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Pressemitteilung vom 13.05.2026
Region
Protesttag in Flammersfeld: Engagement für Inklusion und Barrierefreiheit
Am Dienstag (5. Mai) fanden sich gegen 16 Uhr rund 150 Menschen in Flammersfeld am Bürgerhaus ein, zogen mit einem Demonstrationszug durch den Ort und feierten mit Live-Musik die Vielfalt der Gesellschaft.
Demo zu "Menschenrechte sind nicht verhandelbar" (Foto: Jürgen Heermann)Flammersfeld. Anlässlich des internationalen Proteststages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen hatte der Runde Tisch Inklusion aus Flammersfeld bereits im dritten Jahr in Folge zu einem Aktionstag eingeladen. Damit gehört Flammersfeld zu den Orten, in denen zum 5. Mai deutschlandweit laut und sichtbar die Forderungen nach Barrierefreiheit, Teilhabe und Gleichstellung gestellt wurde.

Pünktlich um 16 Uhr startete das Programm mit einer Kundgebung. Den Anfang macht Ortsbürgermeister Manfred Berger, der die Gleichwertigkeit aller Menschen betonte und weiterhin Engagement für Flammersfelds Barrierefreiheit versprach. Im Anschluss zeigte Erika Alsbach auf, wie schwer es ist, sich in die Lebensrealitäten andere Menschen hineinzuversetzen und plädierte eindrücklich dafür, selbstbewusst für die eigenen Rechte und Bedürfnisse einzutreten. Zwischen den einzelnen Reden lockerten die Helmerother Dorfmusikanten und der inklusive Flammersfelder Chor "Lichtblicke" die Stimmung noch weiter auf. Den Namen wählte sich der Chor übrigens spontan auf dem Protesttag aus. Zuvor hatte Christa Frey das gleichnamige Projekt vorgestellt und die dabei entstehenden Aufhänger zur Mitnahme angepriesen.

Als letzte Rednerin stimmte Judith Gondorf die Menschen auf die Demo ein. Sie beschwor die politische Bedeutung des Protesttages und prangerte die Bundesregierung für das "schwache Behindertengleichstellungsgesetz" und "die Sparpläne auf dem Rücken der Schwächsten der Gesellschaft" an. Gondorf warnte vor den Schäden an der Gesamtgesellschaft, die durch die geplanten Kürzungen am Sozialsystem entstehen werden und forderte die Einhaltung der Menschenrechte. Auch und besonders für Menschen die nicht durch eine Lobby geschützt werden.

Demonstration durch Flammersfeld
Und dann schnappten sich 70 der Gäste ihre Schirme und Regenjacken und begaben sich in den Regen, um den Slogan: "Menschenrechte sind nicht verhandelbar" in die Öffentlichkeit zu tragen. Am Weg entlang waren bereits seit Langem bekannte Barrieren durch bunte Luftballone markiert und es wurde sich rege über weitere ausgetauscht. Viele Teilnehmende konnte eigene Geschichten über die Hürden des Alltages erzählen und so zogen die Demonstranten rufend und quatschend über die Rheinstraße und die Raiffeisenstraße, wobei sie viel Aufmerksamkeit von Autofahrenden und Anwohnenden erhielten.

Zurück im trockenen Bürgerhaus warteten bereits alle, die nicht mitgekommen waren, sowie eine verdiente Stärkung auf die Demonstrierenden. Ein Dutzend solidarischer Frauen aus der Umgebung hatten Buffet zusammengestellt. Zudem hatte der Frischedienst Sohnius Kaltgetränke gesponsort und die Kaffeemaschine stand auch nicht still.

Miteinander tanzen und lachen
Für eine freudige Überraschung sorgte Stefan Preker als "Herr Prekär", der der Veranstaltung unangekündigt einen Besuch abstattete und spontan mit den Kindern Jonglage- und Turnkunststücke aufführte, an den Tischen Zaubertricks zeigte und Groß und Klein zum Lachen und Staunen brachte.

Der Höhepunkt des Abends war aber das Live-Konzert der "Flying-Tornados". Schon gleich die ersten Töne von Gitarre, Geige, Kontrabass und Mundharmonika entlockten dem Publikum rhythmisches Zucken und kurze Zeit später wurde auch schon getanzt, gelacht und mitgeklatscht. Und so entwickelte sich die Veranstaltung zu einem echten Protest-Fest.

Résumé
Der "Runde Tisch Inklusion" zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ablauf der Veranstaltung. "Die Arbeit mit, für und vor allem auch von Menschen mit Behinderungen ist in unserer Region ein echter Wirtschaftsfaktor und entsprechend viele Menschen sind selbst, als Angehörige, oder als Pflegende auch im Alltag betroffen. Wir freuen uns sehr, dass trotz des Regens so viele Menschen den Aktionstag genutzt haben, um der Forderung nach mehr Teilhabe und echter Gleichstellung Nachdruck zu verleihen.", erklärt Judith Gondorf. (PM)
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