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| Nachricht vom 07.05.2026 |
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| Mai-Kundgebung im KulturWerk Wissen: Der beschwerliche Weg der Transformation |
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| Am Tag der Arbeit veranstaltete der Deutsche Gewerkschaftsbund seine traditionelle Mai-Kundgebung im Wissener KulturWerk. Dabei wurde vor allem eines deutlich: Weder für Arbeiter noch für die Gewerkschaften sind die Zeiten rosig. Eine Transformation der gewerkschaftlichen Idee in die Moderne ist nötiger denn je. |
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Wissen. Es war ein relativ surreales Bild, das sich am Freitagmorgen bei der Mai-Kundgebung des DGB im Wissener KulturWerk darbot: Der Großteil der etwa 60 Gäste rekrutierte sich augenscheinlich nicht nur nicht aus klassischen Arbeitern, sondern aus Menschen, die ihren Arbeitsplatz längst geräumt und den wohlverdienten Ruhestand angetreten haben. Unweigerlich drängte sich der Gedanke auf, ob das Konzept der Gewerkschaften seinen Zenit nicht längst überschritten hat. Vorbei die goldenen Zeiten in der Epoche des Wirtschaftswunders. Alles nur noch eine große Nostalgie-Veranstaltung?
Konkrete Ziele, große Herausforderungen
Nein! Jedenfalls, wenn es nach Axel Karger, dem Vorsitzenden des DGB im Kreis Altenkirchen, geht. Karger sieht große Herausforderungen auf die Gewerkschaften zukommen: politisch und ökonomisch. Unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite!" adressierte er gemeinsam mit weiteren Rednern am Maifeiertag ab 11:00 Uhr genau diese.
Kernstück der Veranstaltung war ein Vortrag von Marc Ferder, dem Experten für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Sozialpolitik des DGB Rheinland-Pfalz/Saar. Anders als Karger, der als Moderator eher kürzere und zugespitzte Redebeiträge hielt, übte sich Ferder eher in Ruhe und auch einer gewissen Nüchternheit. So analysierte er punktuell Probleme und kommentierte Lösungsstrategien. Beispielsweise prangerte er den Angriff der Bundesregierung auf den 8-Stunden-Tag an und wies deren Begründung als widersinnig zurück. Die deutsche Wirtschaftskrise beruhe auf einem Mangel an Nachfrage nach deutschen Produkten. Wenn man die tägliche Arbeitszeit erhöht, kann man allenfalls mehr produzieren. Weil eine Mehrproduktion aber weder sinnvoll noch zielführend ist, würde sie in der Praxis nicht passieren. Was passieren würde, sei Stellenabbau und damit verbunden eine höhere Arbeitslosigkeit. Im Grunde eine schlüssige Argumentation.
Viel Raum nahmen auch seine Ausführungen zu notwendigen infrastrukturellen Ausgaben beziehungsweise zum Investitionsstau ein. Eine hierzu erstellte Studie lag für die Gäste auf den Tischen bereit und ist auch online auffindbar.
Den thematischen Abschluss der Veranstaltung bildete eine Runde aus Gewerkschaftsvertretern verschiedener Bereiche. Diese präsentierten die Erfahrungsberichte, die sie aus ihren jeweiligen Branchen mitbrachten. Beteiligt hierbei waren: Sascha Steinhauser (IGM), Ralf Stockschläder (ver.di) und Kevin Lenz (GEW). Das programmatische Ende bildete der gemeinsame Gesang der "Internationalen", angestimmt durch Jörg Brück, der auch zwischenzeitlich immer mal wieder musikalische Beiträge einstreute und den Mittag so gut aufzulockern wusste.
Der Elefant im Raum
Auffällig, wenn auch nicht verwunderlich, war die politische Ausrichtung der Redner, die sich auch in kulturpolitischen Parolen ausdrückte. Für die Gewerkschaftler ist das aber ein zweischneidiges Schwert: In den letzten Jahren wird immer wieder darüber diskutiert, dass sich Teile der klassischen Arbeiterschaft von der politischen Linken entfernt haben und teils auch der AfD zugewandt haben. Nun liegt aber das Linkssein in der DNA von Gewerkschaftlern. Es ist ein essenzieller Teil ihres Gründungsmythos und eine Abkehr davon wahrscheinlich vollkommen illusorisch. Dieser Widerspruch zwischen dem Vertreter und seinem gewählten Subjekt ist offensichtlich ein Grund für den spürbaren Mitgliederschwund, unter dem die Gewerkschaften leiden und der auch offen angesprochen wurde. Als Elefant im Raum war er doch irgendwie allgegenwärtig. Direkt angesprochen wurde er nicht, indirekt allerdings durchaus.
Die Veranstaltung wurde live gestreamt. Video: !frame> |
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