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Nachricht vom 22.06.2026
Region
Altkleidercontainer im Kreis Altenkirchen verschwinden: Wohin mit gut erhaltener Kleidung?
Lange war klar: Gut erhaltene Kleidung, die aussortiert werden soll, kann man eventuell verkaufen, auf jeden Fall jedoch zum Altkleidercontainer bringen. Doch mittlerweile sind diese vielerort bereits überfüllt oder werden sogar abgebaut. Wo also kann man noch Kleidung abgeben?
Am Rewe-Parkplatz in Hamm (Sieg) stehen noch Altkleider-Container, die man füllen kann. (Foto: rl)Kreis Altenkirchen. Altkleidercontainer gehörten lange wie selbstverständlich zum Ortsbild. Sie standen an stark frequentierten Plätzen und wer seine gebrauchte Kleidung spenden wollte, fand hier einen festen Anlaufpunkt. Doch mittlerweile ändert sich das zunehmend, viele Altkleidercontainer verschwinden. Anfang des Jahres gab der DRK-Kreisverband bekannt, seine Altkleidersammlung zu beenden und die auffälligen roten Container abzubauen. Überfüllte Container, die Vermüllung an den Standorten und ein Rückzug des Logistikpartners hatten zu dieser Entscheidung geführt. Rund eine Tonne Altkleider und -textilien sammeln sich pro Jahr allein in Deutschland an, das Umweltministerium spricht von "über 15 Kilogramm je Einwohner - mit steigender Tendenz". Denn der vermehrte Konsum von sogenannter Fast Fashion sorgt dafür, dass die Menge an (aussortierter) Kleidung immer weiter ansteigt. Das Problem dabei: Fast Fashion, also Kleidung, die zu niedrigen Preisen produziert und verkauft wird, ist nicht nur trendbezogen, sondern auch meist von minderwertiger Qualität - ein Grund also, sie schnell wieder loszuwerden. "Dadurch landen in den Altkleidersammlungen immer mehr Kleidungsstücke, die kaputt oder stark abgenutzt sind, obwohl sich nur Bekleidung, Schuhe sowie Heimtextilien, wie Bettwäsche und Handtücher, als Spende eignen, die noch in gutem Zustand sind", heißt es dazu beim Statistikportal "Statista". Kaputte Bekleidung gehöre stattdessen in den Müll und sorge in den Altkleidersammlungen nicht nur für einen erheblichen Mehraufwand, sondern verursache durch die Entsorgung zusätzliche Kosten.

2024 hieß es auch im "Geo"-Magazin: "Die Zeit der Altkleidercontainer ist vorbei". Mehr und mehr Kleidung sei von so miserabler Qualität, dass sie teuer entsorgt werden müsse, nicht einmal mehr Putzlappen und Dämmmaterial lassen sich aus ihr herstellen. "Dadurch gerät das ganze System ins Wanken", hat sich der Geschäftsführer von "Fairwertung", dem Dachverband gemeinnütziger Altkleider-Sammler, dem Magazin gegenüber vor zwei Jahren geäußert. An immer mehr Orten wurden und werden daher Altkleidercontainer abgebaut.

Altkleiderspenden im Kreis Altenkirchen
Wer nun aber seine gut erhaltene Kleidung von entsprechender Qualität spenden möchte, weiß oftmals nicht wohin damit. Dabei gibt es durchaus noch Möglichkeiten. Seit 1. Januar 2025 gilt die Verpflichtung zur getrennten Sammlung von Textilabfällen. Diese Pflicht richtet sich an die Kommunen beziehungsweise die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger. "Wiederverwendbare, saubere Kleidung kann in den von der Kommune vorgegebenen Stellen abgegeben werden", heißt es in diesem Zusammenhang vom Umweltministerium. Auch die Kreisverwaltung Altenkirchen hat somit Möglichkeiten geschaffen, Alt-Textilien zu entsorgen und zu recyceln. Gut erhaltene Kleidung, Schuhe und Textilien (wie beispielsweise Bettwäsche) können über die Altkleider-Container an den Wertstoffhöfen des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) in Altenkirchen, Nauroth und Kirchen-Wehbach abgegeben werden. Die Kreisverwaltung Altenkirchen weist darauf hin, dass verschmutzte oder beschädigte Kleidung über die Restabfalltonne entsorgt werden kann: "Es ist nur ein Gerücht, dass in diesen Fällen ein Bußgeld anfallen könnte."

Gut erhaltene Kleiderspenden, die zur direkten Weiternutzung gedacht sind, können auch nach vorherige telefonische Absprache in der DRK-Kleiderkammer in Altenkirchen sowie in den Caritas-Läden in Altenkirchen und Betzdorf abgegeben werden. Auch einige Kirchengemeinden im Kreis bieten diese Möglichkeit an, hier lohnt sich eine direkte Nachfrage.

Lesertipps: Hier können Kleiderspenden abgegeben werden
Wir haben außerdem unsere Leser auf Facebook gefragt, welche Möglichkeiten sie kennen, um Kleider abzugeben. Die Antworten:

Bianca W.: "In Kirchen (Lidl) und Betzdorf (Rewe) sind sie zugeklebt mit Folie. Unter der Brücke in Kirchen Richtung KH, wo auch die Glascontainer stehen, stehen zwei offene. Allerdings liegen dort auch Säcke rum, weil es wohl sonst nix gibt."

Nicole S.: "Petz Markt Bahnhofstraße Altenkirchen"

Marcus V.: "Heisterstraße in Wissen kann man Kleiderspenden abgeben. Im Hinterhof der Hausnummer 9 nehmen die Malteser gut erhaltene Kleidung gerne an. Öffnungszeiten müssten gegoogelt werden."

Jeannette H.: "In Wissen beim neuen REWE oben, und ansonsten in Altenkirchen beim Wertstoffhof ist auch ein Container und auch sehr nette Mitarbeiter."

Jutta D.: "Kaufhaus für alle in Waldbröl"

Natalia K.: "Mammelzen, direkt an der B256"

Francis S.: "Kleiderkammer Caritas Betzdorf in der Wagner Straße"

Brigitte L.: "Umsonstladen in Roth"

David G.: "Sozialkaufhaus Montabaur, Caritas Betzdorf"

Mirjam L.: "Immer mal bei den Kirchen nachschauen, ob sie für die Brockensammlung Bethel sammeln!"

Regina B.: "REWE aufm Struthof in Betzdorf"

Heike B.: "Oberwambach am Friedhof"

Anne J.: "Neuerdings bei dem Glas Container in Herdorf am Stegelchen"

Elisabeth D.: "Kleiderkammer Flammersfeld"

Ga B.: "Kleiderbahnhof Hachenburg"

Christiane K.: "Am Netto in Flammersfeld"

Steffi M.: "In Westerburg, Lila Lädchen mal anfragen"


Wir suchen weitere Tipps und Anlaufstellen unserer Leser
Sie wissen, wo noch ein Altkleidercontainer steht, der auch regelmäßig geleert wird? Haben Sie weitere Tipps, wo gut erhaltene Kleidung gespendet werden kann? Oder möchten Sie uns erzählen, mit welchen Schwierigkeiten Sie bei der Abgabe von Altkleidern konfrontiert waren?

Schreiben Sie uns unter redaktion@die-kuriere.info, Betreff: Altkleider

Es handelt sich um Antworten und Einsendungen unserer Leser. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben. Manche Kommentare wurden zum besseren Leseverständnis geringfügig geändert.


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