AK-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Altenkirchen
Nachricht vom 22.08.2026
Region
125 plus fünf Jahre Feuerwehr Freilingen - ein ganzes Dorf feiert seine Floriansjünger
Die große Anteilnahme der Bürger stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass die Feuerwehr in Freilingen eine hohe Wertschätzung genießt. Der große Zusammenhalt in Freilingen wird auch dadurch bewiesen, dass die Kirmesgesellschaft während der Jubiläumsfeierlichkeiten den Thekendienst übernommen hat.
BKI Tobias Haubrich überreicht die Ehrenurkunde der VG Selters an Wehrführer Nils Ahlborn. (Alle Fotos: Wolfgang Rabsch)Freilingen. Auch verschobene Festivitäten können Begeisterung auslösen, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Bestes Beispiel dafür ist die im Jahr 2021 geplante Jubiläumsfeier der Freiwilligen Feuerwehr Freilingen, die in jenem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen begehen wollte. Doch leider hatte man damals die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Wirt hieß "Corona". So musste alles abgeblasen werden, als die Planungen für die Jubelfeier bereits auf Hochtouren liefen.

Nun war es endlich so weit: Die Jubelfeier wurde nachgeholt und diesmal ging alles glatt über die Bühne. Aber beinahe hätten wieder außerirdische Kräfte auf das Jubiläum eingewirkt, denn einen Tag zuvor tobte ein Tornado über den Westerwald und richtete erhebliche Schäden an, mit Stromausfällen in vielen Orten, abgedeckten Dächern und entwurzelten Bäumen. Freilingen blieb weitestgehend von diesen Unbilden der Natur verschont. Man könnte es auch als Geschenk von höheren Mächten zum Jubiläum bezeichnen. Auch die FF Freilingen war zwei Tage und Nächte im Einsatz.

Volles Festzelt
Genug der langen Vorrede, kommen wir endlich zum Jubiläumsfest, das von den Veranstaltern akribisch vorbereitet wurde. Im Mittelpunkt stand das riesige Festzelt, in dem auch der offizielle Festkommers durchgeführt wurde. Das Festzelt war pickepackevoll besetzt mit mehreren Abordnungen befreundeter Feuerwehren und, was besonders auffiel, sehr vielen Dorfbewohnern aus Freilingen und der Umgebung. Die große Anteilnahme der Bürger stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass die Feuerwehr in Freilingen eine hohe Wertschätzung genießt. Der große Zusammenhalt in Freilingen wird auch dadurch bewiesen, dass die Kirmesgesellschaft während der Jubiläumsfeierlichkeiten den Thekendienst übernommen hat.

Infos zur Feuerwehr Freilingen
Zurzeit hat die Freiwillige Feuerwehr Freilingen insgesamt 115 Vereinsmitglieder, 37 davon sind aktiv in der Einsatzabteilung, darunter drei Frauen, in der Alterskameradschaft sind acht Mitglieder und 56 Mitglieder im Förderverein. Auch sind zehn Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren in der Jugendfeuerwehr. Gegründet wurde die Feuerwehr in Freilingen 1896. Im Laufe der Veranstaltung wurde die Chronik der vergangenen 130 Jahre durch Mario Weißenfels vorgestellt, in der mittels einer Dia-Vorführung die rasante Entwicklung bildlich dargestellt wurde.

Viele Festredner gratulierten
Nils Ahlborn, Wehrführer der FFW Freilingen, hatte in seiner Begrüßung viele Ehrengäste zu erwähnen, das nahm allein schon einige Zeit in Anspruch, aber er vergaß auch nicht, die Angehörigen verschiedener Feuerwehren zu begrüßen und ebenso die vielen Bürger aus Freilingen und Umgebung. Stellvertretend für alle Ehrengäste werden an dieser Stelle lediglich Gabi Wieland, Erste Kreisbeigeordnete des WW-Kreises, Ortsbürgermeisterin Jennifer Kolb, Tobias Haubrich, Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur (BKI) des Westerwaldkreises, und Nicki Ahlborn, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Selters, erwähnt. Alle Genannten überbrachten Glückwünsche und gratulierten artig zum großartigen Jubiläum. Ein Satz aus der Rede von Gabi Wieland sorgte für große Erheiterung im Zelt: "Die Feuerwehr aus Freilingen ist inzwischen bundesweit bekannt, denn selbst die BILD-Zeitung hat lobend erwähnt, dass sie mit großem Engagement den Brand in dem Swinger-Club in Freilingen gelöscht und unter Kontrolle gebracht hat." Ein Schelm, wer sich dabei etwas anderes denkt.

BKI Tobias Haubrich auf dem Weg zu alter Stärke
Hervorzuheben ist die Rede von BKI Tobias Haubrich, dem eine Welle der Sympathie entgegenschlug und dessen Rede frenetisch gefeiert wurde. An dieser Stelle darf erwähnt werden, dass Tobias Haubrich vor einiger Zeit einen schweren gesundheitlichen Schaden erlitten hat, von dem sich nur wenige erholen. Mit viel Energie und noch stärkerer Willenskraft hat er es geschafft, wieder allmählich am alltäglichen Leben teilzunehmen und auch wieder in seinem verantwortungsvollen Beruf als BKI einsatzfähig zu sein. Der Beifall der Besucher wird ihm weitergeholfen haben, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Es gab wohl niemanden im Zelt, der dem BKI nicht von Herzen eine erfolgreiche Genesung gewünscht hat.

Nicht zu vergessen sind Pfarrerin Friederike Zeiler und Diakon Dieter Wittmann, die den Verlauf der Jubiläumsfeier segneten und den Verstorbenen mit einer Gedenkminute gedachten. Viel Beifall ernteten die sieben Damen, die mit viel Fleiß die wunderschöne Dekoration im Zelt erstellt haben.

Ehrungen
Dann wurden Feuerwehrleute aus der Verbandsgemeinde Selters geehrt: Das Bronzene Feuerwehr-Ehrenzeichen (15 Jahre) erhielten Benedikt Pleitgen, FF Weidenhahn; Thorsten Braun, FF Quirnbach, und Jean-Luca Baumann, FF Freilingen. Das Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen wurde an Ulli Hummerich, FF Nordhofen, verliehen, der nunmehr seit bereits 45 Jahren Mitglied in der Feuerwehr ist. Alle Geehrten durften sich über anhaltenden Applaus der Besucher freuen und nahmen stolz die Auszeichnungen entgegen.

Großer Zapfenstreich
Krönender Abschluss des offiziellen Teils war der Große Zapfenstreich. Unter dem Dirigat von Dominik Misterek, wurde von Musikern der Musikvereine Hartenfels und Weidenhahn, der Große Zapfenstreich zelebriert. Schon beim Einmarsch der Feuerwehreinheit erhoben sich die Besucher von ihren Plätzen und verfolgten in andächtiger Stille den Ablauf des großen Zapfenstreichs. Als dieser mit dem Erklingen der deutschen Nationalhymne beendet war, brach grenzenloser Jubel aus, denn die Besucher wurden von dem Ereignis voll mitgenommen. In den Gesprächen nach dem Großen Zapfenstreich überschlugen sich die Kommentare der Besucher in Lobeshymnen, denn die Musikvereine spielten die Vorgaben, die beim Großen Zapfenstreich erforderlich sind, mit einer musikalischen Genauigkeit, die kaum zu überbieten ist.

Nach dem Ende des offiziellen Teils ging die Party richtig los, denn DJ "Starlight" legte auf und sorgte für Bewegung auf der Tanzfläche. Nach fast drei Stunden Festakt war es an der Zeit, die eingeschlafenen Gliedmaßen in Bewegung zu bringen, um für die noch folgenden Festtage fit zu sein. (WR)
       
       
       
       
       
 
Nachricht vom 22.08.2026 www.ak-kurier.de