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Nachricht vom 03.07.2026
Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz rüstet sich gegen Waldbrände - Wie gut ist das Bundesland vorbereitet?
Trockenheit, Wind, Kampfmittel: Wenn diese Dinge zusammenkommen, kann es brenzlig werden, so gesehen beim Waldbrand am Rotenfels. Fragt sich, wie Rheinland-Pfalz für solche Lagen vorbereitet ist.
Polizeihubschrauber im Einsatz (Foto: Thomas Frey/dpa)Rheinland-Pfalz. Rheinland-Pfalz ist eines der waldreichsten Bundesländer. Das rückt den Kampf gegen Waldbrände besonders in den Fokus - zumal dieser Sommer schon lange trockene und heiße Phasen gebracht hat und mit dem Feuer am Rotenfels in Bad Kreuznach einen größeren Brand. Was steht alles zur Verfügung im Kampf gegen die so gefährlichen Flammen?

Wie bekämpft Rheinland-Pfalz Waldbrände?
Die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden erfordere je nach Lagebild unterschiedliche technische Einsatzmittel, berichtet das Innenministerium. Rheinland-Pfalz habe seine gezielt ausgebaut.

Gekauft wurden acht geländegängige Tanklöschfahrzeuge. Diese sind laut Ministerium jeweils einem Leitstellenbereich im Land zugeordnet, können bei Bedarf im ganzen Land genutzt werden. Die insgesamt rund 3,5 Millionen Euro teuren Allrad-Fahrzeuge wurden nach rheinland-pfälzischen Bedürfnissen konfiguriert.

Sie haben einen 3.000 Liter fassenden Wassertank, Waldbrand-Werkzeuge an Bord und können bis zu 1,20 Meter Wasserhöhe durchfahren. 300 Liter Wasser sind für den Eigenschutz dabei und sorgen für eine Art Wasservorhang gegen extreme Hitze in Brandgebieten.

Angeschafft wurden für rund 36 Millionen Euro zudem vor zwei Jahren zwei neue Polizeihubschrauber vom Typ Airbus H145, an die Behälter für hunderte Liter Löschwasser gehängt werden können. Die Maschinen haben 900 PS Leistung und werden mit ihren fünf Rotorblättern bis zu 280 Stundenkilometer schnell. Mit einer Tankfüllung können sie über drei Stunden in der Luft bleiben und bis zu 650 Kilometer zurücklegen - wichtig für den Einsatz in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz.

Das Ablassen von Löschwasser wird in der Höhe über ein Magnetventil gesteuert. Es gibt eine Rettungswinde mit einem 90 Meter langen Seil, so können bis zu 270 Kilogramm nach oben gehievt werden. Bilder von hochauflösenden Kameras an Bord können in für den Katastrophenschutz wichtigen Behörden schnell eingesehen werden.

Dazu können laut Ministerium Tanklöschfahrzeuge eingesetzt werden, für den Wassertransport oder das Löschen selbst sowie Löschrucksäcke für Nachlöscharbeiten, etwa beim Bekämpfen von Glutnestern im Boden. Zum Equipment zählen Werkzeuge wie Waldbrandhacken oder leichte Schutzkleidung, um die körperliche Belastung für Einsatzkräfte zu verringern.

Was kann bei großen Waldbränden noch zum Einsatz kommen?
Das Innenministerium verweist auf Löschroboter, die bei Bränden auf mit Munition oder anderen Kampfmitteln belasteten Flächen zum Einsatz kommen können - wie beim Brand bei Traisen im Kreis Bad Kreuznach. Dort wurde ein Löschroboter aus Niedersachsen angefordert, der von einer in Vechta sitzenden Firma in Kooperation mit der dortigen Feuerwehr entwickelt wurde.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm sitzt ein auf Waldbrandbekämpfung spezialisiertes Unternehmen, das eine Art Raupe entwickelt hat, die ebenfalls bei mit Munition belasteten Waldbrandflächen genutzt und ähnlich wie der Löschroboter aus der Ferne gesteuert werden kann. Die Firma hat einen Kooperationsvertrag mit dem Kreis Bernkastel-Wittlich.

Ob spezielle Einsatzmittel genutzt werden, entscheidet grundsätzlich die örtlich zuständige Einsatzleitung - je nach Größe des Brandes kann das der Kreis sein oder eine Kommune. Wenn benötigte Dinge nicht verfügbar sind, werden länderübergreifende Anforderungen über die Lagezentren gesteuert.

Wie sieht sich das Land aufgestellt?
Innenminister Achim Schwickert (CDU) sieht das Land gut aufgestellt. Es gebe moderne Einsatzkonzepte, spezielle Fahrzeuge, landesweit verfügbare Unterstützungskomponenten und eine leistungsfähige Luftunterstützung. Weil die Sommer trockener werden, werden auch die Einsätze komplexer. Die Erfahrungen aus dem Einsatz am Rotenfels sollen mit den Kommunen für ein mögliches Nachsteuern der Konzepte ausgewertet werden.

Landesforsten arbeitet etwa aktuell mit der Branddirektion Frankfurt und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg an einem Projekt, um Forst- und Feuerwehrpersonal besser zu vernetzen.

Den Einsatz nahe dem Ort Traisen hatte Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) besucht. Dabei sagte er, es müsse über den Kauf von neuem Gerät nachgedacht werden. Was definitiv kommen soll, sind Materiallager des Landes. Deren Aufbau ist laut Innenministerium derzeit in Planung.

Welchen Wald gibt es in Rheinland-Pfalz?
Im bundesweiten Vergleich gilt das waldreiche Rheinland-Pfalz mit einer Fläche von über 850.000 Hektar und einem Anteil an der Landesfläche von 43 Prozent als kein Land mit besonderer Waldbrandgefährdung. Grund ist der hohe Laubbaumanteil von rund 60 Prozent sowie die wachsende Fläche von Mischwäldern, deren Anteil mittlerweile bei 85 Prozent liegt. Große Brände kommen häufiger in reinen Nadelwaldregionen vor.

Schutz vor Feuer wird laut Landesforsten auch durch das dichte Wegenetz im heimischen Forst gewährleistet, das im Brandfall schnellen Zugang für die Feuerwehren sicherstellt und als Brandschneisen-System fungieren kann.

Was bedeutet ein Waldbrand für Tiere?
Wie gravierend die Auswirkungen eines Waldbrands für Tiere ausfallen, hängt laut dem Naturschutzbund (Nabu) vor allem von der Intensität des Feuers und der Größe der betroffenen Fläche ab. Besonders stark betroffen sind wenig mobile Arten wie Amphibien, Reptilien und zahlreiche Insekten. Auch Jungtiere sowie bodenbrütende Vogelarten sind häufig nicht in der Lage, rechtzeitig zu fliehen. Größere Säugetiere und viele Vogelarten hingegen können sich in der Regel frühzeitig in Sicherheit bringen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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