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Nachricht vom 06.09.2026
Wirtschaft
Autohandelsgruppe Wahl in Eigenverwaltung: Zukunftssicherung trotz Sanierungsverfahren
Die traditionsreiche Wahl-Gruppe, ein führendes Autohausunternehmen mit Sitz in Siegen, stellt sich neu auf. Trotz eines laufenden Sanierungsverfahrens bleiben alle 31 Standorte in Betrieb. Die Geschäftsführung arbeitet an einer zukunftssicheren Lösung.
Symbolbild (Foto: Pixabay)Region. Die im Jahr 1898 gegründete Wahl-Gruppe zählt zu den größten inhabergeführten Autohausgruppen Deutschlands und ist bekannt für ihren Fahrzeughandel sowie Reparaturservice in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Um die Unternehmensstruktur zukunftsfähig zu gestalten, hat die Geschäftsführung Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet, wie aus einer Pressemitteilung des Sachverwalters Schultze & Braun hervorgeht. Die Anträge wurden beim zuständigen Gericht in Siegen für die Horst Wahl GmbH & Co. KG, die Alfred Wahl GmbH & Co. KG, die K & W-Wahl Management GmbH, die Räder- & Pflegecenter Wahl GmbH, Lackierzentrum Siegerland GmbH und die K & W mobility GmbH gestellt.

Kundenservice und Löhne gesichert
Der Geschäftsbetrieb an den 31 Standorten - neben den Siegener Betrieben zählen auch Betriebe aus Betzdorf, Koblenz und Montabaur dazu - der Gruppe läuft uneingeschränkt weiter. "Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass sie in unseren Autohäusern und Meisterwerkstätten weiterhin den qualitativ hochwertigen Service erhalten, den sie von uns gewohnt sind", erklärt Thomas Wahl, geschäftsführender Gesellschafter der vierten Generation. Neben BMW umfasst das Markenportfolio der Wahl-Gruppe 15 weitere Automarken. Die Löhne und Gehälter der rund 1.000 Mitarbeiter sind bis Ende November durch Insolvenzgeld gesichert. Ab Dezember sollen diese aus dem laufenden Geschäftsbetrieb finanziert werden.

Kaufzurückhaltung und strategische Neuausrichtung als Ursache
Anlass für die wirtschaftliche Neuaufstellung ist die Kombination aus Kostensteigerungen und gleichzeitigen Umsatzrückgängen aufgrund der geopolitischen Verwerfungen der letzten Jahre. In den vergangenen Monaten verzeichnete das Unternehmen eine deutliche Kaufzurückhaltung bei Firmen- und Privatkunden. Zudem steht eine strategische Neuausrichtung des Markenportfolios an. "Viele unserer Kunden kaufen ihre Autos oder Motorräder regelmäßig bei uns und bringen sie zu uns, wenn Reparaturen notwendig sind oder Wartungen anstehen. Sie haben aber durch die allgemein gestiegenen Kosten weniger im Portemonnaie und müssen daher auch bei ihren fahrbaren Untersätzen finanziell gesehen mitunter einen Gang herunterschalten, was bei uns zu Umsatzrückgängen führt. Diese Kombination von Herausforderungen war und ist auch für uns als vorsichtig planendes und agierendes Familienunternehmen über einen Zeitraum von inzwischen mehreren Jahren nicht durchzuhalten. Wir sind aber überzeugt davon, dass wir uns mit den nun begonnenen Sanierungsverfahren neu und zukunftsfähig aufstellen können", erklärt Thomas Wahl.

Das Sanierungsverfahren wird in Eigenverwaltung durchgeführt, wodurch die Geschäftsführung handlungsfähig bleibt. Ziel der Geschäftsführung ist es, die Sanierungsverfahren schnell abzuschließen. Unterstützt wird sie dabei von einem erfahrenen Team der Kanzlei Schultze & Braun unter der Leitung von Dr. Jürgen Erbe. Gemeinsam mit weiteren Experten sollen innerhalb der nächsten Monate Sanierungslösungen erarbeitet und mit den Stakeholdern abgestimmt werden. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass uns das gelingen wird", betonen Thomas Wahl und Dr. Jürgen Erbe. Begleitet wird die Neuaufstellung auch von den Autohausspezialisten der Prudentes Management GmbH.

Dass die Wahl-Gruppe nicht alleine in der finanziellen Schieflage ist, zeigte sich erst wenige Tage zuvor, als die Berliner Autohausgruppe König ebenfalls Insolvenz anmeldete (Autohaus berichtete). (KI/Red)
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