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Pressemitteilung vom 07.06.2026
Kultur
Architektur im Wandel: Thomas Kellners "Fragmented Icons" in Herford
Der Herforder Kunstverein lädt zu einer Ausstellung ein, die die Grenzen der Wahrnehmung von Architektur neu definiert. Der international bekannte Fotokünstler Thomas Kellner präsentiert seine Serie "Zerlegte Ikonen - 35mm-Welten" und stellt dabei ikonische Bauwerke in einem neuen Licht dar.
Thomas Kellner bekommt Besuch von Prof. Dr. Gottfried Jäger in seiner Ausstellung beim Herforder Kunstverein im Daniel-Pöppelmann-Haus e. V. (Foto: Thomas Kellner)Herford. Noch bis zum 12. Juli 2026 zeigt der Herforder Kunstverein die Ausstellung "Fragmented Icons" des Fotokünstlers Thomas Kellner. Die ausgewählten Werke aus seiner Serie "Zerlegte Ikonen - 35mm-Welten" bieten eine Hommage an Architektur, Wahrnehmung und die Fragilität kultureller Symbole. Im Mittelpunkt steht das Guggenheim Museum Bilbao als prägendes Titelmotiv.

Thomas Kellner, geboren 1966 in Bonn, ist bekannt für seine einzigartigen Architekturzergliederungen auf 35 Millimeter-Film. Mit seiner analogen Methode hat er eine eigene visuelle Sprache entwickelt. Er "zerlegt" weltbekannte Bauwerke in eine Vielzahl sequenzieller Einzelaufnahmen, die sich durch die Reihenfolge der Belichtung zu rhythmischen Tableaus neu zusammensetzen. Diese Werke erinnern an den Kubismus und hinterfragen das Verhältnis von Raum, Zeit und Wahrnehmung grundlegend. "Gebäude, die sich zerlegen, wieder verbinden, verdreht in unvernünftige Formen - der Versuch, etwas Dreidimensionales auf eine zweidimensionale Ebene zu verflachen", beschreibt der amerikanische Kurator Harris Fogel die Wirkung dieser Arbeiten.

Hinterfragen durch Fragmentierung
Im Zentrum von "Fragmented Icons" stehen architektonische Wahrzeichen wie der Eiffelturm, die Tower Bridge, das Guggenheim Museum Bilbao und das US-Capitol - Symbole von Macht, Stabilität und kulturellem Selbstverständnis. In Kellners fotografischer Transformation geraten diese Monumente jedoch ins Wanken: Linien verschieben sich, Perspektiven brechen auf, Formen beginnen zu oszillieren. Das Guggenheim Bilbao nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Als Ikone zeitgenössischer Museumsarchitektur wird es in der fragmentierten Darstellung zur visuellen Metapher eines kulturellen Systems, dessen Stabilität zunehmend hinterfragt wird.

Kellners Werk ist in der Geschichte der Fotografie verankert. Mit seiner Serie "Zerlegte Ikonen - 35mm-Welten" knüpft er an die Tradition der Architekturfotografie des 20. Jahrhunderts an, erweitert diese jedoch durch ein konzeptionelles, nahezu musikalisches Prinzip der Fragmentierung und Re-Komposition. "Wer hätte gedacht, dass man mit analogen Fotografien in einer Zeit digitaler Manipulation noch so viel Wunder erzeugen kann", schrieb Alan G. Artner von der Chicago Tribune über Kellners Werk. Die Ausstellung "Fragmented Icons" lädt dazu ein, Architektur neu zu sehen - nicht als stabile Form, sondern als Spiegel unserer Wahrnehmung, unserer Geschichte und gesellschaftlicher Bruchlinien. (PM/Red)
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