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Nachricht vom 16.09.2026
Region
Nach Doppel-Bronze: Skeleton-Pilotin Jacqueline Pfeifer beendet Karriere
Jacqueline Pfeifer beendet ihre Karriere: Am Mittwoch, 16. September 2026, hat die Skeleton-Pilotin aus Brachbach ihre Laufbahn im Leistungssport beendet – ein halbes Jahr nach Olympia in Mailand und Cortina und im Alter von 31 Jahren. Dem AK-Kurier hatte sie im März noch gesagt, sie rechne mit einer weiteren Saison.
Archivfoto AK Kurier | Fotograf: vhBrachbach. Es gehört zu den Eigenheiten des Spitzensports, dass die letzten Kapitel oft leiser geschrieben werden als die ersten. Bei Jacqueline „Jacka" Pfeifer, geborene Lölling, ist es anders gekommen: Die Skeleton-Pilotin aus Brachbach verabschiedet sich mit zwei olympischen Bronzemedaillen im Gepäck. Am Mittwoch, 16. September 2026, gab die 31-Jährige ihr Karriereende im Leistungssport bekannt.

Als perfekten Schlusspunkt bezeichnete sie selbst die beiden Plaketten, die sie im Februar bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina gewonnen hatte – Bronze im Einzel und Bronze im Mixed-Team. Ein schöneres Ende, so ihre Einschätzung, hätte das letzte Kapitel kaum nehmen können.

Kein weiterer Zyklus bis 2030
Der Grund für den Rückzug liegt weniger in der Form als im Kopf. Für einen weiteren vierjährigen Zyklus bis zu den Olympischen Spielen 2030 in den französischen Alpen und in Nizza hätte ihr nach eigener Darstellung die Motivation gefehlt. Der Zeitpunkt sei genau der richtige, erklärte sie – jetzt sei es gut.

Wer das Interview kennt, das Pfeifer dem AK-Kurier im März nach ihrer Rückkehr aus Cortina gab, erkennt darin bereits die Vorzeichen (Nach Doppel-Bronze bei Olympia: Karriereende für Pfeifer wohl noch kein Thema). Eine Teilnahme an den Spielen 2030 hatte sie damals schon ausgeschlossen. Einen Zeitpunkt für das Karriereende wollte sie hingegen nicht nennen; sie gehe davon aus, die nächste Saison noch zu fahren, sagte sie, aber keine vier Jahre mehr. Das Gefühl werde sich schon einstellen, wenn es so weit sei. Nun ist es früher eingetreten als erwartet.

Eine Bilanz, die in der Region ihresgleichen sucht
Athleten aus dem AK-Land, die olympische Medaillen vorweisen können, lassen sich an wenigen Fingern abzählen. Dass eine Einheimische aus einer Gegend ohne Wintersporttradition im Eiskanal zur Weltspitze gehörte, macht ihre Laufbahn umso bemerkenswerter.

Angefangen hatte alles mit einem Schnupperangebot über den Schulsport in Siegen – mit zwölf Jahren, ohne jede Vorstellung davon, was Skeleton überhaupt ist. Was folgte, war eine Sammlung, die sich sehen lassen kann: Silber bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang, zweimal Bronze 2026 in Mailand und Cortina, drei Weltmeistertitel – 2017 im Einzel und mit dem Team, 2020 im Mixed –, dazu der Europameistertitel und Erfolge im Gesamtweltcup.

Der Weg dorthin verlief keineswegs geradlinig. Nach dem achten Platz bei den Spielen 2022 in Peking, den sie selbst als niederschmetternd empfand, stand ein Rückzug bereits im Raum. Die Saison danach brachte sie dem Aufhören näher als dem Weitermachen. Dass sie zurückfand und in Cortina gleich zweimal auf dem Podium stand, dürfte im Rückblick schwerer wiegen als manch früherer Titel.

Bundespolizistin bleibt sie
Beruflich ändert sich zunächst wenig: Pfeifer bleibt bei der Bundespolizei, bei der sie seit 2014 in der Sportfördergruppe angestellt ist. Die Zeit nach dem Leistungssport möchte sie für Orientierungspraktika nutzen.

Im März-Interview hatte sie geschildert, wie sie sich ihre Zukunft am liebsten vorstellt: eine Kombination aus dem Dienst bei der Bundespolizei und einer Trainertätigkeit im Nachwuchsbereich am heimischen Stützpunkt. Den Trainermangel im Skeleton hatte sie damals ausdrücklich angesprochen – und ihre Bereitschaft, die eigenen Erfahrungen weiterzugeben. (Red)
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