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| Pressemitteilung vom 14.08.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Sommertage im Westerwald: Wie ein Seniorenheim der Hitze trotzt |
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| Wenn die Temperaturen in Rheinland-Pfalz über 35 Grad steigen, stellt das Pflegeheime vor große Herausforderungen. Eine Einrichtung im Westerwald zeigt, wie sie Bewohner und Personal schützt. |
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Altenkirchen. Das Wasser plätschert am kleinen Teich im Garten des Seniorenzentrums. Es ist der Lieblingsort von Brunhilde Panthel - solange es nicht zu heiß ist. "Dann nehme ich was zu lesen mit und was zu trinken und dann bin ich happy", sagt die 72-Jährige, die seit zwei Jahren im Heim des Deutschen Roten Kreuzes in Altenkirchen lebt. Später werden die Temperaturen auf über 35 Grad steigen, und Panthel wird dann wieder in ihrem Zimmer sein.
"Die größte Herausforderung ist zunächst mal, die Wärme aus der Einrichtung rauszuhalten, um unsere Bewohner zu schützen vor der starken Hitze, aber auch die Mitarbeiter zu schützen", erklärt Einrichtungsleiter Marc Andre Eck. Dies sei besonders schwierig, wenn die Hitze länger anhalte und auch die Nächte kaum abkühlten.
Für Panthel steht fest, was sie bei Hitze tut: "Dann bleibe ich drinnen, drinnen habe ich einen Ventilator und ich krieg' den Rollo runtergemacht, dass die Sonne nicht bei mir in das Zimmer knallt, und das ist dann ganz angenehm", erzählt sie. Bei der Hitze schwitze sie viel. "Aber ist kein Problem, ich zieh dann am anderen Tag wieder frische Sachen an und dann geht's wieder." Statt einer Suppe gibt es an heißen Tagen Kaltschalen. "Sonntags gibt's immer Eis als Nachtisch - und das ist super." Was sie sich an heißen Tagen sonst noch wünschen würde? "Einen Swimmingpool - das wär das Highlight", sagt sie lachend.
In dem Heim gibt es zwar keinen Pool, aber 93 Pflegeplätze und eine große Außenanlage mit Grünflächen und Schattenplätzen. Pro Etage wohnen 31 Senioren - durchschnittlich haben sie einen Pflegegrad von 3,4. Angestellt sind 115 Mitarbeiter, die unter anderem in der Küche, Verwaltung, Wäscherei und Pflege arbeiten.
Heiße Tage bedeuten für Pflegekräfte, dass sie die Bewohner häufiger beobachten müssen, ob sie genug trinken und wie es ihnen geht, erläutert Eck. Viele Fragen seien zu klären: "Wie gehe ich mit der Hitze um? Wir haben zu planen, was wir mit Aktivitäten machen. Können wir rausgehen? Bleiben wir drin? Wie geht es den Bewohnern?"
Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen gehören zu den gefährdeten Gruppen, weil sie Hitze häufig schlechter wahrnehmen, weniger Durst verspüren und durch Vorerkrankungen oder Medikamente zusätzlich belastet sein können, erklärt Sebastian Rutten, Geschäftsführer der Pflegegesellschaft Rheinland-Pfalz. Zu den Risiken zählen Flüssigkeitsmangel, Kreislaufprobleme, Blutdruckschwankungen, Erschöpfung, Verschlechterung bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhte Sturzgefahr. Auch Hautprobleme können bei großer Hitze zunehmen.
Eck zufolge belastet die Hitze nicht nur die Bewohner, sondern auch die Pflegekräfte. "Die körperliche Arbeit, gerade im Bereich der Pflege, ist natürlich unter erschwerten Bedingungen wie den Temperaturen noch viel schwieriger zu leisten", erklärt er. "Man muss sich halt vorstellen, als Pflegekraft gibt es durchaus Situationen, wo ich einem Bewohner bei der Grundpflege helfe, wo ich mit dem in einem Badezimmer bin, wo ich vielleicht auch beim Duschen helfe, die warmen Wasserdämpfe zusätzlich noch habe, zusätzlich zu der relativ warmen Außenluft - da kommt man schon ins Schwitzen."
Auch die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz sieht die Beschäftigten als besonders belastet. "Extreme Hitzephasen entwickeln sich zunehmend zu einer akuten, strukturellen Krise", sagt Kammerpräsident Markus Mai. "Da ältere Menschen und Menschen mit Pflegebedarf zu den am stärksten gefährdeten Risikogruppen gehören, verwandeln anhaltende Sommerhitze und insbesondere tropische Nächte den Pflegealltag regelmäßig in einen Ausnahmezustand."
Panik löst der Blick auf den Wetterbericht beim Leiter des Pflegeheims jedoch nicht aus. "Ich bin da relativ entspannt, weil wir haben gute Vorkehrungen getroffen", sagt er. In den vergangenen Jahren sei vermehrt in Außenbeschattung, also Rollläden und Außenjalousien, investiert worden. Auch dem Flachdach ist eine Solaranlage, die ebenfalls etwas Wärme abfängt.
In ausgewählten Räumen wurden Klimaanlagen eingebaut, dazu zählt etwa ein größerer Gemeinschaftsraum und Rückzugsräume für Personal, in denen auch Medikamente gelagert werden. Allein letzteres habe eine niedrigen fünfstelligen Betrag gekostet. Die Pflegeplätze seien durch die Investitionen nicht teurer geworden - der Eigenanteil belaufe sich auf 3.650 Euro.
Rutten zufolge stecken hinter solchen Anpassungen erhebliche Investitionskosten. "Maßnahmen wie Verschattung, Kühlung oder klimafreundliche Gebäudesanierungen sind für viele Einrichtungen nur schwer finanzierbar", sagt er. Hier bestehe aus Sicht der Pflegebranche weiterer Handlungsbedarf, damit der Schutz vulnerabler Menschen langfristig sichergestellt werden könne.
Mit Blick auf die getroffenen Vorkehrungen und das geschulte Personal sagt Eck, dass es in den vergangenen Hitzeperioden nicht zu gefährlichen Situationen im Heim gekommen sei. Bewohnerin Panthel weiß nur: Einzig ein Reiher habe sich einmal fünf Fische aus ihrem Lieblingsteich "gekrallt". "Und dann haben wir ein Netz da drüber gemacht", sagt sie. Jetzt seien auch die Fische wieder sicher. (dpa/KI/bearbeitet durch Red)
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