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Nachricht vom 14.08.2026
Rheinland-Pfalz
Gefahr für Fische in Rheinland-Pfalz: Niedrigwasser bedroht Ökosysteme
Die anhaltende Trockenheit hat die Pegelstände vieler Gewässer in Rheinland-Pfalz drastisch sinken lassen. Besonders betroffen sind kleinere Bäche und Flüsse, wo das Niedrigwasser zu einem bedrohlichen Szenario für Fische und andere Lebewesen führt.
Fischsterben am Steinhuder Meer. Foto: Julian Stratenschulte/dpaMainz. Niedrigwasser beherrscht aktuell die Lage in zahlreichen rheinland-pfälzischen Gewässern. Während große Flüsse wie der Rhein extrem wenig Wasser führen, trocknen kleinere Bäche teilweise vollständig aus oder zerfallen in einzelne Tümpel. Dies stellt eine lebensgefährliche Kombination aus Hitze, Sauerstoffmangel und konzentrierten Schadstoffen für Fische dar. Frank Steinmann vom Landesfischereiverband Rheinland-Pfalz warnt vor Fischsterben und lokalen ökologischen Kollapsen, insbesondere in kleinen und mittleren Nebenflüssen von Rhein, Mosel, Lahn und Nahe.

Warum ist wenig Wasser für Fische so gefährlich? Eine geringe Wassermenge erwärmt sich schneller und kann weniger Sauerstoff aufnehmen, was die Situation für Fische verschärft. Sinkt auch die Strömung, gelangt noch weniger Sauerstoff ins Wasser. Stauhaltungen durch Wehre verstärken diesen Effekt zusätzlich. In Abschnitten von Lahn und Nahe könne sich das Wasser besonders schnell erwärmen, erklärt Steinmann.

Bei Niedrigwasser verliert das Gewässer zudem seine Verdünnungskraft, wodurch Nährstoffe und Schadstoffe aus Kläranlagen stärker konzentriert sind. "Genau dieses Zusammenspiel mehrerer Stressfaktoren - Hitze, Sauerstoffmangel, Schadstoffe - bringt die Ökosysteme derzeit zum Kippen", sagt Steinmann.

Besonders empfindlich reagieren kälteliebende und sauerstoffbedürftige Arten wie Bachforelle und Äsche. Auch Jungfische des Atlantischen Lachses sind betroffen. Kleinere Bäche dienen vielen Arten als Rückzugs-, Laich- und Aufwuchsgebiete. Fallen diese aus, kann dies auch die Bestände in größeren Flüssen beeinträchtigen.

Wenn Bäche austrocknen, bleiben oft nur einzelne Vertiefungen mit Wasser zurück. Diese bieten jedoch keine dauerhafte Zuflucht. Sie erwärmen sich schnell und werden zu sauerstoffarmen Hitzefallen. "Gumpen retten allenfalls Einzelindividuen, keine Bestände", so Steinmann.

Ein wieder gefülltes Bachbett bedeutet nicht automatisch ein wiederhergestelltes Ökosystem. Wiederkehrende Dürren könnten Populationen dauerhaft zerstören. Die niedrigen Wasserstände seien nicht allein Folge der aktuellen Hitze, sondern auch des Mangels an Regenfällen im Winter und der Schneeschmelze in den Mittelgebirgen.

Um die Gewässer widerstandsfähiger zu machen, fordert der Landesfischereiverband, mehr Wasser in der Landschaft zu halten und Auen sowie Auwälder wiederherzustellen. Breitere Gehölzstreifen könnten die Gewässer beschatten und ihre Erwärmung bremsen. Auch sollten entbehrliche Wehre und unrentable Kleinstwasserkraftanlagen zurückgebaut werden. Ohne solche Maßnahmen bleibt der Hitzestress eine Bedrohung für bereits geschwächte Flüsse und Bäche, warnt Steinmann. (dpa/bearbeitet durch Red)
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