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Pressemitteilung vom 20.06.2026
Rheinland-Pfalz
Klinikdirektor warnt Motorradfahrer vor schweren Verletzungen
Der Unfallchirurg Paul Grützner von der BG Klinik Ludwigshafen schlägt Alarm: Die Zahl schwer verletzter Motorradfahrer in Rheinland-Pfalz steigt mit den Temperaturen. Besonders gefährdet sind junge Männer und ältere Wiedereinsteiger.
(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)Rheinland-Pfalz. Nach den Erfahrungen des Unfallchirurgen Paul Grützner nimmt die Zahl schwer verletzter Motorradfahrer in Rheinland-Pfalz mit steigenden Temperaturen deutlich zu. "Sie können wetten, dass wir an Wochenenden, an denen schönes Wetter ist, bildlich gesprochen Tag und Nacht durch operieren", sagte der Ärztliche Direktor der BG Klinik Ludwigshafen. Obwohl die Gesamtzahl der Motorradunfälle nicht dramatisch steige, bleibe die Zahl der Verletzten im Zweiradbereich seit Jahren auf hohem Niveau. "Über den ganzen Sommer bis in den Herbst sehen wir praktisch fast täglich Motorradunfälle in der Klinik", fügte er hinzu.

Zwischen Asphalt und Intensivstation
Im Jahr 2025 starben auf den Straßen in Rheinland-Pfalz so viele Menschen wie seit Jahren nicht mehr - insgesamt 158, darunter 39 Motorradfahrer. Von einer Schuldzuweisung an Motorradfahrer hält Grützner wenig: "Die werden oft übersehen." Motorräder würden wegen ihrer schmalen Silhouette und schwer einschätzbaren Geschwindigkeit häufig zu spät wahrgenommen. Schutzkleidung spiele eine entscheidende Rolle, wie Grützner anhand eines Beispiels erläuterte: Ein Motorradfahrer trug eine Schutzjacke, aber nur eine Jogginghose. Beim Rutschen über den Asphalt wurde die Hose sofort zerstört, was zu schweren Verletzungen führte.

Warum Biker besonders gefährlich leben
Zu den häufigsten Verletzungen zählen Becken-, Bein- und Kopfverletzungen. "Der Motorradfahrer sitzt ja mit gespreizten Beinen", erklärte Grützner. Bei einem Aufprall könne das Becken regelrecht gesprengt werden. Besonders betroffen seien junge Männer unter 30 Jahren sowie Wiedereinsteiger zwischen 50 und 60 Jahren, die sich erneut den Wunsch nach einer Maschine erfüllen. Problematisch werde es, wenn die Leistung des Motorrads nicht zur aktuellen Routine passe.

Flip-Flops statt Schutzkleidung
Besonders bedrückend seien die schwersten Folgen. Derzeit lägen zwei junge Motorradfahrer auf der Intensivstation und kämen als Organspender infrage. "Das ist schon dramatisch, wenn Sie da die Familien sehen", sagte Grützner. Er betonte die Wichtigkeit, Gefahren realistisch einzuschätzen und konsequent Schutzkleidung zu tragen. Menschen in kurzen Hosen und Flip-Flops auf Motorrädern zu sehen, mache ihn "echt übel". Grützner selbst besitzt zwar einen Motorradführerschein, fährt jedoch nicht mehr: "Das war es", habe er nach einer Urlaubsfahrt vor vielen Jahren zu seiner Frau gesagt. Das Risiko sei mit den Lebensjahren zu groß geworden. (dpa/bearbeitet durch Red)
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