AK-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Altenkirchen
Nachricht vom 17.07.2026
Region
Vor dem Abriss: Ein letzter Blick in das alte Wissener Rathaus
Die Wissener Verwaltung hat eine neue Unterkunft gefunden, das alte Rathaus muss weg: Bald schon werden die Abbrucharbeiten beginnen - doch es gibt letzte Bilder aus dem Inneren des Gebäudes.
Letzte Blicke ins alte Wissener Rathaus (Fotos: "Hope")Wissen. Vor rund einem Monat ist das alte Rathaus in Wissen geschlossen worden, die Mitarbeiter sind in den in direkter Nachbarschaft errichteten Neubau gezogen. In Kürze finden die Abbrucharbeiten statt - damit endet die fast 70-jährige Geschichte des Gebäudes. Während das alte Rathaus schlichtweg nicht mehr zeitgemäß war, freuen sich die Mitarbeiter im neuen Gebäude über ein modernes Haus mit neuester Technik, ansprechenden Büros aus Holz und Beton, ordentlicher Heizung ohne fossile Brennstoffe und Kühlung im Sommer. Auch wenn noch nicht alles endgültig fertig ist im neuen Rathaus und auch der Eingang über die Straße "Am Biesem" vorerst ein Provisorium bleibt, bis der neue Rathausplatz mit Haupteingang gestaltet ist. Bis alles fertig ist, wird noch mindestens ein Jahr vergehen. Die offizielle Eröffnung von neuem Rathaus und Rathausplatz soll am 3. und 4. September 2027 stattfinden.

Fotos aus dem Wissener Rathaus nach dem Umzug
Und während die Wissener Verwaltung in ihre neue Zukunft startet, hat der Fotograf Mike aus Betzdorf (auch bekannt als "Hope"), der unter dem Projektnamen "Die Füchse im Westerwald" verlassene Orte in der Umgebung dokumentiert, die Vergangenheit in Bildern festgehalten. Denn nachdem die letzten Mitarbeiter das alte Rathaus verlassen hatten, konnte er mit offizieller Erlaubnis der Wissener Verwaltung die Chance nutzen, vor Entrümpelung und Abriss ein letztes Mal die Räume zu fotografieren. Entstanden sind eindrucksvolle Aufnahmen, die von der Vergangenheit eines Gebäudes, einer Verwaltung und einer Stadt erzählen.



Auf seiner Facebookseite "Die Füchse im Westerwald" zeigt er in insgesamt sechs Teilen jedoch nicht nur die Bilder aus dem Rathaus, sondern er erzählt auch von dessen Funktionsweise und Geschichte. So erfährt man beispielsweise, dass sich im Keller einst die Polizeidienststelle von Wissen befunden hat. Aus dieser Zeit sind bis heute die originalen Zellentüren erhalten geblieben. Die ehemaligen Arrestzellen wurden später zwar als Lagerräume genutzt, dennoch sei die frühere Nutzung bis heute deutlich erkennbar. "Beim Rundgang hatte man fast das Gefühl, als wäre die Zeit stehen geblieben, denn viele Details aus der Zeit der Polizeidienststelle sind bis heute nahezu unverändert erhalten geblieben. Gerade diese authentischen Spuren verleihen dem Keller eine ganz besondere Atmosphäre und machen ihn zu einem der spannendsten Bereiche des gesamten Gebäudes", so der Fotograf. Weiter führte ihn der Rundgang in das Erdgeschoss mit dem ehemaligen Eingangsbereich des Rathauses, Bürgerbüro und Standesamt; im ersten Obergeschoss konnte "Hope" unter anderem die Finanzabteilung und die Personalabteilung ein letzten Mal fotografieren "sowie das Büro des Bürgermeisters, dem ich es unter anderem zu verdanken habe, dass ich dieses Fotoprojekt durchführen durfte."

Es folgen Aufnahmen aus dem zweiten Obergeschoss mit der Kassen- und der Bauabteilung und den Sanitäranlagen. "Als Letztes ging es auf den Speicher des ehemaligen Rathauses in Wissen (Sieg). Hier befand sich der weitläufige Archivraum, in dem Akten und Gebäudepläne fein säuberlich in Regalen und Kisten gelagert wurden", schildert der Fotograf. "Die Rundbögen, durch die man hindurchging, erinnerten mich irgendwie an Hogwarts und verliehen dem Dachboden eine besondere Atmosphäre." Zwischen den Regalen standen noch einige ältere Geräte aus der früheren Nutzung des Rathauses. Besonders auffällig sei eine alte Empfangseinrichtung beziehungsweise Antenne unter dem Dach gewesen, die vermutlich für den Radio- oder Fernsehempfang genutzt wurde. "Auf dem Rückweg zum Ausgang habe ich noch kurz durch ein Bürofenster fotografiert, weil mir etwas Persönlichkeit fehlte. Lustigerweise stand direkt dahinter ein Bus mit dem Werbeslogan ‚Begeisterung ist unterwegs.‘ Passender hätte es kaum sein können - ich war von dieser Location tatsächlich ziemlich begeistert. Auch im Treppenhaus standen noch weitere alte Geräte, darunter eine Rechenmaschine mit Druckwerk, die früher in der Verwaltung zum Einsatz kam. Solche kleinen Zeitzeugen machen verlassene Orte für mich besonders interessant", erklärt der Fotograf auf seiner Facebookseite zum Abschluss.

Zur Facebookseite "Die Füchse im Westerwald" geht es hier: www.facebook.com In sechs Teilen sind die Fotos aus dem Rathaus zu sehen. Eine Auswahl durften wir für diesen Artikel verwenden, Sie finden sie unter dem Artikel.
       
       
       
Nachricht vom 17.07.2026 www.ak-kurier.de