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Nachricht vom 28.05.2026
Region
Feuerwehrgerätehaus Neitersen: „Drumherum“ beinahe so teuer wie der Anbau
Deutlich mehr Geld als geplant wird die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld ins Umfeld des Feuerwehrgerätehauses in Neitersen investieren. Zu den Baukosten für die Fahrzeughalle in Höhe von rund 360.000 Euro gesellen sich weitere circa 319.000 Euro für infrastrukturelle Maßnahmen rund um die beiden Gebäude. Ursprünglich waren 90.500 Euro vorgesehen, so dass 229.000 Euro mehr veranschlagt sind.
Sascha Müller (rechts) erklärte den Mitgliedern des Ausschusses, wo rund um das Feuerwehrgerätehaus Hand angelegt werden soll. (Foto: vh) Altenkirchen/Neitersen. Großen Wert legt die Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld auf die gute Ausrüstung ihrer neun Feuerwehren (Löschzüge), die quer über ihren „Regierungsbezirk“ verteilt stationiert sind. Unter diesem Aspekt ist beispielsweise auch der Neubau einer Fahrzeughalle am Feuerwehrgerätehaus in Neitersen zu sehen, der mit rund 360.000 Euro zu Buche schlug. Ursprünglich war im Rahmen der Erweiterung lediglich die Herstellung einer Zufahrt zur neuen Abstellmöglichkeit vorgesehen. Im Zuge der Weiterentwicklung des Projekts habe sich jedoch nach mehreren Gesprächen gezeigt, dass „ergänzende Maßnahmen als erforderlich und sinnvoll erachtet werden und zu deutlichen funktionalen Verbesserungen der Infrastruktur führen können“, hieß es in der Beschlussvorlage. Die zusätzlichen Leistungen umfassen, so erfuhren die Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses (UBA) des VG-Rates in ihrem Treffen am späten Mittwochnachmittag (27. Mai) vor Ort, die Herstellung eines Waschplatzes mit Ölabscheider, eine neue bituminöse Deckschicht vor der bestehenden Fahrzeughalle, die Installation einer Schrankenanlage im Bereich der Alarmzu- und -ausfahrt, die Anpassung der Parkflächen (Erweiterung von sieben auf 14), die Errichtung eines Lichtmastes sowie die Verlegung des bestehenden Hydranten. Aus den Überlegungen ergäben sich diverse Vorteile: Feuerwehrfahrzeuge könnten unmittelbar nach Einsätzen vor Ort gereinigt werden, Zu- und Abfahrten verliefen geordnet und sicher, die Betriebssicherheit werde erhöht und die Parksituation auf dem Gelände verbessert. Zudem entstünden geeignete Flächen für Übungen. Da die zusätzlichen Bereiche jedoch die Größe von 100 Quadratmetern überschreiten und die Maßnahmen zudem im Außenbereich umgesetzt werden, ist eine ergänzende Baugenehmigung erforderlich, die, so das einstimmige Votum der Zusammenkunft, von der Verwaltung zu beantragen ist. Sie hat die erforderlichen Abstimmungen mit Naturschutz- und Wasserbehörde bereits eingeleitet. Finanziell bedeutet das Plus, dass auf die zunächst veranschlagten 90.500 Euro weitere rund 229.000 Euro draufgesattelt werden, so dass mit rund 319.000 die Investitionshöhe fast die des eigentlichen Gebäudes (360.000 Euro) erreicht. Dass die anderen Wehren ebenfalls nach einer aufzupäppelnden Infrastruktur ihrer Anwesen dürsteten, wies Bürgermeister Fred Jüngerich von der Hand: „Die anderen haben erkannt, dass es hier notwendig ist. Wir werden das nicht noch weitere acht Mal erleben.“ Zuvor hatte Sascha Müller als Fachbereichsleiter Infrastruktur, Bauen und Umwelt der VG-Verwaltung die Ideen anhand einer Skizze erläutert.

Pestalozzi-Sporthalle: Asbest entsorgen
Für ein weiteres großes Vorhaben gab die Zusammenkunft für diverse Gewerke jeweils grünes Licht und das komplett ohne Widerspruch – Sanierung der Sporthalle der Pestalozzi-Grundschule in Altenkirchen: Unter dem bestehenden Sportboden und den Rohrleitungen erblickten nicht unerhebliche Mengen Asbest überraschend das Tageslicht, das vor Beginn der Instandsetzung nicht erkannt worden war und nunmehr fachgerecht entsorgt werden muss. Die bereits beauftragte Firma für die Abbrucharbeiten im Innenbereich, A+B GmbH (Bergisch Gladbach), erhielt auch den Zuschlag für diese Asbestarbeiten, für die sie 54.559 Euro verlangen wird. 59.106 Euro muss die VG für den ersten Part des Auftrags berappen. Die Lieferung und die Montage der Sporthallentore und Türen wurden in die Hände der Firma HERKULES-Schwebetore (Lüdenscheid) gelegt. Unter dem Strich stehen 53.264 Euro. Die Elektroarbeiten werden, vorbehaltlich der noch abzuschließenden Prüfung, Sache der Firma KV Elektrotechnik (Brachbach), die mit 147.551 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatte. Blieben noch Zimmerer- und Dachdeckungsarbeiten: Für 47.250 Euro gingen sie an die Firma Klaus Baldus Bedachungen GmbH (Kirchen).

Mensa-Neubau: Kurz vor dem Start
Auch der Neubau der Mensa der Erich-Kästner-Grundschule an der Altenkirchener Hochstraße kommt in die Puschen. Zu sehen sein werden bald die Maschinen für die Erdarbeiten, die nunmehr die Firma Müller Tiefbau GmbH (Hemmelzen) bewerkstelligen wird, weil sie den Zuschlag ohne Widerspruch zu einem Angebotspreis von 159.113 Euro erhielt. Neu eingedeckt werden soll das Dach der Grundschule „Lahrer Herrlichkeit“ in Oberlahr. Die Firma Siedler Bedachungen (Mehren) wird nach einstimmigem Votum für 67.804 Euro dafür sorgen, dass Schüler und Lehrer weiterhin während des Unterrichts im Trockenen arbeiten können. Und der bereits begonnene Prozess, mit dem sich die VG von denen nur im Gebiet der Alt-VG Altenkirchen existierenden „Verbandsgemeindeverbindungswegen“ trennt, sieht das nächste Kapitel vor. Ohne gegenteilige Auffassung bestimmte der Ausschuss eine Sanierung des 940 Meter langen Abschnittes zwischen Volkerzen und Hilgenroth, den die Firma Müller Tiefbau GmbH (Hemmelzen) für 193.438 Euro in Angriff nimmt. Als nächster Schritt erfolgt die Übergabe der Unterhaltungspflicht (bislang VG) an die Ortsgemeinde (OG) Volkerzen, auf deren Grund und Boden der komplette Strang liegt und die nach wie vor als „Eigentümerin“ gilt. Diese „Verbandsgemeindeverbindungswege“ gehen laut Jüngerich wohl auf die Fusion der VGs Altenkirchen und Weyerbusch im Jahr 1972 zurück. Einst existierten 74 Wegstrecken dieser Art, inzwischen wurden rund 60 aus der Unterhaltungspflicht der VG in die der Ortsgemeinden („Besitzer“) zurückgegeben. Das geschieht entweder als sanierte Variante auf Kosten der VG, oder die VG zahlt der OG 8,63 Euro pro Quadratmeter Wegefläche (ohne Reparatur).

Hohe Kosten: Anlass zum Grübeln
Wie bereits Mitgliedern des Sportausschusses bereiteten die veranschlagten Kosten (445.500 Euro) für eine mögliche Sanierung des Umkleide- und Sanitärtraktes am Sportplatz in Flammersfeld auch einigen UBA-Teilnehmern Kopfzerbrechen. Sie führten ebenfalls ein Ungleichgewicht zwischen Aufwendungen und Nutzen an, da das Rote-Asche-Areal nur in der Zeit bespielt wird, wenn die Fußballteams des VfL Oberlahr/Flammersfeld den Rasenplatz in Bürdenbach-Bruch wetterbedingt nicht betreten dürfen. So stand nach erneut intensiver Aussprache einstimmig als Empfehlungsbeschluss für den VG-Rat, zunächst einen Förderantrag auf LEADER-Mittel (bis zu 70 Prozent) zu stellen, nach Zusage im Gespräch zwischen VG und OG Flammersfeld konzeptionelle Gespräche über die Zukunft des Areals zu führen und zu eruieren, wie der Betrag durch die bereits angebotene Eigenleistung des Klubs deutlich gesenkt werden kann. Sollte kein Zuschuss aus LEADER-Töpfen gewährt werden, sollen Gespräche über das Thema womöglich von vorne beginnen. (vh)
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