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Pressemitteilung vom 22.09.2026
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St. Marien-Krankenhaus Siegen weist nach schwerem Poolunfall auf die Risiken von Kopfsprüngen hin
Mit dem Ende der Freibadsaison zieht es viele Badegäste in die Schwimmbäder. Wie wichtig Vorsicht bei Kopfsprüngen ist, zeigt der Fall eines 45-jährigen Familienvaters aus Eschenburg.
Wenn ein Kopfsprung schwerwiegende Folgen hat (Foto: Thomas Klur)Siegen. Die Freibäder sind geschlossen und die Badesaison im Freien ist vorbei. Wasserratten zieht es nun in die Hallenbäder. Ein Sprung ins kühle Nass gehört für viele Badegäste einfach dazu. Wie wichtig überlegte Kopfsprünge ins Wasser sind, zeigt das Beispiel eines 45-jährigen Mannes aus Eschenburg. Ein Kopfsprung in den Pool im Urlaubshotel hatte für den Familienvater schwerwiegende Folgen. Ärzte des St. Marien-Krankenhauses Siegen stellten bei ihm eine instabile Halswirbelsäulenverletzung fest, die zuvor unerkannt geblieben war und operativ versorgt werden musste.

Beschwerden auch nach dem Urlaub noch da
Nach einer langen und stressigen Zeit freute sich die Familie von Fabian Moos aus Eschenburg auf den verdienten Urlaub in Südtirol. Kaum im Hotel angekommen, ging es an den Pool. Beim spielerischen Gerangel mit seinen Kindern sprang Moos kopfüber ins Wasser und prallte mit dem Kopf auf den Beckenboden. Noch im Urlaub wurde eine Fraktur des ersten Halswirbels, des sogenannten Atlas, festgestellt. Der Bruch war stabil und musste nicht operiert werden; eine Halskrause reichte aus. Eine zusätzlich bestehende instabile Verletzung der unteren Halswirbelsäule blieb zunächst unerkannt.

Da die Beschwerden anhielten und die Beweglichkeit eingeschränkt blieb, stellte er sich nach seiner Rückkehr in der orthopädischen Praxis von Marien Ambulant in Geisweid vor. Bereits auf den Röntgenbildern konnte eine Instabilität zwischen dem fünften und sechsten Halswirbel erkannt werden. Durch einen bislang unentdeckten Bruch waren die beiden Wirbel gegeneinander verschoben. Der Patient wurde umgehend im St. Marien-Krankenhaus Siegen vorgestellt. Dort erfolgten weitere Untersuchungen mit CT und MRT. Aufgrund der Instabilität war eine zeitnahe operative Stabilisierung notwendig. "Durch den Bruch war die Wirbelsäule instabil. Eine weitere Verschiebung kann im ungünstigsten Fall das Rückenmark einklemmen und schädigen", erklärt Dr. Volker Strauß, Oberarzt der Wirbelsäulenchirurgie am St. Marien-Krankenhaus Siegen.

Stabilisierung der Halswirbelsäule
Das Team der Wirbelsäulenchirurgie um Dr. Strauß brachte die Halswirbelsäule zunächst von hinten wieder in die richtige Position und stabilisierte sie mit Schrauben und Stäben. Anschließend wurde der Patient für den zweiten Teil der Operation auf den Rücken gedreht: Von vorne wurde die verletzte Bandscheibe entfernt und durch einen sogenannten Cage ersetzt, der das Segment zusätzlich stabilisiert. "Gerade bei komplexen Verletzungen ist es wichtig, die Wirbelsäule zuverlässig zu stabilisieren, um eine möglichst frühe Mobilisierung zu ermöglichen", erklärt Dr. Strauß. Noch am Abend der Operation konnte der Patient wieder aufstehen.

Kopfsprünge: Wassertiefe und Sprungbereich beachten
Der Fall zeigt aus Sicht der Klinik, wie gefährlich Kopfsprünge ins Wasser sein können. Fachgesellschaften und Organisationen der Wasserrettung weisen darauf hin, dass Sprünge kopfüber in unbekannte Gewässer oder bei nicht sicher einschätzbarer Wassertiefe mit erheblichen Verletzungsrisiken verbunden sein können. Aber auch in einem Pool oder einem Schwimmbad können unübersichtliche Situationen oder eine falsch eingeschätzte Wassertiefe gefährlich werden. Kopfsprünge sind in dafür vorgesehenen Bereichen und unter sicheren Bedingungen möglich. Entscheidend sind eine ausreichende und bekannte Wassertiefe, ein übersichtlicher Sprungbereich und eine freie Wasserfläche.

Das St. Marien-Krankenhaus Siegen rät dazu, vor jedem Kopfsprung die Wassertiefe zu prüfen und im Zweifel lieber auf einen Sprung zu verzichten. Außerdem sollte nicht in Bereiche gesprungen werden, in denen sich bereits Menschen im Wasser befinden. Auch sollten Beschilderungen und Markierungen zur Wassertiefe beachtet werden.

Bei unklaren Verhältnissen, wird dazu geraten, grundsätzlich mit den Füßen zuerst ins Wasser zu gehen. Auf Alkohol vor dem Schwimmen sollte verzichtet werden, da er die Risikoeinschätzung und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Für Moos sind diese einfachen Regeln inzwischen mehr als ein Sicherheitshinweis. "Dieser Sprung hat mir gezeigt, wie schnell aus einem unbeschwerten Urlaubsmoment eine schwere Verletzung der Halswirbelsäule werden kann. Ich kann mich aufgrund dieser Erfahrung den Hinweisen des Marien nur anschließen", so Moos. (PM/bearbeitet durch Red)
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