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Pressemitteilung vom 09.05.2026
Region
Eisheilige unter der Lupe: Sind sie nur ein Relikt vergangener Zeiten?
Jedes Jahr im Mai stellt sich die Frage, ob die sogenannten "Eisheiligen" tatsächlich für plötzliche Kälteeinbrüche verantwortlich sind. Der Deutsche Wetterdienst hat sich mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt und gibt interessante Einblicke.
Foto: PixabayOffenbach. Wenn nach den ersten warmen Frühlingstagen im Mai plötzlich Nachtfröste oder sogar Schnee auftreten, wird dies oft den "Eisheiligen" zugeschrieben. Diese bestehen aus den fünf katholischen Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia, deren Namenstage nach dem julianischen Kalender zwischen dem 11. und 15. Mai liegen. Laut mehreren Bauernregeln sollen in diesem Zeitraum vermehrt Frostnächte vorkommen. Doch der Deutsche Wetterdienst stellt klar: Die Eisheiligen besitzen als meteorologische Singularität keine große Aussagekraft.

Ein Problem ergibt sich schon dadurch, dass die Namenstage auf den julianischen Kalender bezogen sind. Durch die gregorianische Kalenderreform von 1582 müsste man die Regel etwa eine Woche später anwenden. Historische Wetterdaten zeigen jedoch keine signifikante Häufung von Kaltlufteinbrüchen während der Eisheiligen. Vielmehr treten diese zufällig auf, wobei ihre Wahrscheinlichkeit mit fortschreitender Jahreszeit abnimmt. Betrachtet man die letzten 50 Jahre und setzt als Kriterium eine Tiefsttemperatur von höchstens drei Grad Celsius an, dann trafen die Eisheiligen im Schnitt nur in einem Drittel der Fälle zu. Im Vergleich dazu tritt das Weihnachtstauwetter in mehr als zwei Drittel der Fälle ein.

Späte Kaltlufteinbrüche im Mai haben dennoch eine große Bedeutung, insbesondere für die Landwirtschaft. Sie können trotz oder gerade wegen des Klimawandels erhebliche Ernteeinbußen verursachen. Die Klimaerwärmung führt zwar zu einem früheren Vegetationsbeginn, die Gefahr später Kaltlufteinbrüche bleibt jedoch bestehen. Der Mai verzeichnet zudem den geringsten Temperaturanstieg aufgrund des Klimawandels. So haben die Eisheiligen zumindest als Symbol für die Spätfrostgefahr im Mai ihre Daseinsberechtigung. (PM/Red)
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