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Nachricht vom 18.08.2026
Wirtschaft
Endgültiges Aus bei Dalex in Wissen: Fortführung des Geschäftsbetriebs "nicht tragfähig"
Das Wissener Unternehmen Dalex Automation & Welding GmbH steht endgültig vor dem Aus. Laut Insolvenzverwalter habe sich gezeigt, dass eine längerfristige Fortführung des Geschäftsbetriebs unter Insolvenzbedingungen nicht tragfähig darstellbar sei. Ein Investor wurde nicht gefunden.
(Foto: Verbandsgemeindeverwaltung Wissen, Julia Schwan)Wissen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Dirk Obermüller von der Bonner Kanzlei dhpg wurde zu Beginn des Insolvenzverfahrens zunächst geprüft, ob eine "nachhaltige Fortführung des Unternehmens unter den gegebenen insolvenzrechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen möglich ist." Wie sich in den vergangenen Monaten gezeigt hat, ist dies nicht der Fall. Maßgeblich hierfür seien insbesondere die vor der Antragstellung erfolgte zunehmende Konzentration auf das Projektgeschäft sowie die bereits erfolgte Stilllegung der Fertigung am Standort Wissen gewesen, wie die dhpg auf Anfrage erklärt.

Das Wissener Traditionsunternehmen hatte am 27. April einen Insolvenzantrag gestellt. Dieser Schritt sei das Ergebnis einer Entwicklung, die das Unternehmen trotz eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen nicht abwenden konnte, hieß es damals in einer Mitteilung der Firma. Bereits im vergangenen Jahr musste die Firma den Produktionsstandort schließen, rund 55 Mitarbeiter verloren damals ihren Arbeitsplatz. Das Geschäftsmodell sollte ursprünglich mithilfe der Max Valier Holding GmbH überarbeitet werden, man wolle sich in Wissen "künftig auf seine Kernkompetenzen konzentrieren" - jedoch ohne durchschlagenden Erfolg.

Investorensuche ohne Erfolg
Nach dem dann erfolgten Insolvenzantrag im April hoffte man zunächst auf einen neuen Investor. Doch "trotz intensiver und bis zuletzt mit großem Nachdruck verfolgter Bemühungen konnte für die Dalex Automation & Welding GmbH in Wissen keine belastbare Investoren- und Fortführungslösung erreicht werden", heißt es nun von der dhpg. Der Insolvenzverwalter hat demnach gemeinsam mit einem auf Krisensanierungen spezialisierten Dienstleister einen "umfassenden Investorenprozess" durchgeführt und den Markt nach strategischen und finanziellen Investoren angesprochen. Parallel wurden mit Kunden und Lieferanten bereits Vereinbarungen für eine Fortführung des Geschäftsbetriebs ausgehandelt, die von einem künftigen Investor hätten übernommen werden können. "Die Zusammenarbeit mit Kunden und Zulieferern war dabei von großem Vertrauen und einer bemerkenswerten Bereitschaft geprägt, an einer Fortführung mitzuwirken", betont die dhpg.

Letztlich erwiesen sich jedoch die schwierige Marktsituation und der erhebliche wirtschaftliche Druck auf das Unternehmen als zu große Hürde. Insbesondere hohe Energie- und Lohnkosten sowie der erhebliche Vorfinanzierungsbedarf bei größeren Projekten haben die Suche nach einem Investor erschwert. Gemeinsam von der Insolvenzverwaltung und dem vom Insolvenzgericht eingesetzten vorläufigen Gläubigerausschuss wurde deshalb beschlossen, "dass eine übertragende Sanierung nicht mehr belastbar umgesetzt werden kann". Das bedeutet: Der Geschäftsbetrieb muss abgewickelt werden. Betroffen sind von dem Ende bei Dalex nun 44 Mitarbeiter.

Abwicklung im Kleinteam
Die Abwicklung soll nach Angaben der Insolvenzverwaltung mit einem Kleinteam von wenigen Mitarbeitern erfolgen, die "die noch erforderlichen Abwicklungsarbeiten begleiten und eine geordnete Beendigung der Geschäftstätigkeit sicherstellen". Hoffnung auf einem Investor gibt es nicht mehr: Infolge der fehlenden Fortführungsperspektive und der erfolglosen Investorensuche haben sich Kunden zurückgezogen und Projekte anderweitig vergeben. Somit sei eine spätere Investorenlösung, die noch eine Fortführung des Unternehmens in seinem bisherigen Umfang ermöglichen könnte, nicht mehr realistisch zu erwarten.

"Wir haben bis zuletzt mit großer Intensität an einer Fortführungslösung gearbeitet und gemeinsam mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern wesentliche Voraussetzungen hierfür geschaffen. Dass eine Übernahme letztlich dennoch nicht realisiert werden konnte, ist angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besonders bedauerlich", so Insolvenzverwalter Dirk Obermüller.

"Verlust für den Wirtschaftsstandort Wissen"
Wissens Bürgermeister Berno Neuhoff spricht von einem schmerzlichen Verlust für die Stadt. Bereits im vergangenen Jahr sei die Ankündigung, die Fertigung nach Thüringen zu verlagern, ein schwerer Einschnitt für den Standort gewesen. Trotzdem habe man darauf vertraut, dass der Standort Wissen eine Perspektive hat. "Umso größer ist die Bestürzung über die jetzige Entwicklung. Nach unserem Kenntnisstand befand sich Dalex auf der Suche nach Investoren, um das Unternehmen und den Standort langfristig zu sichern. In diesem Zusammenhang gab es auch konkrete Anfragen an uns zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten. Als Stadt Wissen haben wir diese Gespräche gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Kreises, die ergänzend zur Arbeitsagentur auch ein Unterstützungsangebot für die arbeitssuchenden Produktionsmitarbeiter von Dalex entwickelt hatte, eng begleitet und unsere Unterstützung zugesagt", so der Bürgermeister.

"Die wirtschaftlich schwierige Lage hat schon länger auch die Unternehmen in unserem Landkreis erreicht. Die Schließung von Dalex ist deshalb weit mehr als das Aus eines Unternehmens. Mit Dalex verliert unsere Stadt einen traditionsreichen Industriebetrieb, dessen Name seit 115 Jahren untrennbar mit dem Wirtschaftsstandort Wissen verbunden ist. Über Generationen hinweg hat das Unternehmen Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen, Innovationen hervorgebracht und die industrielle Entwicklung unserer Region mitgeprägt. Dass diese lange Firmengeschichte nun endet, macht uns sehr betroffen", erklärt Neuhoff weiter. Sein Mitgefühl und Dank gelte "den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über Jahre das Unternehmen geprägt und mit ihrer Schaffenskraft am Laufen gehalten haben. Viele von ihnen haben ihr gesamtes Berufsleben oder mehrere Jahrzehnte bei Dalex verbracht und verfügen über eine außergewöhnlich hohe fachliche Qualifikation. Hinter dieser Entscheidung stehen viele persönliche Schicksale, Familien und große Sorgen um die berufliche Zukunft. Wir sind überzeugt, dass ihre Erfahrung, ihr Fachwissen und ihr Engagement in unserer Region dringend gebraucht werden und gute Chancen bestehen, viele dieser hochqualifizierten Fachkräfte in der heimischen Wirtschaft zu halten."
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