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Nachricht vom 08.05.2026
Region
Fast alle Kinder aus dem Kreis Altenkirchen auf der Morgenröthe abgelehnt
Paukenschlag im Schulträgerausschuss am Donnerstag (7. Mai): Von den 24 Kindern aus dem Kreis Altenkirchen, die von ihren Eltern am Gymnasium Auf der Morgenröthe in Siegen-Niederschelden angemeldet wurden, sind letztlich nur vier angenommen worden.
Fast alle Kinder aus dem Kreis Altenkirchen sind auf der Morgenröthe abgelehnt worden. (Foto: Kreisverwaltung)Kreis Altenkirchen. Dies wurde Simone Kraft, Direktorin des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Betzdorf-Kirchen, von der Nachbarschule in Nordrhein-Westfalen auf Nachfrage mitgeteilt, wie sie im Ausschuss berichtete. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass nun 20 weitere Schüler im Kreis Altenkirchen selbst untergebracht werden müssen, heißt es vonseiten der Kreisverwaltung in Altenkirchen. Die erste Anlaufstelle wird dabei das Gymnasium am Struthof sein, die ersten Eltern haben sich bereits gemeldet. Dort wird dann aller Wahrscheinlichkeit nach ein siebter Eingangszug notwendig - und die Schulleitung muss kurzfristig Gespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) wegen des Personalbedarfs aufnehmen.

Hintergrund ist das "Siegen First" in der Siegener Schulpolitik. Zum neuen Schuljahr hat es an manchen Gymnasien in der Stadt deutlich mehr Anmeldungen gegeben, als Plätze zur Verfügung stehen. Das wiederum führt dazu, dass Kinder "umverteilt" werden müssen – was sich nun offenbar auch auf die Morgenröthe auswirkt. Das Gymnasium selbst, so die Erfahrung der Kreisverwaltung, steht traditionell allen Schülern aus dem nur einen Steinentwurf entfernten Rheinland-Pfalz sehr offen und wohlwollend gegenüber, weiß man doch auch hier sehr gut um die Lebenswirklichkeit im Grenzgebiet.

"Kein gutes Miteinander"
"Für die Eltern ist das natürlich ein Schlag ins Kontor, wenn man so spät informiert wird", kommentierte der 1. Kreisbeigeordnete Tobias Gerhardus die Nachricht. Man habe als Kreis Altenkirchen zu Beginn des Jahres auch das Gespräch mit der Stadt Siegen gesucht, von dort aber zuletzt keinerlei Rückmeldungen erhalten. "Unser Wissen beziehen wir auch nur aus den Medien", so der Beigeordnete, der letztlich ein deutliches Fazit zog: "Das ist kein gutes Miteinander."

Ganz anders sei die Situation im Hellertal, so Gerhardus. Hier habe man nach intensiven Gesprächen eine Absichtserklärung unterschrieben, die den Status quo bestätige: "Die Gemeinde Neunkirchen als Außenstelle der Gemeinschaftsschule Burbach-Neunkirchen konnte so gegenüber der Bezirksregierung Arnsberg nachweisen, dass genügend Schüler dort angemeldet werden. Die Erklärung beinhaltete keinerlei sonstigen Verpflichtungen oder Kostenübernahmen." Stand heute haben sich 15 Kinder aus Herdorf dort angemeldet. (PM/red)
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