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| Nachricht vom 22.07.2026 |
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| Region |
| Neue Studie: Der Hausarztmangel spitzt sich auch im Westerwald weiter zu |
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| Einer in dieser Woche veröffentlichten Studie des Berliner Iges-Instituts im Auftrag des Bosch Health Campus zufolge steht es schlecht um die Entwicklung der Besetzung von Hausarztstellen. Demnach könnte bis zum Jahr 2040 jede fünfte Hausarztstelle unbesetzt bleiben. |
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Region. Es ist kein neues Problem, aber es könnte sich nochmals verschärfen: Die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Rheinland-Pfalz hatte dem AK-Kurier gegenüber bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass die Ressource Arzt und Ärztin aus vielfältigen Gründen immer knapper werde. Die KV in Rheinland-Pfalz bestätigte damals einen "wachsenden Ärztemangel im ambulanten Sektor" und erklärte, dass sie die aktuelle Bedarfsplanung als "längst überholt und nicht mehr bedarfsgerecht" empfindet.
Die neue Studie zum Thema "Primärversorgung 2035+" des Berliner Iges-Instituts im Auftrag des Bosch Health Campus bestätigt dieses Bild nun für ganz Deutschland und insbesondere für ländliche Gebiete. Die bestehenden Versorgungsstrukturen geraten zunehmend unter Druck, heißt es bereits im Vorwort der Studie: "Schon heute ist absehbar, dass die Versorgung der Zukunft nicht allein durch die traditionellen Modelle der hausärztlichen Versorgung sichergestellt werden kann." Denn der Trend ist klar: Während im Jahr 2024 bundesweit rund 4.400 Hausarztsitze unbesetzt waren, werden es im Jahr 2040 der Iges-Prognose zufolge 12.000 sein. Fast ein Fünftel aller Landkreise in Deutschland könnte bis 2040 hausärztlich unterversorgt sein, das heißt, einen Versorgungsgrad unter 75 Prozent aufweisen - es gibt dort also deutlich weniger Hausärzte als vorgesehen. Weitere 15 Prozent werden der Prognose zufolge mit einem Versorgungsgrad 75 bis 80 Prozent nahe an der hausärztlichen Unterversorgung sein. Der hausärztliche Versorgungsgrad bemisst das Verhältnis der verfügbaren Hausärzte zum kalkulierten Bedarf in einer definierten Region.
Schlechte Bedingungen im Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis
Bei der prognostizierten Veränderung der Hausarztdichte (2040 gegenüber 2024) gehören der Landkreis Altenkirchen und der Westerwaldkreisen zu den bundesweit 40 Kreisen, die am stärksten von einer Verschlechterung betroffen sind. Hier wird ein Rückgang der besetzten Stellen um mehr als 30 Prozent erwartet. Etwas besser sieht es im Kreis Neuwied aus, hier wird ein Rückgang zwischen zehn und 20 Prozent erwartet. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Darstellung der aktuellen hausärztlichen Unterversorgung: Im Kreis Altenkirchen und im Westerwaldkreis herrscht aktuell bereits ein Versorgungsgrad von unter 75 Prozent. Der Kreis Neuwied weist einen Versorgungsgrad von aktuell 75 bis 110 Prozent auf. Die Region gilt damit zwar nicht als unterversorgt, aber es könnten dort noch zusätzliche Hausärzte zugelassen werden.
Der Landrat des Kreises Altenkirchen, Dr. Peter Enders, äußerte sich im Dezember des vergangenen Jahres dem AK-Kurier gegenüber ähnlich: "Leider arbeiten viele Haus- und Fachärzte am Anschlag, bei vielen älteren Ärzten ist die Nachfolgefrage offen." Es gebe seit langem zu wenige Medizinstudienplätze und damit zu wenige Mediziner, die für eine Tätigkeit als niedergelassene Ärzte auf dem Land gewonnen werden können. Auch das bestätigt die neue Iges-Studie: Die Zahl der Hausärzte hat sich zwischen 2009 und 2025 lediglich um etwa vier Prozent erhöht - der geringste Anstieg aller Arztgruppen. Bei den anderen Arztgruppen betrug der Aufwuchs etwa 36 Prozent. Zudem hat sich das Durchschnittsalter der Hausärzte im gleichen Zeitraum von 52,6 auf 55 Jahren erhöht. Dabei ist der Anteil der Über-65-jährigen Hausärzte von sechs auf 16,5 Prozent gestiegen. Somit befindet sich jeder sechste Hausarzt aktuell in einem Alter, in dem eigentlich der Ruhestand schon ein Thema ist. Ungefähr jeder dritte Hausarzt war 2025 immerhin 60 Jahre oder älter, was absehbar zu einer Verschärfung der Probleme bei der Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung führt.
Mögliche Lösungen für das Problem zeigt die Iges-Studie allerdings auch auf. Zwar werden nicht mehr Hausarztstellen besetzt werden können, allerdings könne ein niedrigerer Bedarf an hausärztlicher Versorgung entstehen - etwa durch mehr Präventionsmaßnahmen, dem Ausbau der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung oder eine niedrigere Inanspruchnahme von medizinischer Hilfe beziehungsweise eine Verlagerung auf digitale Hilfsangebote wie die Stärkung der Telemedizin. Der Hausärztemangel soll somit nicht primär durch mehr Hausärzte, sondern durch neue Versorgungsstrukturen, Arbeitsteilung, Digitalisierung und interprofessionelle Teams kompensiert werden. Hinsichtlich des geplanten Primärversorgungssystems der Bundesregierung müsse ein klares Zielbild mit konkret definierten Aufgaben entwickelt und die Primärversorgung strukturell gestärkt werden.
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| Nachricht vom 22.07.2026 |
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