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| Pressemitteilung vom 04.09.2026 |
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| Sandra Boermann berichtete in Wissen über das 57. Jahrmarkt-Projekt in Sierra Leone |
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| Wie wichtig medizinische Versorgung sein kann und welche konkreten Verbesserungen das 57. Jahrmarkt-Projekt in Sierra Leone bewirken soll, wurde am Mittwochabend (2. September 2026) in Wissen deutlich. Sandra Boermann, zuständige Projektreferentin von action medeor, berichtete während des ersten Informationstreffens dem Helfer-Team des Jahrmarktes über die Situation im westafrikanischen Land und stellte die gemeinsamen Ziele des Hilfsprojektes vor. |
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Wissen. Action medeor ist seit 60 Jahren als "Notapotheke der Welt" tätig und leistet weltweit Not- und Katastrophenhilfe. Zum Aufgabenspektrum gehören unter anderem Medikamentenhilfe und Medizintechnik, pharmazeutische Fachberatung sowie Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam mit dem Jahrmarkt Wissen e.V. engagiert sich die Organisation nun für die Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit in Sierra Leone.
Dramatische Zahlen zur Gesundheitsversorgung
Die Zahlen, die Sandra Boermann beim ersten Informationstreffen präsentierte, machen deutlich, vor welchen Herausforderungen das Land steht. In Sierra Leone kommt derzeit etwa eine Hebamme auf 10.000 Einwohner. Der globale Richtwert liegt bei vier Hebammen pro 10.000 Einwohner. Zwar hat sich die Zahl der Hebammen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht - von weniger als 100 im Jahr 2010 auf etwa 1.800 im Jahr 2025. Dennoch reicht die Versorgung insbesondere in den ländlichen Regionen bei Weitem nicht aus.
Besonders deutlich wird die Situation beim Blick auf die Mütter- und Säuglingssterblichkeit: In Sierra Leone sterben etwa 354 Mütter je 100.000 Lebendgeburten. In Deutschland liegt der Vergleichswert bei lediglich vier. Auch die Säuglingssterblichkeit ist mit 56 Todesfällen je 1.000 Lebendgeborenen sehr hoch - in Deutschland sind es etwa drei.
Ein Grund dafür ist das schwache und unterfinanzierte Gesundheitssystem. Vor allem Frauen in ländlichen Regionen bringen ihre Kinder häufig nicht in einem Krankenhaus zur Welt, sondern zu Hause. Kommt es dabei zu Komplikationen, kann das ohne medizinisches Fachpersonal und ohne die notwendige Ausstattung lebensgefährlich für Mutter und Kind werden.
Hebammen stärken - Leben retten
Genau hier setzt das Projekt an. Ziel ist es, die Mütter- und Säuglingssterblichkeit zu reduzieren und die Mutter-Kind-Gesundheit nachhaltig zu verbessern. Dazu sollen Hebammen ausgebildet und weitergebildet, Gesundheitsakteure besser miteinander vernetzt und die Menschen in den Gemeinden über Schwangerschaft, Geburt und Nachsorge aufgeklärt werden. Von den Maßnahmen profitieren zahlreiche Menschen: 200 Hebammenschüler, 242 graduierte Hebammen, 120 praktizierende Hebammen und 100 Krankenschwestern gehören ebenso zur Zielgruppe wie 15 Gemeinden. Außerdem werden 16 Gesundheitseinrichtungen einbezogen. Insgesamt können dadurch rund 10.000 werdende Mütter pro Jahr erreicht werden.
Ein wichtiger Baustein sind Auffrischungstrainings zur Mutter-Kind-Gesundheit und zu aktuellen Entwicklungen in der Geburtshilfe. Hinzu kommt die Ausstattung von 16 Gesundheitsstationen im ländlichen Raum mit dringend benötigtem medizinischem Equipment. Dazu gehören beispielsweise Stethoskope, Babywaagen, Fetal-Doppler zur Kontrolle der kindlichen Herztöne und der Durchblutung, Stirnlampen für Untersuchungen und Geburten bei fehlendem Licht, Blutdruckmessgeräte und Urin-Teststreifen.
Auch die praktische Ausbildung der angehenden Hebammen soll verbessert werden. Lehrkräfte der Hebammenschule besuchen die Schüler monatlich während ihrer praktischen Einsätze. Vierteljährlich werden diese Besuche durch Vertreter des Gesundheitsministeriums begleitet. So soll die Qualität der Ausbildung kontinuierlich überprüft und verbessert werden.
Wissen über Gesundheit kann Leben retten
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Aufklärung in den Gemeinden. Workshops und Kampagnen sollen Mythen und Fehlinformationen rund um Schwangerschaft, Geburt und Müttergesundheit entgegenwirken. Informationsmaterialien sollen zudem in 15 Gemeinden verbreitet werden. Langfristig sollen dadurch mehr Hebammen auch in ländlichen Regionen tätig sein. Bessere Lern- und Lebensbedingungen vor Ort sollen Fachkräfte binden. Eine bessere Ausstattung der Gesundheitseinrichtungen ermöglicht zudem die frühzeitige Erkennung von Risiken, eine bessere Versorgung während der Geburt und eine verbesserte Nachsorge für Mutter und Kind.
Nachhaltige Wirkung über Generationen
Das Projekt soll weit über einzelne Geburten hinauswirken. Verbesserte Ausbildungsstrukturen, qualifizierteres Personal und eine stärkere Vernetzung der Gesundheitsakteure tragen dazu bei, das gesamte Gesundheitssystem nachhaltig zu stärken.
Die Ziele: weniger Alleingeburten, mehr sichere Geburten unter fachlicher Begleitung, eine bessere medizinische Versorgung und letztlich sinkende Mütter- und Neugeborenensterblichkeit. Gleichzeitig soll das Gesundheitsbewusstsein in den Gemeinden steigen - eine Wirkung, die über Generationen hinweg reichen kann.
Spendenziel des Jahrmarkts Wissen
Über die gesamte Projektlaufzeit von 2024 bis 2028 beläuft sich das Gesamtvolumen auf rund 1,4 Millionen Euro. 75 Prozent fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Doch es gibt auch für jedes Projektjahr einen Eigenanteil, den action medeor aufbringen muss. Der Eigenmittelanteil von action medeor liegt für 2027 bei 74.666 Euro. Dieser Betrag ist das Spendenziel des 57. Jahrmarktes in Wissen.
Mit dieser Summe sollen unter anderem 15.000 Euro für Auffrischungstrainings, 16.000 Euro für die Ausstattung von 16 Geburtsstationen, 17.700 Euro für Praxisbesuche der Hebammenschule, 36.000 Euro für Workshops und Kampagnen sowie rund 1.900 Euro für Informationsmaterialien finanziert werden.
Mehr als nur Zahlen und Fakten
Der Besuch von Sandra Boermann machte deutlich: Hinter den Zahlen stehen Menschen, Familien und insbesondere Frauen, für die eine sichere Schwangerschaft und Geburt keineswegs selbstverständlich sind. Mit dem 57. Jahrmarkt-Projekt wollen die Organisatoren gemeinsam mit action medeor dazu beitragen, dass medizinische Hilfe auch dort ankommt, wo sie besonders dringend gebraucht wird.
Erstmals wurde an diesem Abend das neue Informationsvideo zum Jahrmarkt-Projekt präsentiert. Erstellt wurde das Video von Vereinsvorsitzendem Johannes Bender. Grundlage waren Aufnahmen von action medeor, die während verschiedener Projektbesuche in Sierra Leone entstanden sind. "Mit dem Video möchten wir den Menschen hier in Wissen zeigen, was hinter unserem Projekt steckt. Die Bilder machen die Situation vor Ort greifbarer und zeigen zugleich, dass unsere Hilfe tatsächlich bei den Menschen ankommen wird", erklärt Johannes Bender. Damit wurde das Projekt nicht nur in Zahlen und Fakten vorgestellt, sondern auch in Bildern lebendig.
Der 57. Jahrmarkt findet am 25. und 26. September 2026 in Wissen statt. Die Erlöse kommen dem Projekt zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit in Sierra Leone zugute. (PM) |
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| Pressemitteilung vom 04.09.2026 |
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