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| Pressemitteilung vom 01.05.2026 |
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| Neuro-Navi und Nachsorge bei Hirntumoren im Fokus |
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| Die Behandlung von Hirntumoren erfordert eine enge Verzahnung von modernster Technik und individueller Nachsorge. Beim Siegener Forum Gesundheit wurde deutlich, wie fachübergreifende Zusammenarbeit die Lebensqualität steigern kann. Experten erläuterten aktuelle Diagnoseverfahren und therapeutische Möglichkeiten. |
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Siegen. Bei der Diagnose eines Hirntumors ist neben der individuellen Behandlung auch die Nachsorge entscheidend für den Therapieerfolg. Beim Forum Gesundheit im Diakonie Klinikum Jung-Stilling verdeutlichte Neurochirurgin Dr. Sümeyye Topuz-Ceran, dass die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche das Fundament für die bestmögliche Lebensqualität der Patienten bildet. Die Fachärztin referierte vor Interessierten in der Krankenhaus-Cafeteria über die komplexen Herausforderungen dieser Erkrankung.
Funktionen des Gehirns und Krankheitsbild
Das Gehirn verarbeitet Sinneseindrücke, steuert die Atmung und ermöglicht Denken, Erinnern sowie Sprechen. Ein Hirntumor kann diese lebenswichtigen Funktionen und das Verhalten beeinträchtigen. Statistisch erkranken pro Jahr etwa sechs von 100.000 Einwohnern an einem Hirntumor. Es handelt sich um eine Geschwulst im Schädel, die durch unkontrolliertes Zellwachstum direkt im Gewebe oder durch Absiedlungen anderer Organe wie Lunge, Brust oder Haut entstehen kann.
Unterschieden wird klinisch zwischen langsam wachsenden gutartigen und schnell wachsenden bösartigen Tumoren. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie durch ihr Wachstum auf gesunde Hirnstrukturen drücken oder diese verändern. Die ersten Anzeichen sind oft unspezifisch und reichen von Kopfschmerzen über Krampfanfälle bis hin zu Störungen des Sehvermögens, der Sprache oder des Gleichgewichts.
Diagnostik und Ursachenforschung
Aufgrund der unklaren Symptomatik ist eine gründliche Ursachenforschung notwendig. Neben der Anamnese und körperlichen Untersuchung gehören bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) zu den zentralen Maßnahmen. Auch nuklearmedizinische Untersuchungen kommen zum Einsatz, um eine gesicherte Diagnose zu erhalten. Warum ein Hirntumor genau entsteht, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig belegt und bedarf weiterer Forschungsarbeit.
Ist die Diagnose gesichert, erfolgt die Therapieplanung unter Berücksichtigung von Typ und Lage des Tumors sowie des allgemeinen Gesundheitszustands. Häufig steht eine Operation an erster Stelle, gefolgt von Strahlen- oder Chemotherapie. Um den Tumor präzise vom gesunden Gewebe abzugrenzen und schonend zu entfernen, nutzt die moderne Medizin computergestützte Verfahren.
Einsatz modernster Technik bei Operationen
In der Neurochirurgie kommen die Neuronavigation, Ultraschall oder die Fluoreszenzmethode zum Einsatz. Bei der Neuronavigation werden MRT- und CT-Bilder während des Eingriffs in Echtzeit auf den Patienten projiziert. Dies ermöglicht es den Chirurgen, die Instrumente im Gewebe exakt zu steuern. Nach dem Eingriff folgt eine engmaschige Überwachung auf der Intensivstation, bevor auf der Normalstation die Frührehabilitation beginnt. Hierbei stehen Krankengymnastik und logopädische Übungen im Vordergrund.
Stellenwert der Nachsorge und Rehabilitation
Nach der Untersuchung des entnommenen Gewebes wird die weitere Anschlussbehandlung festgelegt. Viele Betroffene berichten über Einschränkungen im Alltag nach einer Operation. Es ist wichtig, Hilfe anzunehmen und offen über Belastungen zu sprechen. Unterstützung bieten hierbei die psychosoziale Beratung sowie die Psychoonkologie. Seelische Belastungen sind bei einer Tumorerkrankung oft unvermeidlich, weshalb Gespräche und Beratungen während und nach dem stationären Aufenthalt angeboten werden.
Das Team der Psychoonkologie steht im engen Austausch mit den behandelnden Ärzten und vermittelt weiterführende Hilfen wie Psychotherapie oder Selbsthilfegruppen. Zur umfassenden Nachsorge gehören zudem neurologische Rehabilitationsmaßnahmen, Sozialberatung und regelmäßige Verlaufskontrollen. In neuroonkologischen Sprechstunden werden Patienten auch nach der Operation oder Chemotherapie ärztlich begleitet, um den langfristigen Therapieerfolg zu sichern. (PM/bearbeitet durch Red) |
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| Pressemitteilung vom 01.05.2026 |
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