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Pressemitteilung vom 24.06.2026
Region
Sommerferien als Risikozeit: SOLWODI warnt vor Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung
Während viele Familien die Sommerferien für Erholung und Reisen nutzen, sieht die Frauenrechtsorganisation SOLWODI diese Zeit mit Sorge. Mädchen und junge Frauen könnten in den Ferien ungewollt Opfer von Zwangsverheiratungen oder Genitalverstümmelungen werden.
Symbolbild: Christoph Lodewick für SOLWODIKoblenz. Am 22. Juni äußerte die Frauenrechtsorganisation SOLWODI ihre Bedenken hinsichtlich der bevorstehenden Sommerferien. Die Organisation hat festgestellt, dass diese Zeit oft genutzt wird, um Mädchen und junge Frauen gegen ihren Willen zu verheiraten oder sie einer weiblichen Genitalverstümmelung (FGM/C) zu unterziehen. Im Jahr 2025 betreuten die Fachberatungsstellen von SOLWODI bundesweit 261 Betroffene von drohender oder bereits erfolgter Zwangsverheiratung sowie 91 Frauen und Mädchen wegen FGM/C.

"Die Sommerferien dürfen nicht zur Hochsaison für Menschenrechtsverletzungen an Mädchen werden", erklärte Dr. Maria Decker, Vorsitzende von SOLWODI. "Gerade in der Ferienzeit steigt für manche Mädchen das Risiko erheblich. Viele freuen sich auf die Reise zu Verwandten und wissen nicht, was sie dort erwartet - eine Eheschließung oder Genitalverstümmelung." Beide Praktiken sind in Deutschland strafbar, auch wenn sie im Ausland an deutschen Staatsangehörigen oder in Deutschland lebenden Betroffenen veranlasst oder durchgeführt werden.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis zeigt die Gefahr: Eine junge Frau, genannt "Salma", wandte sich während ihrer Abiturzeit an SOLWODI. Sie berichtete von starkem familiären Druck, eine unerwünschte Ehe einzugehen, insbesondere im Zusammenhang mit einer geplanten Reise ins Herkunftsland der Familie. Dank der Unterstützung durch SOLWODI konnte sie rechtzeitig in eine Schutzunterkunft vermittelt werden und lebt heute selbstständig.

SOLWODI ruft Lehrkräfte, Schulsozialarbeitende, medizinisches Personal sowie Freunde und Angehörige dazu auf, aufmerksam zu bleiben. Hinweise auf eine mögliche Gefährdung können ausgeprägte Ängste vor einer Auslandsreise, kurzfristig angekündigte Reisen ins Herkunftsland oder zunehmende Kontrolle durch Angehörige sein. Auch sollte die Sorge ernst genommen werden, nach den Ferien nicht mehr nach Deutschland zurückkehren zu können.

"Für viele Betroffene geht es um weit mehr als die Ferien. Es geht um die Frage, ob sie weiterhin selbst über ihre Ausbildung, ihre Beziehungen und ihre Zukunft entscheiden dürfen", betonte Dr. Maria Decker. PM/Red
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