihren Teil zum Gelingen dieses Projekts beitragen". Die übliche Kindergartenbeförderung richte sich nach den Richtlinien des Landkreises Altenkirchen über die Beförderung zu Kindertageseinrichtungen. Auch im konkreten Fall habe der Landkreis die Beförderung der Kinder rasch und unbürokratisch umgesetzt, die Fahrten finden demnach im vom Landkreis beauftragten Linienverkehr statt. Und ab dem 4. Mai? Die Kreisverwaltung selbst gibt aktuell an, dass der Transport der Kita-Kinder sich ohne entsprechende Aufsicht nicht realisieren lässt. Es wurde durchaus als sinnvoll erachtet, dass die Begleitung durch Personal des Kindergartens erfolgt. Aber: "Die Verlegung einer gesamten Kita stellt einen Ausnahmefall dar und bedarf einer gemeinsamen Lösung, um den Erfordernissen der Kinderbetreuung vor Ort zeitnah entgegenkommen zu können. Hierzu finden zurzeit Gespräche mit allen Beteiligten statt. Sind die benannten Bedingungen des Landkreises Altenkirchen für die Beförderung nicht erfüllt, können die Fahrten nicht weiter umgesetzt werden."
Dass die Eltern in notwendigen Fällen die Begleitung übernehmen, sei nicht unüblich, dies entspreche den Empfehlungen der Richtlinien über die Beförderung zu Kindertageseinrichtungen und sei daher standardmäßig in der Kindergartenbeförderung vorgesehen. Es handele sich um ein Angebot des Kreises, damit der Transport der Kinder auch nach dem 4. Mai gesichert ist. Da es zurzeit allerdings nicht danach aussieht, als ob die Eltern diese Aufgabe verlässlich übernehmen können, zeichnet sich aktuell auch keine zeitnah umsetzbare Lösung ab. "Weder die Kreisverwaltung noch der Linienbetreiber sind in der Lage, eine adäquate Beaufsichtigung der Kinder sicherzustellen. Derzeit arbeiten alle Beteiligten an einer Lösung. Der Landkreis Altenkirchen wird seinen Teil dazu beitragen und erwartet dies auch von den anderen Akteuren, um die Beförderung auch ab der kommenden Woche weiterhin zu sichern," heißt es abschließend von der Kreisverwaltung.
Das Landesjugendamt hat sich auf eine Anfrage in dieser Woche bislang nicht zu der Problematik geäußert.
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