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| Nachricht vom 29.07.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Rhein in Bedrängnis: Niedrigwasser sorgt für Schwierigkeiten in Rheinland-Pfalz |
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| Der Rhein, eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas, kämpft derzeit mit niedrigen Pegelständen und hohen Temperaturen. Diese Bedingungen stellen sowohl die Natur als auch die Wirtschaft vor erhebliche Herausforderungen. |
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Rheinland-Pfalz. Sehr wenig Wasser - und das besonders warm: Der Rhein steht derzeit unter besonderer Belastung. Welche Folgen das Niedrigwasser und die Temperaturen haben.
Fische und Umwelt
Die für Wasserlebewesen kritische Schwelle von 25 Grad wird seit Montag (20. Juli 2026) wieder unterschritten, könnte aber an den kommenden Tagen erneut erreicht werden, heißt es im rheinland-pfälzischen Umweltministerium. Am Samstag (26. Juni 2026) wurden laut Bundesanstalt für Gewässerkunde bei Koblenz sogar 28 Grad gemessen.
Hohe Wassertemperaturen führen laut Umweltministerium wegen der niedrigen Sauerstoffverfügbarkeit und geringeren Abflüssen des Wassers zu Stress für die Lebewesen. "Je geringer der Abfluss, desto weniger O₂ (Sauerstoff) und Raum steht den im Rhein lebenden Organismen zur Verfügung." Dann können etwa die wechselwarmen Fische nicht gut in kühlere Bereiche ausweichen. "Ändert sich die Wassertemperatur, ändert sich die Temperatur des Fisches." Für den Barben-Bestand sei eine Überschreitung der 25 Grad kritisch.
Blindgänger
Niedrige Wasserstände legen alte Munition frei, die der Kampfmittelräumdienst begutachten muss. "Jedoch führt nicht jede Meldung tatsächlich zum Fund von Kampfmitteln, da es sich auch lediglich um angeschwemmten Schrott handeln kann", erklärt eine Sprecherin. Unabhängig von den Erfahrungswerten untersuche der Kampfmittelräumdienst jedoch alle gemeldeten Funde.
"Generell warnen wir jeden Mitbürger und jede Mitbürgerin davor, Gegenstände, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass es sich um Kampfmittel handeln könnte, zu berühren oder zu bewegen", betont die Sprecherin. Hier sollte umgehend das zuständige Ordnungsamt der Verbandsgemeinde oder die Polizei verständigt werden.
Personenschifffahrt
Auch sie bremst das niedrige Wasser. Für Kabinenschiffe könnte es bald eng werden - je nach Wetterlage komme irgendwann der Moment, ab dem die Hotelschiffe nicht mehr fahren können, betonte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein in Bingen unlängst. In Bonn fuhr sich ein Hotelschiff mit 75 Passagieren und 40 Crewmitgliedern fest. Bereits zuvor mussten die Passagiere der "MS Aurelia" informiert werden, dass die Reise umgeroutet wird - es entfielen etwa Stopps in Rüdesheim, Worms und Mainz.
Rheinfähren
Die neun Fähren zwischen Ingelheim und Bad Honnef sind trotz Niedrigwasser regulär nach Fahrplan unterwegs, wie es auf der Homepage heißt. Hingegen pausieren aktuell die "Peter Pan" zwischen Leimersheim und Leopoldshafen und die "Baden-Pfalz" zwischen Neuburg und Neuburgweier. Auch zum Beispiel in Leverkusen fiel die Fähre wegen der Pegelstände aus.
Sportbootverleih
Auf dem Rhein sind nicht nur deutlich weniger Berufs- und Personenschiffe, sondern auch weniger Freizeitsportler zu sehen. "Es kommen gerade keine neuen Reservierungen rein", sagt Andreas Bitnar von mietboot.com in Mainz. Viele Neukunden trauten sich bei dem niedrigen Wasserstand nicht, ein Boot zu mieten und schöben ihr Vorhaben auf - oft bis ins nächste Jahr.
Auch die privaten Bootseigner machten aus Vorsicht seltener die Leinen los. "Ein eigenes Boot zu haben, heißt nicht, sich im Revier auszukennen", sagt Bitnar. Hier und da habe es schon gekracht. Denn: "Je niedriger das Wasser, desto mehr muss beachtet werden." Die Bootsverleiher müssten nicht nur mit weniger Nachfrage, sondern auch mit deutlich höheren Spritpreisen klarkommen.
Wasserpest
Und noch etwas kann die Freizeitschifffahrt behindern: die Wasserpest. Diese ursprünglich aus Nordamerika kommende Wasserpflanze hat sich in diesem Jahr aufgrund niedriger Wasserstände und hoher Wassertemperaturen geradezu explosionsartig in Gewässerbereichen mit wenig Strömung vermehrt, zum Beispiel in Häfen, Buchten oder Altrheinarmen.
Die Wasserpest wurzelt am Gewässergrund, ihre Stängel können bis zu drei Meter lang werden, können sich um Schrauben legen, auch das Paddeln oder Rudern wird in zugewucherten Bereichen schwierig. Manche Rudervereine am Rhein berichten, dass es deswegen bei Anfängern zu mehr Kenterungen kommt. Trainingseinheiten oder auch Regatten wurden bereits abgesagt.
Gütertransport - Beispiel BASF
Der weltgrößte Chemiekonzern mit Stammwerk in Ludwigshafen verfolgt die Entwicklung nach eigenen Angaben sehr eng. "Bisher konnte der Binnenschifftransport durch den Einsatz einer größeren Anzahl an Niedrigwasser-Schiffen weitestgehend aufrechterhalten werden", teilt eine BASF-Sprecherin mit. Mit einer Verlagerung bestimmter Mengen auf alternative Transportmittel wie Lastwagen und Schiene werde die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen gestützt.
"In Einzelfällen kann es beim Andauern der aktuellen Wetterlage zu Lieferengpässen kommen", meint die Sprecherin. BASF stehe mit den Kunden in engem Kontakt. Der Konzern transportiert 40 Prozent der Güter an seinem Stammwerk per Schiff. In der Vergangenheit hatte in Ludwigshafen ein geringer Wasserstand zum zeitweisen Produktionsstopp geführt.
Fahrrinne im Rhein
Da es einige Engstellen im Mittelrhein gibt, soll die Fahrrinne vertieft werden, um durchgängig mit einem gewissen Tiefgang fahren zu können. Mehr Tiefgang bedeutet, dass Schiffe mehr Ladung an Bord nehmen können. Es geht um den Rheinabschnitt von Budenheim bei Mainz im Süden bis St. Goar im Norden. Mit dem Projekt sollen zusätzliche 20 Zentimeter an Wassertiefe realisiert werden. Was wenig klingt, ließe pro Schiff nach früheren Angaben der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) bis zu 200 Tonnen mehr Fracht pro Schiff zu.
Es handelt sich bei der "Abladeoptimierung der Fahrrinnen am Mittelrhein", wie das Vorhaben heißt, um ein langfristiges Projekt. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 steht es als vorrangiges Projekt, vor 2033 dürfte es vergangenen Aussagen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) nach aber nicht mit der Umsetzung losgehen. Folgen einer tieferen Fahrrinne für Strömungsverhältnisse und das Ökosystem Rhein müssen mitbedacht werden. Bei der BAW in Karlsruhe wurde eine Rhein-Passage für Simulationen verkleinert nachgebaut.
Was sagt die Landespolitik?
Der Bund sei gefordert, die für die Bundeswasserstraße Rhein notwendigen Maßnahmen voranzubringen, fordert Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD). "Das aktuelle Niedrigwasser auf dem Rhein macht erneut deutlich, wie verletzlich eine der wichtigsten Verkehrsachsen Deutschlands ist." (dpa/bearbeitet durch Red) |
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| Nachricht vom 29.07.2026 |
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