AK-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Altenkirchen
Nachricht vom 26.05.2026
Region
Top-Seniorensprinter Friedhelm Adorf verzichtet auf Teilnahme an WM in Südkorea
Diese Entscheidung ist durchaus zu verstehen: Senioren-Top-Leichtathlet Friedhelm Adorf wird nicht an den Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu (22. August bis 3. September) teilnehmen. Folgerichtig kann der Heupelzer auch seine im August 2024 in Göteborg gewonnenen Sprint-Titel in der Klasse M 80 nicht verteidigen.
Mal Abstand von Wettkämpfen gewinnen, haben sich Eleonore und Friedhelm Adorf während der Irland-Tour zum Ziel gesetzt. (Foto: privat)Heupelzen. Schweren Herzens macht Friedhelm Adorf (Heupelzen) einen Bogen um die Weltmeisterschaften der Leichtathletik-Senioren in Daegu (Südkorea), die vom 22. August bis 3. September angesetzt sind. Der 82-Jährige, der in der Klasse M 80 für die LG Rhein-Wied/ASG Altenkirchen startet, wird somit auch seine vor zwei Jahren bei den Welttitelkämpfen im schwedischen Göteborg errungenen Titel über 100 und 200 Meter sowie mit den deutschen Staffeln über 4x100 und 4x400 Meter nicht verteidigen können. Die Entscheidung, nicht in den Fernen Osten zu reisen, kam nach Beratung im engeren „Familienrat“ zustande. „Meine Frau Eleonore war und ist aufgrund der aktuellen politischen Weltlage gegen die Teilnahme“, sagte Adorf und äußerte Verständnis für die Haltung der „ehemaligen Verlobten“. Zudem seien die Temperaturen gerade zur Zeit der Veranstaltung mit die höchsten vor Ort im Jahresverlauf. „Darüber hinaus muss sie immer nachgeben, da ich sage, wohin es geht“, ergänzte Adorf mit Blick auf seinen Terminkalender, in den pro Jahr zahlreiche fixe Daten von Meisterschaften und Sportfesten eingetragen werden. Den Gedanken, die Ausbeute an WM-Medaillen weiter zu steigern (derzeit sind es 13 Goldene, 10 Silberne und 9 Bronzene), hat er also zu den Akten gelegt, momentan bezeichnet sich Adorf selbst als "ganz relaxed".

„Wie verrückt“ Wadenkrämpfe
So machen sich die Adorfs alsbald auf, eine beinahe vierwöchige geführte Wohnmobiltour durch Irland anzutreten, „einen richtigen Urlaub“ also zu verbringen. Dieser Abstecher auf die „grüne Insel“ kann Adorf sogar helfen, seine aktuell „wie verrückt“ auftretenden Krämpfe in der Wadenmuskulatur in den Griff zu bekommen. Inzwischen ist dagegen ein Muskelfaserriss im Oberschenkel komplett ausgeheilt, der letztendlich mit Spritzen, die unter dem Einsatz eines Computertomografen verabreicht wurden, „bezwungen“ wurde. „Wenn ich laufe, fühlt sich das wieder perfekt an“, resümierte er den Abschluss der Behandlung, so dass der Auftritt beim Pfingst-Sportfest in Edenkoben nichts zu wünschen übrig ließ. Drei Siege bei drei Starts gingen in die Ergebnislisten ein: 100 Meter in 15,97, 200 Meter in 32,98 und 400 Meter in 83,18 Sekunden. Er habe auch nicht das Letzte geben müssen, „die Zeiten waren absolut in Ordnung“, berichtete er.

DM als letztes Jahres-Highlight
Nächstes und letztes Highlight der Freiluftsaison für Adorf ist – nach der Absage für Starts in Daegu, die er dem Deutschen Leichtathletik-Verband bereits mitgeteilt hat – die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft der Senioren vom 17. bis 19. Juli in Mönchengladbach. Wenn es seine Zeit zulässt, will Adorf noch bei dem einen oder anderen Sportfest unter freiem Himmel seine Kräfte mit der Konkurrenz messen. Ganz weit im Hinterkopf hat der Sprinter bereits jetzt die nächsten interkontinentalen Meisterschaften „geparkt“, die wiederum im US-amerikanischen Bundesstaat Florida ausgetragen werden. Die Stadt Gainesville (Alachua County) wird vom 18. bis 26. März 2027 erneut Gastgeber für die Weltelite der Altersklassen-Aktiven sein, so wie sie es bereits im März 2025 war. (vh)
Nachricht vom 26.05.2026 www.ak-kurier.de