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| Nachricht vom 06.07.2026 |
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| Altenkirchener Stadtstraßen „Auf dem Steinchen“: Sanierung in finaler Phase |
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| Wenn sich die Sanierung einer Straße dem Ende nähert, atmen wahrscheinlich viele Anwohner rechts und links des Strangs auf. Belastungen durch Lärm, Staub und Matsch gehören also bald der Geschichte an. Der runderneuerte Lohmühlenweg in Altenkirchen hat die bituminöse Tragschicht erhalten. |
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Altenkirchen. Die Sanierung der Straßen des Altenkirchener Baugebietes „Auf dem Steinchen“ ist momentan eines der großen Infrastrukturprojekte der Stadt. Der erste Bauabschnitt (Schwalben- und Finkenweg sowie „Auf dem Rähmchen“) ist seit fast zwei Jahren Geschichte, der zweite (Lohmühlenweg und „Auf dem Steinchen“) nähert sich mit Riesenschritten seiner Vollendung. Sichtbares Zeichen war am Montag (6. Juli) der Einbau der zehn Zentimeter dicken bituminösen Tragschicht in einen großen Teil des Lohmühlenwegs. Rund 400 Tonnen des heißen Materials, das per Lastwagen vom Mischwerk Käuser-Steimel (Elkenroth) den Weg in die Kreisstadt nahm, seien benötigt worden, berichtete Vorarbeiter Dimitri Bojko von der ausführenden Firma WWB Tiefbaugesellschaft mbH (Krunkel). Ein weiterer kleinerer Abschnitt war bereits vor geraumer Zeit „schwarz“ gemacht worden. Nunmehr warten noch die Anrainer der Verbindung zwischen Lohmühlenweg und Kumpstraße (Auf dem Steinchen) auf die finalen Arbeiten inklusive der Fertigstellung der Fahrbahn. Nach inzwischen gut zweijähriger Bauzeit soll das Vorhaben, das lange geplant worden war, im Oktober abgeschlossen werden – immer vorausgesetzt, das Wetter spiele mit, wie Bauleiter Jan Thiel vom Fachbereich 3 (Infrastruktur, Bauen und Umwelt) der Verwaltung der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld darstellte.
Pflanzbeete und LED-Lampen
Im Zuge des Ausbaus ließen die Verbandsgemeindewerke viele Wasser-Hausanschlüsse erneuern, zudem wurde über die gesamte Länge der beiden Straßen der Abwasserkanal (teils Misch- und teils Trennsystem) inklusive aller Verbindungen zu den Gebäuden auf Vordermann gebracht. Ein Stauraumkanal auf einer Länge von 75 Metern (Rohrdurchmesser 800 Millimeter) soll helfen, bei Starkregenereignissen Überflutungen zu minimieren. Das Oberflächenwasser (Trennsystem) wird in den Driescheider Bach abgeschlagen. Darüber hinaus befinden sich nunmehr die weiteren Versorgungsleitungen für Strom und für die Telekommunikation unter der Oberfläche. Die Fahrbahn weist unterschiedliche Breiten zwischen 4,50 und 6,00 Metern auf, um die Geschwindigkeit der fahrbaren Untersätze zu reduzieren. Parkplätze, die wechselseitig verspringen, sollen diesen Effekt verstärken. Pflanzbeete ergänzen die Gestaltung der Nebenanlagen. Die neuen Straßenlampen garantieren die Ausleuchtung per LED-Lampen. Die gepflasterten Bereiche orientieren sich in der Farbgebung an den rötlich brauen Steinen, wie sie seit einiger Zeit in Altenkirchen in Mode gekommen sind. Nichts zu mäkeln hatte Thiel bislang an der Ausführung der Arbeiten und stufte sie als „zu unserer vollsten Zufriedenheit“ ein. Vor dem Auftakt der Modernisierung musste auf eine Bürgerversammlung verzichtet werden, da das Corona-Virus immer noch ständiger Begleiter der Bevölkerung war. Deshalb waren die Pläne online einsehbar, so dass der Verwaltung einige Anmerkungen übermittelt wurden. „Wir haben sie alle bewertet, einige Überlegungen flossen schließlich in das Konzept ein, andere wurden verworfen“, blickte Thiel zurück. Der Auftrag für die Erledigung des ersten Bauabschnittes war für 2.317.577 Euro im Dezember 2022 an die Firma Robert Schmidt GmbH (Müschenbach) vergeben worden und beinhaltete alle Teilaspekte (VG-Werke und Stromnetzbetreiber EAM), rund 2.449.000 Euro waren im städtischen Haushalt für die Realisierung des zweiten Teilbereiches eingestellt worden. Übrigens war es die erste Baumaßnahme der Stadt, die nach dem Prinzip der wiederkehrenden Beiträge (im Gegensatz zu den zuvor geltenden einmaligen Beiträgen) abgerechnet wird.
Gedankenspiele begannen in den 1950er-Jahren
Das Baugebiet „Auf dem Steinchen" geht auf Gedankenspiele zurück, die Ende der 1950er-Jahre gemacht wurden. Der damalige Stadtrat unter Führung von Bürgermeister Dr. Emil Haas (SPD) beschäftigte sich laut einer Veröffentlichung von Hans Helzer im Heimatjahrbuch 2008 des Kreises Altenkirchen mit der Frage, wo die Stadt ein größeres Neubaugebiet ausweisen könne. „Dr. Haas teilte dem Rat mit, man habe 120 wohnungssuchende Familien registriert", blickte Helzer zurück. In dem Gremium kam der Gedanke auf, die damals noch weitgehend von landwirtschaftlichen Flächen geprägte und unbebaute Glockenspitze für eine Wohnbebauung zu erschließen. Wegen der für diesen Plan ermittelten hohen Kosten für die Wasserversorgung habe man das Steinchen vorgezogen. Der Rat legte dann schon die Straßennamen fest: Auf dem Steinchen, Auf dem Rähmchen, Finken-, Schwalben- und Lohmühlenweg. Gleichzeitig beschloss er, in dem neuen Baugebiet sollten nur Häuser mit einem bzw. anderthalb Geschossen entstehen. Auch die Dachneigung wurde festgelegt.
14.000 Quadratmeter für den Straßenbau
Aus ihrem Grundbesitz stellte die Stadt nach Helzers Ausführungen 14.000 Quadratmeter für den Straßenbau und 2097 Quadratmeter für einen Spielplatz zur Verfügung. 1958 wurde die rund zehn Hektar große Fläche mit der Flurbezeichnung „Das Steinchen" zum „Aufbaugebiet" erklärt. Der Plan wurde am 7. Juli 1959 von der Bezirksregierung Koblenz genehmigt. Nach den damaligen Gepflogenheiten hatten die Grundstücke durchweg eine Größe zwischen 800 und 1100 Quadratmeter. Bis auf ganz wenige sind heute alle bebaut. Die Grundstücke „Auf dem Rähmchen" konnten nicht in den Plan inkludiert werden, da der Ausbau der Straße schon vor dem Inkrafttreten des Bundesbaugesetzes erfolgte. Nicht einbezogen wurden ebenfalls zahlreiche Grundstücke an der Kumpstraße. Fußwege von der Kumpstraße, vom Lohmühlenweg und zum Spielplatz entstanden. „Der Gesamtaufwand der Erschließung betrug 676.000 Mark", beschrieb Helzer. Davon waren 426.000 Mark umlagefähig (75 Prozent). Die Stadt schoss 250.000 Mark zu. Im Dezember 1967 erhielten die Haus- und Grundbesitzer ihre Beitragsbescheide. 75 Prozent der Kosten wurden je zur Hälfte nach Frontlänge und Grundstücksgröße berechnet. Die 2667 Meter Frontlänge an den Straßen wurden je Meter mit rund 80 Mark belastet. Die bebaubare Fläche von 101.000 Quadratmeter kostete die Bauwilligen je Quadratmeter circa 2,10 Mark. In den folgenden Jahrzehnten dehnte sich die Kreisstadt weiter aus. Im Leuzbacher Feld entstanden nach dem Bau des Krankenhauses neue Straßen und Häuser. Diese Entwicklung wurde aber übertroffen durch die Bebauung rund um das Hofgut Honneroth in den 1970-, 1980- und 1990er-Jahren. (vh) |
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