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| Nachricht vom 16.09.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Bildungsdebatte in Rheinland-Pfalz: Schulen im Wandel |
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| Aktuelle Bildungsstudien wie die Pisa-Studie und der Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft haben erneut Diskussionen über das Schulsystem entfacht. In Rheinland-Pfalz werden bereits verschiedene Ansätze verfolgt, um den Herausforderungen einer heterogenen Schülerschaft gerecht zu werden. |
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Mainz. Die Debatte über das deutsche Bildungssystem wird durch schwache Ergebnisse in internationalen Studien wie dem Pisa-Test neu befeuert. In Rheinland-Pfalz zeigen Schulen, dass es keine einheitliche Lösung gibt, sondern dass vielfältige Ansätze gefragt sind. Ulf Neumann-Welkenbach, Leiter des Gymnasiums Mainz-Mombach, betont die Notwendigkeit, die jahrzehntealten Rahmenbedingungen zu ändern. Die Gesellschaft sei bunter geworden, was sich auch in der Schülerschaft widerspiegele. Mehr Beziehungsarbeit sei nötig, um Potenziale besser zu erkennen. "Pisa meldet zurück, dass das nicht gut läuft", sagt er.
Auch die Ausbildung der Lehrkräfte müsse angepasst werden, da diese oft noch auf das klassische Schulsystem vorbereitet seien. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) sieht im schlechten Abschneiden Deutschlands einen "klaren Weckruf". Im Bildungsmonitor belegte Rheinland-Pfalz Platz zwölf, was dem unteren Mittelfeld entspricht.
Frank Fritzinger vom Otto-Schott-Gymnasium in Mainz-Gonsenheim hebt ebenfalls die Bedeutung von Beziehungsarbeit hervor. Neben strukturellen Maßnahmen sei entscheidend, was in der "Tiefenstruktur des Unterrichts" passiere. Selbstverantwortung und Partizipation der Schüler stünden im Vordergrund. Am Otto-Schott-Gymnasium setzt man auf alternative Prüfungsformen wie mündliche Prüfungen und Portfolio-Arbeiten. Regelmäßige Lernentwicklungsgespräche sollen den Schülern helfen, ihren besten Weg zu finden.
Das Otto-Schott-Gymnasium gehört zu den 150 "Schulen der Zukunft" in Rheinland-Pfalz, die mehr Freiheiten beim Ausprobieren neuer Konzepte haben. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Schule nicht zum "bloßen Experimentierfeld" werde, so Fritzinger. Am Gymnasium Mainz-Mombach hingegen wird das Lernen in thematischen Lernräumen gefördert, um den Lebensweltbezug zu stärken.
Ein weiteres Beispiel ist die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Nieder-Olm, geleitet von Jürgen Winzer. Dort wird in den unteren Klassen fächerübergreifend unterrichtet, um mehr Ruhe und Zeit für Themen zu schaffen. Kompetenzen stehen im Vordergrund, und Schüler können innerhalb eines Rahmens selbst bestimmen, wann sie Tests absolvieren.
Neumann-Welkenbach plädiert dafür, vorurteilsfrei über Veränderungen nachzudenken, statt ideologisch aufgeladene Debatten zu führen. "Mir fehlt das Eingeständnis, dass das System Schule nicht perfekt ist", sagt er. (dpa/bearbeitet durch Red) |
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