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Nachricht vom 16.05.2026
Region
Ein Loch in der Kasse, aber ein Herz für jedes Tier: Der Tierschutzverein Siebengebirge braucht Unterstützung
In den vergangenen Wochen wurde der Tierschutz Siebengebirge mehrfach mit Situationen konfrontiert, die selbst erfahrene Tierschützer tief erschüttern. Hinter manchen Wohnungstüren oder in versteckten Winkeln unserer Nachbarschaft spielen sich Dramen ab, die lange Zeit völlig unentdeckt bleiben.
Gerettet und behütet: Ohne rechtzeitige Hilfe hätten diese Katzenkinder auf der Straße kaum eine Chance gehabt. Der "Feli-Fonds" des Vereins sichert ihre medizinische Versorgung und Zukunft. (Fotos: Tierschutz Siebengebirge, A. Stoll/V. Mann)Bad Honnef. Es sind Katzenleben, die buchstäblich unter dem Radar stattfinden - Tiere, die ohne ausreichende Fürsorge, krank und unterversorgt auf den Tag warten, an dem Hilfe endlich möglich ist. Wenn dann nach Wochen oder Monaten der Vernachlässigung das ganze Ausmaß des Elends sichtbar wird, zählt oft jede Minute, um diesen Tieren die Chance auf ein Überleben zu sichern. Es ist eine Arbeit gegen die Zeit und gegen die Folgen von Gleichgültigkeit oder Überforderung, die das Team des Vereins fast wöchentlich an seine emotionalen Belastungsgrenzen führt.

Die Helfer blicken dabei in Augen, die von Schmerz erzählen, und setzen alles daran, diesen Schattenwesen wieder Licht und Wärme zu schenken, bevor es endgültig zu spät ist.

Erschütternde Schicksale in der Nachbarschaft
Die Fälle, in denen der Tierschutz Siebengebirge zuletzt um dringende Unterstützung gebeten wurde, zeichnen ein düsteres Bild. Die Bandbreite der Notfälle ist erschreckend groß und reicht von massiven Animal-Hoarding-Situationen (Tierhortung) über unkontrollierte Vermehrung bis hin zu verwilderten, herrenlosen Hauskatzen.

Besonders besorgt zeigt sich der Verein über die Zunahme von Fällen, in denen ältere Tierhalter mit der Pflege ihrer Lieblinge schlichtweg überfordert sind. Jedes einzelne Schicksal verdeutlicht dabei die Dramatik der aktuellen Lage.

So kam etwa die Katze Linnea bereits trächtig in die Obhut des Vereins, doch die Strapazen ihrer Vorgeschichte waren zu gewaltig: Sie brachte ihre Kitten tot zur Welt. Ein anderes Beispiel ist die Katze Kiana, die wochenlang im Freien mit einer schweren, völlig unbehandelten Bissverletzung um ihr nacktes Überleben kämpfte, bevor sie schließlich einem Infekt erlag. "Diese Schicksale gehen uns allen sehr nah, denn sie wären oft vermeidbar gewesen", schildern die Mitglieder des Katzen-Versorger-Teams die tägliche Belastung.

Ein Lichtblick für Maileen und ihre Welpen
Trotz der vielen traurigen Nachrichten gibt es glücklicherweise auch Geschichten, die Mut machen und zeigen, dass rechtzeitiges Eingreifen Leben rettet. Die Katzenmutter Maileen gehört zu jenen Tieren, die das große Glück hatten, noch rechtzeitig vom Verein gesichert und aufgenommen worden zu sein. In einer spezialisierten "Mutter-Kind-Pflegestelle" durfte sie ihre Welpen in bestmöglicher Versorgung auf die Welt bringen und sie behütet aufziehen.

Solche Momente der Geborgenheit sind jedoch nur möglich, weil engagierte Menschen hinsehen und der Verein die nötigen Ressourcen bereitstellt. Der Tierschutzverein sieht die Ursache für dieses Elend vor allem in mangelnder Vorsorge und einem fehlenden Verantwortungsbewusstsein: "Eine konsequente Kennzeichnung mittels Mikrochip sowie die Kastration ab dem sechsten Lebensmonat sind unerlässlich, um das Leid der unkontrollierten Vermehrung von vornherein zu verhindern."

Appell an das Verantwortungsbewusstsein
Neben der Kastration sind regelmäßige tierärztliche Untersuchungen der einzige Weg, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und gezielt behandeln zu können. Viel zu oft werden Leiden verschleppt, bis sie chronisch werden oder gar tödlich enden.

Daher appellieren die Tierschützer eindringlich an alle Tierhalter: "Wer sein Tier nicht mehr ausreichend versorgen kann, sollte frühzeitig Unterstützung bei Tierheimen oder Tierschutzvereinen suchen. Niemand muss mit der Situation allein bleiben, denn Hilfe ist möglich, wenn man sie rechtzeitig in Anspruch nimmt."

Hilfe ist möglich, sofern sie rechtzeitig bei Tierheimen oder Vereinen in Anspruch genommen wird, bevor die Situation für Mensch und Tier eskaliert. Diese Form der Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist oft der erste Schritt zu einer Rettung, wie sie Katzen wie Maileen erfahren durften.

Der "Feli-Fonds" als Rettungsanker
Die Versorgung der fast wöchentlich eintreffenden "Notfelle" stellt den Tierschutz Siebengebirge nicht nur seelisch, sondern auch finanziell vor immense Herausforderungen. Die Kosten für lebensnotwendige Operationen, aufwendige Diagnostik, teure Medikamente und die intensive Pflege reißen regelmäßig tiefe Löcher in die Vereinskasse. Um dennoch weiterhin jedem einzelnen Tier in Not die Hilfe zukommen zu lassen, die es verdient, bittet der Verein dringend um Unterstützung. Hierfür wurde bereits vor vielen Jahren der sogenannte "Feli-Fonds" ins Leben gerufen, der speziell für Katzen in Not reserviert ist.

"Jede Spende hilft uns dabei, die medizinische Versorgung sicherzustellen und den Tieren den Weg in ein schmerzfreies Leben zu ebnen", betonen die Verantwortlichen. Es ist ein Versprechen an die Tiere, das nur durch die Unterstützung der Gemeinschaft gehalten werden kann.

Die Unterstützung für den Tierschutz Siebengebirge e.V. sichert weit mehr als nur die lebensnotwendige medizinische Versorgung - sie ebnet den Weg für einen echten Neuanfang. Für Samtpfoten wie Katze Maileen bedeutet diese gemeinschaftliche Hilfe das größte Geschenk: die Aussicht auf ein friedliches Leben voller Zuneigung und Geborgenheit.

Um auch weiterhin jedem einzelnen Tier in Not schnell und flexibel helfen zu können, ist der Verein dringend auf Unterstützung angewiesen. Tierfreunde, die den Verein bei dieser wichtigen Herzensaufgabe unterstützen möchten, können gezielt mit einer Spende helfen:

Spendenkonto: Tierschutz Siebengebirge
IBAN: DE70 3705 0299 0000 1916 01
Verwendungszweck: Feli-Fonds

Gemeinsam stark für den Tierschutz
Viele weitere Informationen über die Arbeit des Vereins, aktuelle Tierschutzprojekte und die Schicksale der Tiere stehen auf der Website unter www.tierschutz-siebengebirge.de bereit. Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen oder aktuelle Notfälle mitverfolgen möchte, findet den Tierschutz Siebengebirge auch auf Facebook und Instagram. (Red)
     
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